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      <title>Raupe</title>
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      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teisho Raupe/Schmetterling
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum Beginn des neuen Jahres möchte ich gerne ein paar Gedanken zum Leben, zu unserem Leben versuchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es geht um das Vitale, auch wenn ich zunächst mit euch zu Grabstätten gehen will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht kennen es einige von Spaziergängen über Friedhöfen, vor allem wenn man über alte, historische Anlagen geht, dass auf manchen Grabsteinen Symbole zu finden sind, die anders als die sonst üblichen christlichen Metaphern sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die sog. Freidenker im 19. Jh. waren es, die sich ganz bewusst von der christlichen Bestattungstradition distanzierten und sich verbrennen liessen und statt des Kreuzzeichens, andere Bilder, zum Teil aus der römischen bzw. griechischen oder germanisch-keltischen Tradition stammende Symbole auf ihren Grabsteinen verwendeten, so z.B., alte Runen oder die abgebrochene Säule, einen Lorbeer Kranz oder eine sich in den Schwanz beissende Schlange. Ein sehr häufig verwendetes Symbol, ist auch das Bild eines Schmetterlings, das auf einigen Grabsteinen platziert ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum der Schmetterling? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er ist ein altes Gleichnis dafür, dass das Leben Veränderung, Entwicklung ist - auch wenn es so scheint, als fände da ein Sterben statt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist die alte Frage, was passiert, wenn die Raupe stirbt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stirbt sie wirklich oder geschieht hier nur eine Wandlung, eine Transformation von einem erdgebundenen, engen und begrenzten Dasein, hinein in eine völlig andere Dimension von Leben, Wirklichkeit, nämlich die Existenz des Schmetterlings?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was aber ist das Geheimnis der Metamorphose der Raupe über die Puppe zum Schmetterling? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist interessant, wie die Biologen diesen Prozess beschreiben. Und wenn wir diese Wandlung der Raupe im eben beschriebenen Sinne als ein Symbol des Lebens verstehen, was sagt dann dieser Prozess über unser Leben aus?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerne möchte ich das nun Folgende in zwei Ebenen betrachten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum einen unsere ganz persönlichen, individuellen Erfahrungen von Wandlung und Veränderung, die wir in unserem Dasein und auf unserem spirituellen Lebensweg machen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum anderen aber auch, was wir gerade in der Gesellschaft und in der Welt an eigenartigem Spiel der Kräfte wahrnehmen können. (Von Ukraine über Nahost, Amerika, China, Russland, unsere Bundestagswahl im Februar - um nur wenige Stichworte zu nennen.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sowohl was unseren persönlichen Lebensweg angeht, als auch was die gesamte Entwicklung in der Welt betrifft, so kommen wir immer mal wieder ins Fragen, wie wird, wie kann das alles nur so weiter gehen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und manchem wird bei den Gedanken angst und bange.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Transformationsprozess, den eine Raupe zum Schmetterling erfährt, könnte vielleicht helfen, uns selbst zu verstehen, aber auch das, was im Grossen geschieht, als einen Prozess der Wandlung und Reifung zu sehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und am Ende könnte dies uns Hilfe sein, unseren Weg, den wir sowohl im ganz persönlichen Leben als auch als gesellschaftlichen Prozess durchlaufen, anzunehmen, zu gehen und auch gestalten zu lernen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nun einige Beobachtungen der Biologen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn sich die Raupe verpuppt, dann beginnt im Innern der Puppe ein unglaublich intensiver Prozess. Es geschieht nämlich, dass das alte Raupenleben sich auflöst und die ersten Schmetterlingszellen auftauchen. Die haben eine andere Qualität, als die der Raupe. Sie haben eine höher schwingende Frequenz, die, wenn man so will, ein anderes, ein neues Bewusstsein in sich tragen. Ein Erleben, das nicht mehr aus dem Erfahrungs- und Lebensbereich der Raupe stammt, sondern aus einer anderen Ebene kommt. Einer Wirklichkeit, die nicht mehr am Boden klebt, sondern aus einer Ebene kommt, in der sich Leben frei entfalten und bewegen kann. Wo der Raum nicht mehr begrenzt ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so lasst uns den Prozess, der mit der Raupe in der Phase der Verpuppung geschieht, genauer betrachten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was passiert da eigentlich? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die alten Raupenzellen werden sukzessive von den neuen Schmetterlingszellen verdrängt, ja buchstäblich über-lebt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kennen wir das nicht auch aus unserem Leben, wie alte Überzeugungen, Konditionierungen, Verletzungen, wie alte Muster und Denkgewohnheiten, in dem Moment, wo wir uns ihnen bewusst stellen, langsam aufgelöst werden und Platz machen müssen für andere, neue Erfahrungen und Entwicklungen, die sich ihren Weg in unserem Leben bahnen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Oftmals entsteht so
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           eine eigenartige Spannung; das Alte bleibt sozusagen Grund und Basis für das Neue, das werden will. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es braucht das Alte, dafür dass das Neue werden kann. Und so ist das Alte Teil desselben Wesens, das sich nun wandelt in einen völlig neuen Teil der Zukunft, der aber schon im alten Leben der Raupe repräsentiert wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ab einem bestimmten Punkt kommen immer mehr von den neuen Zellen dazu. Das eigene Raupenimmunsystem frisst das Alte auf und auf diese Weise treten immer mehr Schmetterlingszellen ins Leben. Und ab da fangen diese Zellen an, einen Verbund zu bilden. Also sie liieren sich mit anderen und es entsteht überall eine Art Cluster.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das neue Leben entsteht jetzt, indem es von sich her Kraft und Stärke entwickelt und somit das Alte über-lebt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Neue überwindet das Alte. Und es ist wichtig, dass das Neue nicht auf das Alte bezogen bleibt oder mit ihm kämpft, denn das bindet wichtige Kräfte, die es zum Wachstum für das neue Leben braucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine uralte Erfahrung, die wir in der Menschheitsgeschichte sehr gut beobachten können, wie sich Systeme, Herrschaftsbereiche immer wieder wandeln und einander ablösen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber mancher von uns mag auch diese Wandlung vom Alten in neue Erfahrungs- und Erlebensbereiche aus seinem ganz eigenen Leben kennen. Es ist die Erfahrung, wie wir immer wieder neue Stufen, Veränderungen unseres Daseins durchschreiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           H. Hesse hat dies in seinem Gedicht „Stufen", das ich schon hin und wieder zitiert habe, in wunderbare Verse gebracht:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stufen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            In andre, neue Bindungen zu geben.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            An keinem wie an einer Heimat hängen,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Biologe
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Matthias Forster
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            erklärt den Wandlungsprozess der Raupe zum Schmetterling so:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Und das Neue kämpft nicht gegen das Alte, sondern es potenziert sich durch Clustering. Und eines Tages kollabiert das Immunsystem der Raupe und dann geht es ganz schnell und dann gibt es nur noch Schmetterlingszellen. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Ein neues Bewusstsein. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Aber die neue Form ist dann noch nicht da. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Das heisst, die Hülle des Alten der Puppe hält dann dieses neue Bewusstsein zusammen, solange bis durch einen inneren Prozess die neue Form ausgereift ist. Und dann verhärtet die alte Form.
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Und das ist ganz wichtig. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Wenn die alte Form nicht verhärten würde, könnte der Innendruck den Schmetterling nicht sprengen. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;strong&gt;&#xD;
      
           Und dann ist es auch wichtig, dem Schmetterling, dem darf man nicht helfen. Der Schmetterling braucht die Anstrengung, den Widerstand sich aus der alten Hülle herauszuarbeiten, um an diesem Widerstand die Kraft zu entwickeln, die er braucht, um nachher fliegen zu können, sprich die Freiheit für sich erlangen und leben zu können. 
          &#xD;
    &lt;/strong&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was der Biologe hier beschreibt, scheint mir ganz wesentlich, weil es uns verstehen lehrt, mit den Widerständen in uns, aber auch in dem, was wir in unserer Aussenwelt gerade erleben, konstruktiv umzugehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verhärtungsprozesse, die Erfahrung, dass es in uns sehr eng und unerträglich wird, kennen manche von uns. Und es ist uns manchmal schwer, diese Enge und Ängste, die oftmals damit verbunden sind, und die wir auch im Aussen wahrnehmen können, zu würdigen und zu ehren. Und dennoch scheint dieser Druck, der so entsteht, geradezu die Voraussetzung in sich zu bergen, dass alte Muster und Konditionierungen gesprengt werden, damit neuer Raum entstehen, Entwicklung geschehen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch wenn es sich für das Leben einer Raupe in den verschiedenen Phasen ihres Daseins nicht so anfühlen mag – alles, was mit ihr geschieht, ist jener unglaubliche Prozess des Lebens, der sie durchpulst. Und auch die Momente des vermeintlichen Sterbens sind in der Tat Augenblicke, in denen altes, abgelebtes Leben zu Ende geht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber letztlich stirbt da nichts, sondern es passiert eine grosse Wandlung in immer neue Dimensionen unseres Daseins hinein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben entfaltet sich immer neu und kann letztlich nicht sterben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir wissen nicht, was das neue Jahr uns persönlich, aber auch in den grossen Zusammenhängen unseres Miteinanders bringen wird. Aber wir können darauf vertrauen, dass auch im Sterben, im Niedergang alter Muster und Erfahrungswelten, sowohl was unser ganz persönliches Leben angeht, als auch mit Blick auf das, was auf unserer Erde geschieht, das Leben den Sieg davon tragen wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses Wissen, dieses Vertrauen, kann dem Ganzen einen Sinn geben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es kann uns auch zeigen, dass es letztlich nicht darum geht, in den Widerstand zu gehen, sondern dass das Clustering, so wie es die Zellen bei der Wandlung der Raupe zum Schmetterling tun, uns helfen wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist, dass wir uns mit Menschen, die die Zukunft fühlen und leben und gestalten wollen, zusammenfinden, um miteinander als Einzelne und als Gemeinschaft, als Sangha, unseren Weg aufs immer neue zu suchen und zu gehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir uns verbinden, stärken wir einander und potenzieren jene Kraft des Lebens, die durch alles Lebendige geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht sind wir mit dem System, das wir gerade leben, genau in dem Status der Raupe, die gefrässig alles, was vor ihr Maul kommt, auffrisst. Aber dieses System – wir wissen es, glaube ich alle – wird nicht überleben können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Schmetterlingskraft ist die Kraft des Lebens, die nach dem erdgebundenen Dasein der Raupe auf uns wartet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wichtig ist es, dass wir, die wir um diese Kraft wissen, diese leben und weitertragen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht ist es das, was wir der nächsten Generation mitgeben können, wenn die sich einmal fragen wird, wie soll es nun weiter gehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und damit noch ein letzter Gedanke.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind wohl immer Beides zugleich: Raupe und Schmetterling.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind immer Wandlung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und in uns sind die Kräfte der Verstockung, der Verhärtung und Vereinzelung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber auch die Kraft des Aufbruchs, des immer neu sich schaffenden und schöpfenden Lebens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Zusammenspiel dieser Kräfte ereignet sich eine völlig andere Erfahrung von Leben, Lebendigkeit, die jenseits von all dem liegt, was wir bisher kannten:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da gibt es nichts mehr zu beurteilen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da begegnet uns ein Wissen, das nicht weiss.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da begegnet uns LIEBE.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karl Matthias Uhlich (Hong zhi), Januar 2025
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    
          Neuer Titel
         &#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 19 Jan 2025 12:31:05 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-der-tod-befreit-zum-leben</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Ein Leben von Chan</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-das-erlernen-von-liebe-und-weisheit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hsin Tao: Lehrrede
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Leben von Chan
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir brauchen einen ruhigen Geist, um mit den komplexen Gegebenheiten der modernen Gesellschaft zurecht zu kommen. Komplexe zwischenmenschliche Beziehungen, hoher Arbeitsdruck und die ungeheuer vielfältige und sich ständig verändernde Informationsflut setzen uns alle unter großen Druck, wenn wir Entscheidungen treffen müssen. Die Angst vor dem Ende der Welt ist für viele eine zusätzliche psychische Belastung. Deshalb möchte ich darüber sprechen, wie die Chan-Praxis uns zu unserem Ursprung zurückkehren lässt, so dass wir unabhängig von den Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, Harmonie und Stabilität finden können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist Chan? Chan ist der gewöhnliche Geist, frei von Sorgen; es ist das Verständnis von Ursache und Wirkung. Es bedeutet, ein verantwortungsbewusstes, harmonisches Leben zu führen, das die Umwelt schont und sich um die Erde kümmert. Chan hilft uns, unsere Spiritualität zu vertiefen und zum kulturellen Wandel in unserer Gesellschaft beizutragen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir gut üben, werden wir einen friedlichen Geist haben, die Dinge langsamer angehen, mehr auf unser inneres Selbst eingestimmt und konzentriert sein. Die meisten Menschen in der Geschäftswelt wünschen sich eine bessere Unternehmensführung und ein besseres emotionales Management in ihren Unternehmen. In der Tat ist Chan eine Art emotionales Management, das uns durch die Regulierung der Gefühle hilft, die Ziele unseres Unternehmens besser zu erreichen. Mit einer Kultur des Chan können wir andere mit der Idee vertraut machen, dass "die Welt in Frieden ist, wenn das Herz in Frieden ist".
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In Taiwan wird die Chan-Praxis in der Gesellschaft und in den Schulen gefördert, wo schon die Kinder es lernen, zu sitzen und ihren Atem zu regulieren, damit sie ihre innere Unruhe aufgeben und in einen Zustand der Ruhe und Harmonie zurückkehren können. Jeder von uns kann auf diese Weise dazu beitragen, Konflikte in der Welt in Harmonie zu verwandeln.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir auf unseren Atem achten, bleiben wir durch die Bewegung des Ein-und Ausatmens auf unser spirituelles Herz konzentriert, bis unser Atem ruhig und friedlich wird. Wenn unser Atem und unser Bewusstsein eins werden, beruhigt sich unser Herz/Geist vollständig. Normalerweise produziert unser Geist eine Menge Gedanken als Reaktion auf die ständigen Veränderungen in der phänomenalen Welt. Indem wir auf den Atem achten, helfen wir unserem spirituellen Herzen, sensibler für seine eigene spirituelle Natur und dadurch ruhig, friedlich, klar und weit zu werden. Dies geschieht ganz natürlich, wenn wir auf den Atem achten und auf die Stille lauschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Atem ist die Kraft des Lebens und auch der Schlüssel zur Entfaltung unseres Potenzials. Wenn unser Atem und unser Geist eins werden, können wir alle Sorgen und Vorstellungen loslassen. Wenn wir auf die Stille in allen Geräuschen hören, können wir Bodhisattva Guanyin’s Methode des Erwachens durch das Hören auf die Stille meistern. Wenn wir alle trügerischen Gedanken loslassen und uns auf keinen Laut anstelle eines Lauts konzentrieren, wird unser Herz ruhiger. Dann hören unsere Gedanken auf, zwischen Sein und Nichtsein, Bewegung und Stille zu unterscheiden. Wenn wir das Anhaften an unserem Ego aufgeben, erreichen wir das Reich des Nirvana, das "die klare Erkenntnis des Nicht-Entstehens und Vergehens" ist, und kehren zu unserem ursprünglichen Gesicht zurück, das ungeboren ist und niemals stirbt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Chan-Praxis hat eindeutig drei Hauptziele: Das erste ist, unser ewiges ursprüngliches Gesicht zu finden; das zweite ist, Weisheit ohne Hindernisse zu entwickeln, und das dritte ist, Sinn und Richtung im Leben zu finden und jeden mit Liebe und Mitgefühl zu behandeln, egal was wir tun. Chan ist die Verkörperung des Ewigen, der Weisheit und des Mitgefühls, und so sollten wir immer auf den Laut der Stille hören und Körper und Geist, alle unsere Hindernisse und Anhaftungen loslassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 22 May 2024 15:06:43 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-das-erlernen-von-liebe-und-weisheit</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Das Erlernen von Liebe und Weisheit</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/das-erlernen-von-liebe-und-weisheit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hsin Tao: Lehrrede
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           愛與智慧的學習
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Erlernen von Liebe und Weisheit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Gedanken sind schwer in den Griff zu bekommen, denn sie springen ständig hin und her. Chan-Praxis bedeutet, zu lernen, wie wir unser Herz/unseren Geist steuern können. Chan-Praxis ist eine Kunst des inneren Managements: Es geht darum, unseren Geist zu managen. Es geht darum zu verstehen, was mit Herz/Geist gemeint ist. Wenn wir unser eigenes Herz nicht verstehen, wird es weiterhin sehr unberechenbar sein. Unser Herz zu verstehen, ist nicht einfach. Und so gehen wir in die Stille - indem wir still dasitzen, um unser Herz zu kontemplieren, es durch diese Kontemplation zu verstehen und es in seiner Gesamtheit zu erforschen. Wenn wir sehr gut sitzen, wird sich unser Herz vollständig offenbaren, und das ist ein sehr glückliches Ereignis.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wisst ihr, was das Herz/der Geist ist? Das Herz/der Geist ist Bewusstsein, und Bewusstsein ist Wissen. Das Bewusstsein hat immer existiert, und unser Herz/Geist hat auch immer existiert. Wir benutzen es jeden Tag, aber es ist so ausweichend und geheimnisvoll, dass wir nicht wissen, wo es eigentlich ist und weiterhin verwirrt bleiben. Die Praxis der Meditation hilft uns, viele Dinge richtig zu erfassen, sehr glücklich zu werden, jederzeit zu wissen, wo unser Bewustsein ist und es vollkommen werden zu lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn unser Bewusstsein nicht vollkommen ist, fehlt etwas, was zu einigen unglücklichen Erfahrungen im Leben führt. Wenn unser Bewusstsein vollkommen ist, werden wir uns nicht mehr sorgen oder leiden. Unsere Herangehensweise an die Dinge wird rational und nicht mehr emotional sein. Da Emotionen voller Widersprüche und Konflikte sind, bringen sie viele irrationale Dinge hervor. Wenn unser Gewahrsein sehr klar ist, ist es nicht mehr emotional, sondern rational, und das ermöglicht es unserem Mitgefühl, sich auf natürliche Weise von dort zu entfalten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist Barmherzigkeit? Barmherzigkeit bedeutet, Mitgefühl zu haben und anderen zu helfen. Das ist etwas Grundlegendes in uns. Was wir letztlich durch unsere Chan-Praxis erhalten, ist diese vollkommene innere Liebe, die wir wie Regen über alle Lebewesen verteilen. Chan ist eine Art des Lernens, das unsere Weisheit erschließt. Wenn wir unser Gewahrsein vervollkommnen und in die Welt des Chan eintreten, wird uns auf natürliche Weise mitfühlende Liebe für alle zuteil. Dann verstehen wir, dass die Welt eine diverse, symbiotische und voneinander abhängige Welt ist, was uns erlaubt, uns mit allen Dingen zu verbinden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 02 Apr 2024 15:36:21 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/das-erlernen-von-liebe-und-weisheit</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Die Natur von Herz und Geist betrachten, wieder zu dir selbst finden</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/die-natur-von-herz-und-geist-betrachten-wieder-zu-dir-selbst-finden</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hsin Tao: Lehrrede
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jeder Retreat ist ein Segen für uns, denn die Mühsamkeit der Arbeit macht es uns unmöglich, auf unser Gewahrsein zu achten, es klar und rein im gegenwärtigen Moment ruhen zu lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Chan-Meditation ist der beste Weg, zu uns selbst zurückzukehren, zu uns selbst zu finden. Die vielen Dinge, die uns in unserem Arbeitsleben beschäftigen, machen es uns oft sehr schwer, in unserer Natur des Gewahrseins zu ruhen, und eine Meditationsklausur ist eine Zeit, in der wir uns selbst wiederherstellen, d.h. unser Gewahrsein wiederherstellen können. Ich hoffe, dass ihr diese Zeit, die so kostbar wie Gold ist, schätzen und gut auf euer Gewahrsein achten werdet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gewahrsein ist Klarheit, und seine Natur ist Leere. Unsere körperliche Natur ist leer, unsere Selbst-Natur ist leuchtend, und wenn wir dies vollständig realisieren, wird die Kraft unseres großen Mitgefühls allumfassend sein. Das bedeutet, dass wir, wenn Leerheit und Klarheit eins werden, unsere klare Kontemplation aufrechterhalten müssen. Unser Gewahrsein muss unsere Natur der Leere erhellen, und so müssen wir unsere Kontemplation ohne jede Unterbrechung fortsetzen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Durch den Prozess der Chan Meditation verwandeln wir allmählich alles, was nicht Gewahrsein ist, und lassen unser Gewahrsein an einen Ort der Reinheit und Unversehrtheit zurückkehren. Unsere grundlegende Natur ist Gewahrsein, aber wenn wir es nicht gut handhaben, wenn wir uns nicht gut um es kümmern, wird es wandern und in alle Richtungen abdriften. Wenn wir unsere klare Konzentration aufrechterhalten, werden wir in der Lage sein, ohne weitere Ablenkung in unserem Gewahrsein zu ruhen und unsere Kontemplation aufrechtzuerhalten. Auf diese Weise werden wir uns mit unserem Gewahrsein vertraut machen und es uns zu eigen machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der Tat ist die Natur des Gewahrseins bereits die unsere, und wir werden ihre klare und leere Qualität nicht wieder verlieren. Das ist es, was wir in unserer Meditation erkennen müssen. In der Meditation zu sitzen bedeutet daher, zu sitzen und unsere ursprüngliche Natur zu sehen; es bedeutet nicht, auf diesem Stuhl zu sitzen. Am Anfang haben wir jedoch nicht diese Art von Erkenntnis der Leere, und deshalb müssen wir mit der Unbeständigkeit beginnen und sehen, dass alles unbeständig, vergänglich, nicht greifbar und unzuverlässig ist. Und dann, inmitten der Unbeständigkeit, des Leidens und der Leerheit, müssen wir erkennen, dass Herz und Geist völlig frei davon sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so übe immer wieder die Kontemplation und erkenne, dass die Natur des Gewahrseins Leere ist. Durch diese Kontemplation kommst du langsam in der Natur deines Herzens und deines Geistes zur Ruhe, und von dort kehrst du zum Ursprung zurück, zu dem, wie die Dinge sind. Die Chan-Meditation konzentriert sich auf die Kontemplation unserer Herznatur, und wenn du dies wiederholt tust, kannst du langsam zu deinem ursprünglichen Selbst zurückkehren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 19 Feb 2024 14:01:12 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/die-natur-von-herz-und-geist-betrachten-wieder-zu-dir-selbst-finden</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Trennung</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/trennung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teisho Trennung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe Sangha,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ihr kennt es schon, ein Teisho, das ist ein Vortrag aus der spirituellen Praxis für den Weg in die Praxis.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das heutige Teisho wird noch einmal in besonderer Weise für mich eine Herausforderung sein, weil es gerade das zum Thema hat, was Ulrike und ich euch in der letzten Mail geschrieben hatten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber möglicherweise werden manche von euch, nachdem sie von unserer Trennung gelesen haben, auch meine letzten Teishos in ihrer Thematik und ihren inhaltlichen Aussagen vielleicht etwas besser noch einordnen können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber heute nun möchte ich einige Gedanken zu dem wagen, dass Ulrike und ich nun getrennte Wege gehen werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die meisten von euch kennen ja den „Kleinen Prinzen“ von Saint-Exupéry. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und da ist jene Szene, in der sich der kleine Prinz von seinem ihm lieb gewonnenen Fuchs verabschiedet. Und der Fuchs sagt zu ihm: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe ...“, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Ich bin für meine Rose verantwortlich …“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das sind sehr intensive Worte - und wenn man sie so liest, dann scheinen sie zunächst auch eingängig und von unserer gängigen Lebensführung und Moral her auch plausibel.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber, so möchte ich fragen, stimmt denn das wirklich so?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind wir wirklich für den Anderen und dessen Leben und Wohlergehen „zeitlebens verantwortlich“?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bin ich ein ganzes Leben lang für den oder die anderen, mit denen ich intensive Zeiten meines Lebens verbracht habe, verantwortlich?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind Mutter und Vater zeitlebens, bis ans Ende ihrer Tage für das Wohl ihrer Kinder verantwortlich?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind Menschen, die sich auf andere einlassen, schon deswegen für diese und ihr Leben für immer verantwortlich???
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manche von euch kennen vielleicht jene Rede von Müttern oder Vätern, „Ich wollte doch nur dein Bestes!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zugegeben, da handeln Menschen aus menschlicher Nähe und Verantwortung und geben ihr Bestes. Und am Ende ist dann die ernüchternde Erfahrung, dass alles gute Wollen und Bemühen doch am Gegenüber vorbeiging, weil es seinen Weg, seinen eigenen ganz unverwechselbaren Weg gehen musste. Gehen musste, um sich selbst zu finden und sich aus allen Bindungen und Verantwortlichkeiten der Eltern lösen muss.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir scheint, dass das in unseren Paarbeziehungen ganz ähnlich ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den biographischen Werdegang des Autors des „Kleinen Prinzen“ kann man auch ganz in diese Richtung deuten, nämlich, dass es für jeden von uns wichtig ist, sich selbst zu finden, jenseits von irgendwelchen vermeintlichen Verantwortlichkeiten, die wir angeblich für einander hätten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Letztlich bin ich für mich und nur für mich und mein Handeln verantwortlich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, und dann ist es manchmal so, dass das vermeintliche Verantwortungsgefühl dem anderen im Weg steht und dieser sich gerade dadurch nicht entfalten und weiter entwickeln kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch hier kann der Satz stehen, ich wollte oder will doch nur dein Bestes!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Zusammenhang steht unsere Übung des Zen, die immer wieder in dem Vertrauen gipfelt, dass wir gut und richtig geführt werden und wir uns getrost in unseren Weg, den das Leben uns führt, aufs immer neue uns einlassen können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darum können wir auch getrost unseren Partner freigeben und nicht nur freigeben, sondern ihm auch versuchen zu helfen, sich und seinen ganz eigenen Weg zu finden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von Elias Canetti gibt es den schönen Gedanken: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Menschen können nur einander erlösen, darum verkleidet sich Gott als Mensch.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, wir können einander helfen, dass jede/r seinen ganz unverwechselbaren Weg zu sich - und für sich findet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und das ist oftmals ganz anders als es die Worte so an der Oberfläche vermuten lassen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einander erlösen ist eben auch, dass es der jeweils andere ist, der uns auf unsere Verletzungen und wunden Stellen aufmerksam macht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und das ist manchmal mit Angst und Schmerz und Unverständnis oder Missverständnissen verbunden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ihr merkt sicher, dass ich von dem, was ich sage, nicht von einer Theorie spreche, sondern von Erfahrungen, die Ulrike und ich miteinander geteilt haben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, über lange Jahre hinweg haben wir oftmals sehr, sehr alte Wunden in uns gespürt und wahrgenommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben Heilung gesucht und sie in unterschiedlicher Weise gefunden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und je mehr dieser Prozess des Heilens in uns war, umso mehr kam in jedem von uns die Erkenntnis, dass wir nun einander freigeben müssen, damit  jeweils jede/r für sich seinen ganz eigenen und unverwechselbaren Weg gehen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um es auch noch zu sagen, es war für uns Beide nicht einfach und manchmal waren wir bis aufs Äusserste angespannt. Es gab Schmerzen, es gab Tränen und aus all dem gebar sich ein Weg. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Weiter für jeden von uns.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In allem Auf und Ab war dabei die Sangha ein sicherer Hort, in dem wir sein konnten und immer wieder zu uns zurück kamen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dafür gibt es viel Dankbarkeit und in einem guten Sinne auch Verbundenheit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In unserer gemeinsamen Mail haben wir es schon angedeutet, dass auch Menschen, die miteinander einen spirituellen Weg gehen, dass deren Wege sich trennen können. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach unserer Meinung hat das nichts mit Versagen oder gar „Schuld“ zu tun, sondern einfach nur damit, dass der spirituelle Weg das Potential eines jeden Menschen freigeben will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und vielleicht zeigt sich die Spiritualität eben nicht darin, dass sie uns eine Beziehungsgarantie gibt, sondern, dass sie uns Raum schafft, Beziehung zu leben - und auch frei zu geben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ulrike und ich haben in grosser Intensität nach unserem Weg gefragt und gesucht. Und wir sind nun an einem Punkt, wo wir versuchen in Frieden und mit Mitgefühl uns zu lassen und weiter unsere je eigenen Wege zu gehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser Tage war es, dass ich mich mit einem guten Freund verabreden wollte und er mir sagte, dass es an diesem Tag nicht ginge, weil er da mit seiner seit weit über 20 Jahren geschiedenen Frau den 47. Hochzeitstag feiern werde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht ist das ein echtes Zeichen von Spiritualität, dass es uns gelingen kann mit- oder trotz allen wunden Stellen und schwerem verletzt sein doch eine tiefe Verbindung zueinander zu spüren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Zen wird das durch den Begriff Mitgefühl ausgedrückt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ulrike und ich versuchen diesen Weg - jetzt aktuell mit einer Mediatorin. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es auf unserem Weg auch die Meditation ist, die uns immer wieder hilft, über die Engen des Egos und der Ängste hinauszukommen und uns freien Raum schafft, um uns bei und mit allem Schwierigen und Schweren, das auf unserem Weg liegt, dennoch verbunden zu wissen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und noch ein letzter Gedanke.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In solchen Situationen der Trennung liegt uns allen wohl immer wieder die Frage „Warum?“ auf den Lippen, im Sinn. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist eine sehr schwierige Frage.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum einen, weil sie dazu verführen könnte, nach Gründen zu suchen und Schuldzuweisungen in die eine oder andere Richtung zu machen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Volksmund nennt man das „dreckige Wäsche zu waschen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum anderen aber auch, weil die Frage „Warum“ im Grunde nicht zu beantworten ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir beide wünschen sehr, dass trotz unserer Trennung der Zen-Weg - im Zen-do - hier weiter geübt werden kann und wir miteinander immer wieder neu entdecken können, wie viel Schönheit und Großes und Wunderbares in unserem Dasein, auf unserem Weg liegt - trotz oder mit allem, was an Herausforderung immer wieder an uns herangetragen wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Teisho möchte ich mit einem Text von Khalil Gibran schliessen, manche von euch werden ihn wohl kennen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von der Liebe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           wie der Nordwind den Garten verwüstet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann weiht sie dich ihrem heiligen Feuer,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           All dies wird die Liebe mit dir machen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In die Welt ohne Jahreszeiten,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und weinen, aber nicht all deine Tränen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe besitzt nicht, noch lässt sie sich besitzen;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn die Liebe genügt der Liebe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wenn du liebst und Wünsche haben musst, sollst du dir dies wünschen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu schmelzen und wie ein plätschernder Bach zu sein,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           der seine Melodie der Nacht singt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den Schmerz allzu vieler Zärtlichkeit zu kennen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vom eigenen Verstehen der Liebe verwundet zu sein;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und willig und freudig zu bluten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei der Morgenröte
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           mit beflügeltem Herzen zu erwachen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und für einen weiteren Tag des Liebens dankzusagen;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zur Mittagszeit zu ruhen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und über die Verzückung der Liebe nachzusinnen;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Abend mit Dankbarkeit heimzukehren;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann einzuschlafen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           mit einem Gebet für den Geliebten im Herzen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und einem Lobgesang auf den Lippen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Khalil Gibran
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           (* 06.01.1883, † 10.04.1931)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 01 Feb 2024 13:52:16 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Schuld und Vergebung</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/schuld-und-vergebung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teisho Schuld und Vergebung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schuld und Vergebung zwei ganz zentrale und elementare Erfahrungen unseres Lebens - und vor allem unseres spirituellen Weges.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lasst mich zunächst ein paar Gedanken zum Stichwort „Schuld“ versuchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schon, dass ich es in Anführungszeichen setze, macht deutlich, dass ich zunächst einmal am Begriff arbeiten will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was meinen wir mit Schuld?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist das, wo andere sich uns gegenüber schuldig gemacht haben - jedenfalls empfinden wir das ja oft so. Wenn wir einen Verkehrsunfall haben, dann werden ein oder mehrere Schuldige gesucht. Und wenn es gut geht, findet man einen Schuldigen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Das ist das eine, dass man immer einen Schuldigen sucht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das andere ist, dass wir in jemands Schuld geraten, wir die/der Schuldige ist, sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch eine andere Sache scheint mir wichtig, das mit den Schuldgefühlen. Dass wir uns manchmal für die Dinge schuldig fühlen, die andere gar nicht so wahrnehmen, wir aber entsetzlich darunter leiden. Und manchmal kann in solchen Situationen nur ein offeneres und ehrliches Gespräch Entlastung, Erlösung bringen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schuld hat immer auch einen moralischen Akzent, wo vermeintlich „anständige“ Menschen mit dem Finger auf die zeigen, die nach ihren Kriterien sich was zu Schulden kommen liessen, die nach ihren Werten verderbte, schlechte Menschen sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, und dann haben wir auch mit der „Schuld“ noch ein anderes Problem. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir alle wissen es, dass gerade im Bereich des Gesetzes, wenn es um Schuld und Unschuld geht, sehr viele Spielräume und Interpretationsmöglichkeiten da sind. Wer einmal selbst eine rechtliche Auseinandersetzung hatte, oder die von anderen miterlebt hat, der weiss wie viele Interpretationsmöglichkeiten Gesetze zulassen und wie gerecht oder ungerecht Gesetze bzw. Richtersprüche sein können. Die grössten Gauner können, wenn sie nur einen „guten“ Anwalt haben, schuldlos sein; ob sie es wirklich auch sind, und ob sie dies letztlich dann auch mit ihrem Gewissen vereinbaren können, steht auf einem anderen Blatt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt, dass in diesem Zusammenhang auch sehr schnell die Frage kommen kann, wird eine Schuld jemals gesühnt werden können? Kann man eine Schuld wieder gut machen, wenn sie jenseits von materiellen Werten entstanden ist?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           F. Dostojewskij geht diesem Zusammenhang in seinem Roman „Schuld und Sühne“ nach. Er beschreibt, wie der Mörder Raskolnikoff eine alte Frau brutal mit einem Beil erschlägt, nur um an ihr Geld zu kommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er wird wegen des Mordes zur Zwangsarbeit nach Sibirien verurteilt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und da ist Marmeladow, ein Trunkenbold, den Raskolnikoff in einer schmuddligen Kneipe trifft. Der beklagt sich über die Armut, in der er leben muss. Dabei ist er derjenige, der durch seine Trunksucht die ganze Familie in den Ruin treibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seine Tochter Sonja ist die einzige, die durch die Prostitution die Familie mit ihren vier Kindern über Wasser hält. Und da ist der Vater, der das letzte Geld, das seine Tochter dadurch, dass sie sich an Männer verkauft, eingebracht hat, vertrinkt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Raskolnikoff und Sonja lernen sich kennen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aus einer tiefen Liebe, die der verurteilte Verbrecher weder aufnehmen noch erwidern kann, folgt sie ihm aber nach seiner Verurteilung in die Verbannung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und diese Liebe aber ist es, die ihn heilen wird und dazu hilft, dass er am Ende zu seiner Schuld stehen kann und gerade dadurch und darin geheilt ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt schon an den wenigen Gedanken, wie im Grunde der Begriff „Schuld“ sehr verschwommen und unklar ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die grössten Ganoven können sich vom Gesetz her unschuldig fühlen, nur weil sie irgendwie es verstehen Gesetzeslücken zu finden. Wie sie dies dann mit ihrem Gewissen hinbekommen, ist eine andere Frage. Natürlich können wir uns im Äusseren rein waschen, uns der Verantwortung für das, was wir getan haben, entziehen. Aber ob wir damit wirklich schon mit unserem Gewissen im Reinen sind, ist eine ganz andere Frage.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und sensible Menschen können Schuldgefühle haben, obwohl es dafür oftmals gar keine reale Grundlage gibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich möchte darum gerne in diesem Zusammenhang statt den Begriff Schuld eher den Begriff Verletzung einführen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für das, um was es mir geht, scheint mir dieser Begriff dann klarer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um noch einmal auf Dostojewskij‘s „Schuld und Sühne“ zurückzugreifen: In weit über 700 Seiten versucht es der Schriftsteller zu entfalten, nicht das Aufrechnen von Schuld bringt uns zurück in den offenen Raum des Lebens, sondern allein die Liebe heilt jenseits aller Schuld und Sühne unser Leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manche Dinge können wir eben nicht wieder gut machen, bei noch so viel Gerechtigkeit kann man einen getöteten Menschen nicht wieder lebendig machen. Aber, alte Wunden können heilen und auch Mörder können wieder zurück ins Leben finden. Es ist möglich, dass Wunden heilen - auch wenn Narben bleiben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt, mir geht es um die vielen Verletzungen, die Menschen sich ein Leben lang einander antun können, und die wir auf so ganz unterschiedliche Weise erlitten haben. Und wenn wir uns das bewusst machen, wird uns klar, dass auf dieser Ebene eben nicht durch ein berechnen oder gar aufrechnen von Schuld oder Unschuld, erlittenes Leid sich tilgen lassen kann, oder gar ,dass dadurch schon Wunden heilen könnten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir können diese Erfahrungen auch deshalb nicht aufrechnen, weil sie uns oftmals die krisenhaften Momente bringen, die unser Leben noch einmal von Grund auf aufrütteln und alles Bisherige, was wir gelebt haben infrage stellen - und uns so aber auch die Möglichkeit geben, unser Leben noch einmal neu zu ordnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manchmal sind es gerade auch die wirklich grossen und schweren Krisen, die unser Leben noch einmal ganz neu öffnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht kennen das einige von euch?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie könnte man in diesem Zusammenhang dann von Schuld oder gar dem verrechnen von Schuld sprechen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Immer wieder sagen es mir Menschen, dass die schweren Zeiten, die sie durchleben mussten, in der Situation schier unerträglich schienen und es kaum auszuhalten war, im Nachhinein es aber für sie die eigentlichen wirklich grossen und wichtigen Momente in ihrem Leben waren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine kleine Geschichte dazu, in der sich oberflächlich betrachtet eine Katastrophe an die andere reiht und doch dadurch sich das Leben eines Menschen in guter Weise immer neu ausrichten kann:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gott fügt alles wunderbar
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein König hatte einen Minister, der bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit sagte: "Gott fügt alles wunderbar". Nach einiger Zeit hatte der König den Satz so oft gehört, dass er ihn nicht mehr ertragen konnte. Die beiden sind auf der Jagd. Der König schießt einen Hirsch. Minister und König sind hungrig, machen Feuer, grillen den Hirsch, der König beginnt zu essen und schneidet sich in seiner Gier einen Finger ab. Der Minister: "Gott fügt alles wunderbar".
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Jetzt reicht es dem König. Wütend entlässt er den Minister aus seinen Diensten und befiehlt ihm, sich fortzuscheren. Er wolle ihn nie wieder sehen. Der Minister geht. Der König, gesättigt vom Hirsch, schläft ein. Wilde Räuber, Anhänger der Göttin Kali, überfallen und fesseln ihn, wollen ihn ihrer Göttin opfern - verspeisen. Im letzten Moment...bemerkt einer der Kali-Anhänger den fehlenden Finger. Die Räuber beratschlagen sich und befinden: "Dieser Mann ist unvollkommen. Ihm fehlt ein Körperteil. Unserer Göttin darf nur Vollkommenes geopfert werden." Sie lassen ihn laufen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Der König erinnert sich an die Worte des Ministers: "Gott fügt alles wunderbar" und begreift: Genau so ist es. Auch in diesem Fall. Er fühlt sich schuldig, weil er den Minister verbannt hat und läßt ihn suchen. Nach langer Zeit wird dieser gefunden. Der König entschuldigt sich und bittet ihn, wieder in seine Dienste zu treten.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Der Minister antwortet: "Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich bin dankbar, dass du mich fortgeschickt hast. Mich hätten die Räuber geopfert. Mir fehlt kein Finger. Gott fügt alles wunderbar." (Ram Dass, 75)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Alles fügt sich wunderbar.“ Wenn wir dahin durchdringen, wird das eine sehr wichtige und zentrale Erfahrung unseres Lebens. Weil wir dann unser Dasein als Ganzes begreifen lernen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir die Herausforderungen als wichtige Momente der Wandlung und Veränderung begreifen lernen, können auch die Krisen einen Sinn bekommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ich in diesem Zusammenhang meine ist, dass gerade die Menschen, die Verletzungen erfahren haben und denen es gelungen ist, die zu verarbeiten oftmals daran gereift sind und die geheilten Wunden dann ihr eigentliches „Kapital“ sein können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und man spürt es bei diesen Menschen, wie ihr Leben rund und weit und zur Ruhe gekommen ist - und wie umgekehrt Menschen, die durch Verletzungen verbittert und eng geworden sind, in eigenartiger Weise unreif, klein und eng wirken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Therapeut Sylvester Walch, der seit vielen Jahren Holotropes Atmen anbietet und mit Menschen, die tiefe Verletzungen in ihrem Leben erfahren haben arbeitet, arbeitet mit ihnen an ihrer Heilung. Er hat seine Erfahrungen in seinem Buch „Die ganze Fülle deines Lebens“ aufgeschrieben. Ein Kapitel darin heisst, „Eine Hypothek in Kapital verwandeln“. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihm geht es darum, eben gerade nicht in irgendwelchen Schuldzuweisungen stecken zu bleiben, weil gerade das es ist, was unser Leben eng macht und uns negativ an die Täter bindet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Abschnitt sagt er Folgendes:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Trotzdem sollten wir Folgendes mit berücksichtigen: Angenommen, ich erfahre, meine Frau will sich von mir trennen oder ich werde im Job entlassen oder ich bekomme die Diagnose einer schweren Krankheit. Plötzlich bin ich herausgeschleudert aus einem bis dahin vielleicht ganz gut gelebten Leben. Wenn jetzt jemand zu mir kommen und sagen würde Das wird schon sein Gutes haben, oder: Das ist Karma – was würde passieren? Ich würde mich verschließen, abwenden. Das heißt, wir sind hier in einer existenziellen Situation, in der auch Menschliches stattfindet: Kränkung, Leid, Überfordertsein, Ausweglosigkeit. Und natürlich ist es jetzt sehr wichtig, uns auf dieser Ebene mit dieser Situation auseinanderzusetzen, die Gefühle, die wir erleben, Schmerz, Traurigkeit, Ärger, zuzulassen und auszudrücken – wie es ja in den Atemsitzungen geschieht. Und es ist ungeheuer wichtig, auf dieser Ebene sich zunächst voll und ganz mit dieser Situation auseinanderzusetzen. Denn nur dann, wenn wir solche Situationen in uns auch achten, diese existenzielle Gefährdung auch zulassen können, wissen wir, dass wir wieder runder werden können. Wenn wir zu früh abheben in spirituelle Erklärungen, warum das nun so ist, wird alles nur vordergründig befriedet, hängt uns aber nach und wir fühlen uns schal. Diese Auseinandersetzung dauert manchmal sehr lange, aber dann gibt es irgendwann einen Zeitpunkt, wo sich die Situation beruhigt, denn es gibt nach Krisen immer auch eine Zeit danach. Aber Karfreitag ist nicht Ostersonntag. Und wer den Ostersonntag vorzieht, der macht den Karfreitag zunichte. Deshalb ist es wichtig, sich voll auf diesen inneren Prozess der Auseinandersetzung einzulassen, wie dies beim Holotropen Atmen geschieht. Wenn ich aber dann das Gefühl habe, es hat sich beruhigt und ich habe meine Konflikte ausgetragen, dann trete ich einen Schritt zurück. Ich gehe in die dritte Position, versuche tieferzugehen, ich stelle mir vor, wie ich meinen Scheitel öffne, mein Herz öffne, mein Zentrum spüre, den Boden fühle, der mich trägt, und ich nehme diese Situation noch einmal nach innen und frage nach, was sie mir sagen will. Was bedeutet sie für mein Leben? Wohin will sie mich führen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und genau an diesem Platz beginnt nun für mich das, was der Begriff VERGEBUNG signalisiert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal möchte ich an Dostojewskij anknüpfen: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihn [Raskolnikow]selbst aber liebten alle nicht, und man ging ihm aus dem Wege. Man begann ihn schließlich sogar zu hassen. Warum? Er wußte es nicht. Man verachtete ihn, lachte über ihn, und über sein Verbrechen machten sich manche lustig, die bedeutend größere Verbrechen begangen hatten als er.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eines Tages kam es zu einem Streit – er wußte nicht einmal, aus welchem Grunde; plötzlich fielen alle wütend über ihn her. „Du bist ein Gottloser! Du glaubst nicht an Gott!“ schrien sie. „Totschlagen sollte man dich!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Wachtsoldat konnte sich noch rechtzeitig zwischen ihn und den Angreifer stellen – sonst wäre Blut geflossen. Unerklärlich war für ihn auch die Frage: Warum hatten sie alle Sonja so liebgewonnen? Sie hatte sich bei ihnen nicht eingeschmeichelt; sie trafen sie selten, bloß zuweilen bei der Arbeit, wenn sie auf einen Augenblick zu ihm kam, um nach ihm zu sehen. Indessen kannten sie Sonja alle schon, wußten auch, dass sie ihm gefolgt war, wußten, wie sie lebte und wo sie wohnte. Geld hatte sie ihnen nicht gegeben, auch keine besonderen Dienste erwiesen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn sie zu Raskolnikoffs Arbeitsplatz kam oder einer Partie Sträflingen, die zur Arbeit ging, begegnete, nahmen alle die Mütze ab und grüßten sie: „Mütterchen Sonja, du bist doch unsere liebe Mutter, du Sanfte, Barmherzige!“ sagten dann diese rohen gebrandmarkten Sträflinge zu diesem kleinen schmächtigen Geschöpfchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…..)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Raskolnikoff lag die halbe Fastenzeit und die ganze Osterwoche im Krankenhaus. Schon während der Genesung begann er seiner Träume zu erinnern, die er im Fieber phantasierend gehabt hatte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sonja konnte ihn während seiner ganzen Krankheit nur zweimal im Hospital besuchen; man mußte jedesmal eine Erlaubnis einholen, und das war sehr schwierig. Aber sie war oft auf den Hof des Hospitals, besonders gegen Abend, unter sein Fenster gekommen, zuweilen aber auch bloß, um einen Augenblick auf dem Hof stehen zu bleiben und wenigstens von weitem nach den Fenstern seiner Abteilung zu sehen. Eines Tages war Raskolnikoff, fast schon genesen, gegen Abend wieder eingeschlafen; nach dem Erwachen trat er zufällig an das Fenster und erblickte plötzlich fern am Tore Sonja. Sie stand dort und schien auf etwas zu warten. In diesem Augenblick war es ihm, als werde sein Herz durchbohrt; er zuckte zusammen und ging schnell vom Fenster weg. Am nächsten Tag erschien Sonja nicht, auch nicht am übernächsten; er merkte, daß er sie voll Unruhe erwartete. Endlich entließ man ihn aus dem Hospital. Als er ins Gefängnis zurückkam, erfuhr er von den Sträflingen, daß Sonja krank sei, zu Hause liege und nicht ausgehe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er erfuhr bald, daß ihre Krankheit nicht gefährlich sei.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Sonja ihrerseits hörte, daß er sich so um sie grämte und sorgte, schickte sie ihm ein mit Bleistift geschriebenes Zettelchen und teilte ihm mit, daß es ihr schon viel besser gehe, daß sie nur eine leichte Erkältung habe und daß sie bald, sehr bald kommen werde, um ihn zu sehen. Als er diesen Zettel las, schlug sein Herz stark und schmerzhaft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am frühen Morgen, so gegen sechs Uhr, ging er zur Arbeit an den Fluß.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Raskolnikoff saß, blickte reglos hinüber, ohne sich losreißen zu können; sein Denken verwandelte sich in Träumerei, in Schauen; er dachte an nichts, aber irgendeine Schwermut lag auf ihm und quälte ihn. Plötzlich befand sich Sonja neben ihm. Sie war unhörbar herangekommen und setzte sich zu ihm. Es war noch sehr früh, die leichte Morgenkälte war noch nicht vergangen. Sie hatte ihren alten ärmlichen Mantel an und das grüne Tuch. Ihr Gesicht trug noch die Spuren der Krankheit, war magerer, blasser und schmäler geworden. Sie lächelte ihm freundlich und froh zu, aber wie gewöhnlich reichte sie ihm nur schüchtern die Hand. Sie streckte ihm die Hand immer so schüchtern entgegen, zuweilen auch gar nicht, als fürchte sie, daß er sie zurückstoßen könnte. Er nahm auch stets wie mit Widerwillen ihre Hand, begrüßte sie stets wie verdrossen; zuweilen schwieg er während ihres Besuches hartnäckig die ganze Zeit. Es kam vor, daß sie zitternd und in tiefem Kummer fortging. Jetzt aber lösten sich ihre Hände nicht; er blickte sie schnell und flüchtig an, sagte nichts und senkte den Blick zu Boden. Sie waren allein, niemand sah sie. Der Wachtposten hatte gerade kehrtgemacht. Wie es dann kam, wußte er selbst nicht, aber plötzlich war es ihm, als werde er von etwas erfaßt und zu ihren Füßen hingeworfen. Er weinte und umfaßte ihre Knie. Im ersten Augenblick erschrak sie heftig, und ihr Gesicht wurde totenblaß. Sie sprang auf und sah ihn zitternd an. Aber dann begriff sie blitzschnell alles. In ihren Augen leuchtete ein grenzenloses Glück auf; sie hatte verstanden, und es gab für sie keinen Zweifel mehr, daß er sie liebte, unermeßlich liebte, und daß dieser Augenblick endlich doch gekommen war…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie wollten einander wohl etwas sagen, aber sie konnten es beide nicht. Tränen standen in ihren Augen. Beide waren sie bleich und abgemagert; aber in diesen kranken und bleichen Gesichtern leuchtete schon die Morgenröte einer neuen Zukunft, der völligen Auferstehung zu neuem Leben. Die Liebe hatte sie erweckt, das Herz des einen enthielt unerschöpfliche Lebensquellen für das Herz des anderen. Sie beschlossen zu warten und auszuhalten. Sieben Jahre hatten sie noch zu warten; bis dahin aber gab es noch soviel unerträgliche Qual und soviel unermeßliches Glück! Aber er war auferstanden, und er wußte das, fühlte es ganz und gar mit seinem neuen Wesen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Abend desselben Tages, als die Kasernen schon geschlossen waren, lag Raskolnikoff auf seiner Pritsche und dachte an sie. An diesem Tage schien es ihm, als ob alle Sträflinge, seine früheren Feinde, ihn mit anderen Augen ansahen. Er fing sogar selbst mit ihnen zu sprechen an, und man antwortete ihm freundlich. Er dachte darüber nach, aber es mußte wohl so sein: mußte sich denn jetzt nicht alles ändern? Er dachte an sie. Er erinnerte sich, wie er sie immer gequält und ihr Herz gepeinigt hatte; erinnerte sich ihres blassen, mageren Gesichtchens, aber sie quälten ihn jetzt fast nicht mehr, diese Erinnerungen: er wußte, mit welcher unendlichen Liebe er jetzt all ihr Leiden sühnen würde.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           (…)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch sie war diesen ganzen Tag in großer Erregung, und in der Nacht wurde sie sogar wieder ein wenig krank. Aber sie war so glücklich, daß sie fast erschrak vor ihrem Glück. Sieben Jahre, bloß sieben Jahre! Zu Anfang ihres Glückes waren sie beide in manchen Augenblicken bereit, diese sieben Jahre als sieben Tage zu betrachten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt, in diesem Sinne ist Vergebung nicht einfach nur „Schwamm drüber“, sondern ein sehr intensiver Prozess, der unser Leben öffnen kann und mich aus der Enge von Schuldzuweisungen und Schuldgefühlen befreit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und vor allem - und das scheint mir das allerwichtigste, es ist die Vergebung, die uns aus vielleicht manchmal lebenslangen negativen Bindungen heraus heraus holen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Solange noch Menschen bei uns „eine Rechnung“ offen haben, solange sind wir an sie gebunden, sind auf ihre Enge und Kleinheit bezogen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erst wenn wir aus tiefsten Herzen vergeben können, werden wir die Freiheit finden, nach der wir uns sehnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es geht dabei um jene Erfahrung der Liebe, in der unsere Wunden und Verletzungen heilen können. Dostojewskij hat sie eindrücklich beschrieben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn es darum geht, dann kann dabei die Therapie eine wichtige Rolle spielen. Durch die Arbeit mit Psychologen können wir eine Menge über uns und unsere Verletzungen erfahren und verstehen lernen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber die Heilung kommt aus einer anderen Ebene, die Dostojewskij in so packender Weise in seinen Romanen beschreibt und die Menschen immer wieder erfahren, wenn sie der LIEBE begegnen. Da können dann Menschen alles Gut und Böse, alles Aufrechnen, alles Werten und Richten hinter sich lassen und eine neue Art des Lebens, der Lebendigkeit beginnt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dostojewskij beschreibt das so: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber hier fängt schon eine neue Geschichte an, die Geschichte der allmählichen Erneuerung eines Menschen, die Geschichte seiner allmählichen Verwandlung, des allmählichen Überganges aus einer Welt in eine andere, der Bekanntschaft mit einer neuen, von ihm bisher völlig ungeahnten Wirklichkeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anmerkung: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist noch einmal eine besondere Herausforderung, in dem von mir beschriebenen Prozess der Vergebung, diesen dann auch auf sich selbst zu beziehen, also sich selbst vergeben zu können. Das ist manchmal eine noch grössere Herausforderung als anderen zu vergeben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 01 Nov 2023 13:17:04 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/schuld-und-vergebung</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Veränderung und Wandlung</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/veraenderung-und-wandlung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teisho Veränderung und Wandlung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf jedem Sesshin wird am Ende des Tages in der Abendzeremonie jener kleine Zen-Text gesprochen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Aus tiefstem Herzen sage ich euch allen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leben und Tod sind eine ernste Sache.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alle Dinge vergehen schell und kein Verweilen kennt der Augenblick.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darum seid achtsam und ganz gegenwärtig.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Zen wird immer wieder der Augenblick, das Jetzt ganz ins Zentrum der Übung gerückt. Es gibt immer nur dieses Jetzt, diesen Augenblick.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neben der schönen und tiefen Erfahrung, die wir immer dann machen können, wenn wir die Fülle und Tiefe des Augenblicks erleben, erfahren wir aber immer wieder auch, dass wir die Schönheit, das Glück, das wir gerade erfahren, nicht festhalten können. Wie sehr wir dies uns auch wünschen und es auch immer wieder versuchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anlässlich eines Beerdigungsgespräches erzählte mir einmal eine Mutter, die ihren Sohn schon sehr früh verlor, dass sie einmal mit ihrem Kind einen so tiefen Augenblick des Glückes erlebte, den sie mir so beschrieb: “Ich war in diesem Moment so glücklich, dass ich mich vor Glück am Schrank festhalten musste.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manche von uns kennen solche Augenblicke höchsten und tiefsten Glückes.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann wollen wir, dass diese Momente nie vergehen - oder wir möchten sie zumindest wiederholen, wollen diese wunderbare Erfahrung noch einmal so oder so ähnlich wieder machen, haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und in diesem Zusammenhang machen die meisten von uns dann auch die Erfahrung: das geht nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir können nichts festhalten. Unser Leben ist jener unaufhaltsame Strom, jener Fluss, der immer in Bewegung ist, sich wandelt und ständig sich verändert und uns oft genug in anderer, neuer Gestalt - manchmal völlig überraschend für uns selbst - entgegen kommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist die ständige Veränderung, die uns manchmal zu schaffen macht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und da gibt es kein Festhalten und auch keine Versicherung, die uns helfen könnten, unser Dasein in irgendeiner Form zu schützen oder gar zu sichern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was auf der lebenspraktischen Ebene oftmals nicht wirklich geht, nämlich unser Leben zu sichern, versuchen manche Religionen nun auf der göttlichen Ebene zu erreichen. Rituale, Gebete, Riten - auch mit Opfergaben -, versuchen das Leben von Menschen nun auf einer anderen Ebene zu schützen, und vor Schlimmen zu bewahren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber das Leben scheint oft genug unbestechlich und geht so seinen ganz eigenen Weg mit uns. Und wie oft habe ich in diesem Zusammenhang als Pfarrer Menschen voller Empörung klagen gehört, wenn sie mir sagten, dieser Mensch hat ein so untadliges und frommes Leben geführt, wie kann Gott das nur zulassen, dass es ihn nun so hart trifft?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so möchte ich in diesem Zusammenhang fragen, vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, dass wir uns vor den Veränderungen oder sog. Schicksalsschlägen in unserem Leben schützen, als vielmehr diese als eine Kraft anzunehmen, die uns wandeln und reifen lassen will und kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Hin und wieder habe ich von jener mich so sehr beeindruckenden Erfahrung als Krankenhausseelsorger erzählt, wo ein alter, sterbender Mann mir sagte:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Herr Pfarrer, ich habe mir noch immer meinen Kinderglauben bewahrt.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wäre das wirklich der Sinn unseres Lebens?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wäre das wirklich der Sinn von Religion, Menschen vor Veränderungen jeglicher Art, zu schützen und zu bewahren, und Erfahrungen, die unseren Glauben, unser Dasein bedrohen abzuwenden?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder ginge es gerade andersherum darum, auf unserem spirituellen Weg gerade durch die Veränderungen - und in diesem Zusammenhang manchmal auch durch Krisen hindurch - Wandlung, Verwandlung - und vielleicht auch Wachstum und Reifung zu erfahren?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lasst mich die beiden Begriffe Veränderung und Wandlung für dieses Teisho einmal genauer bestimmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mit
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Veränderung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            in diesem Zusammenhang meine ich jenen Prozess, dem wir alle unterliegen und den die Alten Griechen mit den Worten:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „panta rhei“ (Heraklit), „Alles fliesst“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , beschrieben haben. Damit sind jene Erfahrungen gemeint, die von Aussen auf uns zukommen, die wir nicht in der Hand haben, und die uns immer wieder dazu bringen, uns und unser Dasein an das anzupassen, was durch das äussere Leben auf uns zukommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist wohl unbestreitbar, dass wir mit unserem Leben in den äusseren Strukturen und in deren Veränderungen oft unausweichlich eingebunden sind, und aus denen auch niemand wirklich aussteigen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Aber wenn es uns gelingen kann, diese von aussen auf uns zukommende Kraft auf- und anzunehmen, dann geschieht nach innen hin mit uns eine
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wandlung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oft genug kommt uns dieser Prozess aber schwer an, weil wir gerne das haben und festhalten würden, in dem wir uns eingerichtet hatten und möchten, dass dies auch auf immer so bleiben sollte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber gerade die Krisen sind es, die uns immer wieder aus unseren Konzepten und lähmenden Gewohnheiten heraus reissen und uns dann, in einem manchmal sehr schmerzhaften Prozess, wieder in den lebendigen Fluss des Lebens bringen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein alter Chinesischer Meister, Hong-Zhi sagt:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           "Das Wesentliche ist, innerlich offen und flexibel zu sein und äusserlich ohne Hast auf die Dinge einzugehen. Sei wie der Frühling, der Blumen erblühen lässt, wie ein Spiegel, der Bilder widerspiegelt, und du wirst über allem Tumult erhaben sein.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn es uns gelingen kann unser Leben, in dem wir stehen, einmal ganz nüchtern zu betrachten, dann merken wir, dass all das, was so fest und sicher scheint, es im Grunde gar nicht ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In manchen Situationen blitzt es schlagartig auf, wie fragil, wie verletzlich unser Dasein ist, und wie buchstäblich von einem Augenblick zum anderen sich das Blatt unseres Lebens wenden kann und wie schnell wir mit „leeren Händen vor einem Berg von Trümmern stehen, wo wir doch glaubten, dass alles so sicher und unverbrüchlich sei.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte unser Leben nicht klein oder gar schlecht reden. Im Gegenteil, mir geht es um die Fülle und Schönheit unseres Dasein, um seine Würde und Grösse, in die hinein wir uns wandeln können, sollen, ja müssen - auch oftmals unter Schmerzen, weil alte Verletzungen und Konditionierungen, weil die Glaubenssätze, die wir von Kindesbeinen an gelernt haben, es verhindern wirklich frei und lebendig zu sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann merken wir es manchmal, dass das vermeintlich rettende Ufer gar nicht so da ist, wie wir immer glaubten. Auch das Ufer selbst ist Teil des ständigen Wandels, es gibt letztlich gar keinen festen Grund, auf dem wir uns sichern könnten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Sufi-Mystiker Kabir hat diesen wunderbaren Text verfasst:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu welchem Ufer willst du gelangen, mein Herz?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt keinen Weg und niemand,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           der dir vorangeht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was heißt schon Kommen und Gehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An jenem Ufer kein Boot
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und kein Fährmann das Boot zu verankern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da gibt es weder Himmel noch Erde,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           weder Zeit noch irgendein Ding,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           kein Ufer und keine Küste.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bedenke es wohl, mein Herz!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gehe nicht anderswohin.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das Leben ist ein Fluss und wir sind mittendrin, ja wir sind Teil dieses Fliessens. Wir gehören mitten da hinein. Wir selbst sind Fluss, sind lebendiges Fliessen. Und eben darum gib es
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           kein Ufer und keine Küste
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            …
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber das genau macht uns auch Angst und wir ergreifen lieber eine Wurzel oder einen Ast am vermeintlich sicheren Ufer, an dem wir glauben uns festhalten zu können. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oft genug meinen wir dann, dass unsere Glaubenssätze aus der Kindheit oder die wir von anderen übernommen haben, uns tragen oder gar retten könnten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wir sind Fluss, und wir sind Leben und wenn wir uns irgendwo anklammern, festhalten, anhaften, können wir nicht mehr mitfliessen. Unser Leben kommt zum Stillstand, wir verrennen uns in einem dunklen Tunnel und nichts bewegt sich mehr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Grunde sind dies dann Menschen, die zwar noch leben, aber innerlich allem Lebendigen völlig abgestorben scheinen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dabei sind die Argumente aus der Angst für unsere Ratio durchaus nachvollziehbar. Wir müssen uns unbedingt festhalten, denn das Fliessen des Flusses ist nicht berechenbar. Es könnte ein Fels kommen oder eine Stromschnelle oder andere, unkalkulierbare Gefahren könnten über uns herein brechen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben Angst vor der Lebendigkeit des Flusses, schliesslich wissen wir ja nicht wohin das führen wird. Und diese Angst macht es, dass wir festhalten und verkrampfen. Und oft genug suchen sich in diesen Momenten Menschen auch solche „Helfer“, die ihnen raten, ja halte fest, wo wirst du sonst hinkommen! Bleibe deinen Glaubenssätzen treu, wo wird dich das sonst noch hinführen! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber unsere Zweifel und Ängste lähmen uns. Und unsere vermeintlichen Gewissheiten lassen keine Veränderung, Wandlung, Reifung zu.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genau darum hat man manchmal auch von älteren und alten Menschen den Eindruck, dass sie in ihrem Leben eigenartig unreif und eng geblieben sind. Um das Bild aufzunehmen, dass sie wie unüberwindliche, feste Felsen scheinen, die im lebendigen Fliessen des Lebens starr und unverrückbar geblieben sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was wir brauchen ist Mut und gutes Vertrauen ins Leben, in den Fluss des Lebens selbst. Aber irgendwie trauen wir der Sache doch nicht ganz.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alte Verletzungen, Erfahrungen aus der Vergangenheit, Verbote, Tabus halten uns zurück.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist aber wichtig, dass wir unser Vertrauen ins Leben finden. Und das ist oftmals auch das Vertrauen zu uns und unserem Leben selbst. Dass wir jenem lebendigen Fluss, der unser Leben von Anfang war und der es auch getragen hat, in uns entdecken und spüren und leben lernen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natürlich wird es auf dieser Fahrt dann immer wieder auch Stromschnellen geben. Wir werden auch Felsen in der Brandung begegnen aber wir müssen uns davor nicht fürchten, denn je öfter wir auf dem Fluss uns solchen Situationen stellen um so leichter können wir lernen auch diese zu meistern. Und manchmal wird auch der Fluss unseres Lebens ruhig dahin fliessen. Wir werden die Schönheit und die immer neue Fülle unseres Daseins auf dieser Reise erfahren und spüren - und sie wird unser Leben wunderbar erfüllen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir erfahren wie Schmerz uns wandeln kann, wie alte Wunden zu heilen beginnen und wie gerade darin Wandlung und Reifung geschieht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt Phasen in unserem Leben, wo wir manchmal ziemlich abrupt zu einer Änderung unseres Lebens mehr oder weniger gezwungen werden. Z.B. wenn eine Krankheit uns deutlich signalisiert, dass wir den bisherigen Lebensstil so nicht mehr fortsetzen können, dürfen. Aber auch, wenn Beziehungen zerbrechen oder sich verändern. Wenn wir Partner/innen oder Freunde verlieren. Wenn durch Krankheit oder Tod eines uns nahen Menschen mit einem Male sich unsere ganze Lebenssituation völlig verändert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann passiert es, dass wir durch eine äussere Veränderung zu einer inneren Wandlung genötigt, ja fast gezwungen werden, weil es eben keinen anderen Ausweg mehr gibt und wir uns einfach nur noch der Realität stellen müssen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das kann in der Tat Menschen dazu bringen zu erstarren und zu verhärten. Das kann aber auch dazu helfen, dass Menschen sich noch einmal dem Leben öffnen und so durch die Krise hindurch wieder ganz neu mit dem Leben sich verbinden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber es gibt auch die andere Erfahrung, nämlich, dass die Verwandlung allmählich und langsam sich vollzieht. Ein langsamer Wandel unseres Lebens, unseres Wesens geschieht. Das ist oft über längere Zeiträume hinweg und manchmal merken wir dies selbst gar nicht so genau. Und da ist es gut, wenn andere Menschen es uns sagen können, wieviel sich in und an uns gewandelt hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wie auch immer, ob es plötzlich kommt, dass Ereignisse in unser Leben treten und uns zu einer Veränderung, Wandlung nötigen oder ob es ein langsamer Prozess der Wandlung und Reifung in unserem Leben ist, ich glaube, dass die einfache, regelmässige Übung des Sitzens in der Stille, uns in allen Lebenssituationen helfen kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jene einfache Übung, in der es immer wieder nur darum geht, mich in der Stille, im offenen Raum des Lebens wahrzunehmen und an nichts anzuhaften und mich in dem auszuhalten, was gerade auf meinem Lebensweg ist. Das allein schon kann uns helfen, dass sich unser Leben in einer guten Weise immer wieder neu ordnen und zur Reifung kommen kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dadurch, dass mehr und mehr die vielen Gedanken und Emotionen, die „Hamsterräder“ in denen wir uns oftmals so aufgeregt bewegen, zur Ruhe kommen, beginnt ein Prozess der Wandlung und ein Weg, der uns immer mehr in die eigene Tiefe führt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so wie jeder Fluss, der sich dem Meer nähert, immer tiefer, breiter und auch ruhiger wird, so kann es mit unserem Lebensfluss, mit unserem Leben selbst, auch geschehen. Stromschnellen und Felsen, Flussengen und Strudel liegen nun auf der Reise ins Meer weit hinter uns. Vor uns liegt dann das Einswerden mit allem, was schon immer da war und auch immer schon ist: das Meer, das Wasser, das fliessende Leben selbst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           H.Hesse
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stufen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In andre, neue Bindungen zu geben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An keinem wie an einer Heimat hängen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (4. Mai 1941)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 01 Oct 2023 12:29:45 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/veraenderung-und-wandlung</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>LIEBE 1 und 2</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/liebe-1-und-2</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teisho Liebe I
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Liebe, von Güte erfüllt, sprach:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Freundin! Was wünscht ihr von mir?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich umfasse alles, was war, was ist und was sein wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin mit allem erfüllt. Nehmet von mir, soviel ihr nur wollt!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wollt ihr alles von mir, so erhebe ich keinerlei Einspruch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sagt, meine Freundin! Was wollt ihr von mir?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin die Liebe, die ich mit aller Güte erfüllt bin:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was immer ihr wollt, wir wollen es auch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Freundin! Sagt uns aufrichtig euren Willen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darauf antwortete ich sofort, dass ich ein reines Nichts sei. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein reines Nichts hat niemals je irgendwelchen Willen gehabt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich will nichts. Die Güte der Liebe geht mich nichts an.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur sie selbst ist wahrlich ganz ausgefüllt!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie ist; nichts ist, es sei denn aus ihr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und darum sage ich, dass mich dies ganz und gar sättigt,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und so genügt es mir
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (Marguerite Porete)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein eigenartiger Text, der in fast gegensätzlicher Weise um das Geheimnis der Liebe kreist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Welche Erfahrung von Liebe mag da wohl dahinter stehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           I
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe, wohl das tiefste wie auch abgedroschenste Wort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Erich Mielke, der Chef der Stasi, der ehemaligen DDR, sagte in einer Rede in einer Volkskammersitzung 1989 zu den Abgeordneten:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Ich liebe euch doch alle! Ich liebe euch“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und dafür erntete er von einigen der Abgeordneten nur Hohn und Spott. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das andere ist, dass Menschen von dem tiefen Angerührt-Sein von der Göttlichen Liebe, nach Worten suchen, um ein Verstehen ringen, was sie da an tiefer Erschütterung erfahren haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist LIEBE?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und können wir zwischen menschlicher und göttlicher Liebe trennen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und was, wenn überhaupt, können wir von der Liebe erfassen und auf welche Weise?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dem Denken, dem Verstand scheint sie nicht zugänglich zu sein. Erich Fried hat es in seinem Gedicht versucht: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was es ist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist Unsinn
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Vernunft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist was es ist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Liebe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist Unglück
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Berechnung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist nichts als Schmerz
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Angst
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist aussichtslos
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Einsicht
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist was es ist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Liebe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist lächerlich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt der Stolz
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist leichtsinnig
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Vorsicht
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist unmöglich
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Erfahrung
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist was es ist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sagt die Liebe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie aber könnten wir dann uns über die Liebe verständigen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zunächst möchte ich festhalten, zum Thema Liebe sind wir alle Experten und zugleich auch immer wieder Anfänger, Suchende, Fragende, Menschen, die immer wieder einmal neu zu buchstabieren versuchen, was wir einheitlich damit meinen, wenn wir das Wort LIEBE aussprechen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           II
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein grundlegender Gedanke für mein Teisho ist, dass wir
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           nicht zwischen göttlicher und menschlicher Liebe unterscheiden können
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            . Jede Form von Liebe, die wir erfahren, ist eine Facette, ein Teil
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           der LIEBE
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darum möchte ich versuchen zunächst von der Liebe zu erzählen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerne möchte ich jetzt einmal die verschiedenen Formen von Liebe, die uns in unserem Leben begegnen, betrachten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir biografisch uns dem Thema nähern, dann stossen wir als erstes auf die Mutter-Kind/Eltern-Kind Liebe:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           auch wenn es manchmal äusserlich schwierige Situationen geben mag, die Geburt eines Kindes, dem Wunder des Lebens so ganz unmittelbar begegnen zu dürfen, ist für die meisten Menschen eine überwältigende Erfahrung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           viel Glück und Freude; ein Geben und Nehmen von Mutter/Eltern und Kind ….
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           aber auch unglaubliche Anstrengung, durchwachte Nächte, genervte, erschöpfte Eltern ….
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und dennoch, bei allem entsteht ein Raum, in dem wachsen und Entwicklung möglich werden. Auch in- und durch die Pubertät hindurch scheint es bei aller Anstrengung und Auseinandersetzung eine Kraft zu geben, die in und bei allem Schwierigen stärker ist und uns immer wieder neu öffnet und weiter führt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses Öffnen und Weiterführen ist aber oft auch mit der intensiven Erfahrung des Lassen-müssen verbunden. Die Liebe zum Kind gebietet, dass wir es zu bestimmten Zeitpunkten immer wieder lassen- loslassen müssen. Denn die Liebe gibt frei, lässt Raum, damit ein Mensch eigenständig wird, sich entwickeln kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses Loslassen fällt uns oft so unendlich schwer, weil wir glauben, dass wir dann etwas verlören, wenn wir nicht festhalten. Aber genau das Gegenteil ist der Fall, dass gerade dann, wenn die Liebe frei ist und sich entfalten kann, oftmals erst dann eine grosse Intensität von Nähe und Verbundenheit entsteht und das Lieben eine noch grössere Tiefe erfährt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In besonderer Weise konnte ich das in der letzten Zeit noch einmal im Gefängnis erleben: Stephan-Mutter - &amp;gt;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               Liebe überschreitet die Grenzen von Moral, Anstand und Sitte, von Schuld und Verurteilung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           III
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Manche von uns kennen dann auch die nächste so intensive Erfahrung von Liebe. Sie begegnet uns zum ersten Male in der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Pubertät in ihrer unglaublichen Kraft und Intensität
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           . Oft erfahren Menschen diese Kraft auch weiter noch in anderen Phasen ihres Lebens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Ekstase, das herausgerissen werden aus dem Alltäglichen, Konventionellen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ein Mensch verliebt ist, dann brennt und lodert er vor Liebe, er ist ausser sich. Und das sind nicht nur hormonelle, physiologische Körperreaktionen, obwohl es diese auch sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Prozess überschreiten Menschen Grenzen und Konditionierungen. Da wird manches an bisherigem, festgefahrenem Leben geöffnet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lieben ist so immer auch ein Prozess der Öffnung und Veränderung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das fühlt sich oft grossartig an - aber auch schmerzhaft und schrecklich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           R. Mey hat es in einem seiner Liebeslieder einmal so formuliert:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Noch einmal hab´ ichs gelernt, wie wenig wichtige Dinge es gibt, in der Angst zu verlieren was man liebt. Noch einmal hab´ ichs gelernt, von dir gelernt.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Phase des Liebens ist wie eine Neugeburt mit all ihren Freuden und Herausforderungen und Schmerzen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen, die verliebt sind, erfahren eine Öffnung, haben eine erweiterte Wahrnehmung, nehmen Dinge wahr, die anderen verschlossen sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein guter Freund von mir erzählte mir, wie er im reifen Mannesalter in dieser Phase mit seiner Frau intensive Erfahrungen machte und über grosse Entfernungen hinweg sich beide in ihren Befindlichkeiten wahrnehmen konnten. Er selbst ein sehr erfolgreicher Psychologe hat aus diesem Erleben einen Vortrag gemacht, in dem er über Synchronizitäten, die er in dieser Phase erlebt hatte, berichtete und so das erweiterte Wahrnehmungsvermögen von Liebenden dokumentierte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr kennt die Sprüche in diesem Zusammenhang:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Die rosarote Brille, die Menschen angeblich in dieser Situation aufhaben.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und „dass die Liebe blind mache.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ganze Gegenteil scheint aber der Fall zu sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen in diesem Erleben können deutlich mehr und intensiver wahrnehmen, haben Antennen für andere Menschen und sind in einer Wahrnehmungsebene, die das Alltägliche weit übersteigt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir einen Menschen lieben, dann nehmen wir ihn in seiner Schönheit, Würde und Grösse wahr. Wir können sein Potential wahrnehmen und das gelingt uns nur, weil wir mit den Augen des Herzens sehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           F. Dostojewskij schreibt in einem Brief an seine geliebte Frau, dass die Liebe uns den Blick für die Schönheit des anderen öffne und wir seine Anlagen und Möglichkeiten aus ihm heraus lieben können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein schöner Gedanke, die Möglichkeiten und Fähigkeiten aus dem anderen heraus zu lieben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit möchte ich an das eingangs schon Formulierte erinnern, dass die LIEBE unteilbar ist und wir in allem Lieben auch immer der LIEBE begegnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Stadium der Verliebtheit nehmen wir immer wieder wahr, wie in uns und im anderen die grosse Fülle des Lebens lebendig wird und wir mit einem Male die Weite und Schönheit unseres Dasein spüren  - und auch erleben können. Wir nehmen Aspekte der Wirklichkeit wahr, die uns zu anderen Zeiten völlig verschlossen sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           R. Mey beschreibt es in einem seiner Liebeslieder so:
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           NOCH EINMAL HAB' ICH GELERNT 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal hab′ ich gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie man aus einer Quelle trinkt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie schnell ein Stein in den Wellen versinkt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal hab' ich′s gelernt, noch einmal gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Namen der Gräser, der Sträuche und Schleh'n
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die der Gestirne, die über uns steh'n
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal hab′ ich′s gelernt, von dir gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal hab' ich gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie man aus zwölf Zahlen die Uhrzeit liest
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie langsam, wie schnell eine Stunde verfließt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal hab′ ich gelernt, noch einmal gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dass in jeder Freude ein Unterton schwingt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In dem eine dunkle Vorahnung klingt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal hab' ich gelernt, von dir gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von dir hab′ ich gelernt,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie wenig wichtige Dinge es gibt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der Angst zu verlieren, was man liebt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von dir hab' ich gelernt, von dir gelernt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor allen Zweifeln und Spöttern zu wagen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ganz einfach Ich liebe Dich zu sagen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von dir hab′ ich es gelernt, von dir gelernt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Lieben, das wir jetzt erfahren, löst enge Grenzen der Vereinzelung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was mag Schiller, was mag Beethoven erfahren haben als sie den Text und die Musik schrieben:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Seid umschlungen Millionen, diesen Kuss der ganzen Welt…“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            - ihr kennt es alle aus der 9. Symphonie von Beethoven.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tönt nicht auch da die grosse, tiefe Erfahrung des Liebens hindurch?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind nicht unsere Grenzen, die unser Leben oftmals so klein und eng machen, nicht eigentlich die, die uns blind machen für die Wirklichkeit? Entlarven sie nicht letztlich unsere kümmerliche Minderwertigkeit und kleinbürgerliche Selbstgerechtigkeit und Enge?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bekommen wir im Lieben vielleicht einen Geschmack von Freiheit, Weite, Schönheit und Grösse unseres Daseins?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Haben wir durch das Lieben vielleicht eine Ahnung von dem, was wir wirklich sind, glückliche Wesen, Wesen der Liebe, des Liebens?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir erfahren die Grösse und Schönheit und Würde unseres Daseins, das sich in so unvergleichlicher Weise immer wieder neu entfalten und gestaltet werden will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           IV
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir alle wissen, dass dies Phase oftmals
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           nicht ein ganzes Beziehungsleben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            geht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dennoch ist es vielleicht gut, wenn man sich einmal an die Anfänge, die erste Begegnung mit ihrer grossen Fülle und Schönheit erinnern kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In meiner Zeil als Pfarrer habe ich Brautpaaren vorgeschlagen …..
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie sollten sich einen Merkposten schaffen, was am jeweils andere/n für sie wichtig war, was sie in ihr/ihm schätzen, wenn der graue Alltag - oder intensive Auseinandersetzungen ihr Miteinander bestimmten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn die grosse Intensität der ersten Liebe vorüber ist, erfahren Paare dann oft, wie der normale Alltag mit seinen Anforderungen ihr Leben bestimmt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um es im Bild zu sagen - aus dem lodernden Feuer ist nun die ruhige, wärmende Glut geworden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Da ist
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sicherheit, Vertrautheit und Verlässlichkeit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , die nun unser Leben bestimmen. Mehr und mehr ist ein Fundament geworden, auf dem sich das Miteinander gründen kann. Manchmal geschieht es dann, dass so nun Raum entsteht, wo es dann plötzlich möglich wird, dass der jeweils andere etwas von dem zeigt, was auch sonst noch in ihm steckt. Alte Muster, Konditionierungen, Wunden und Verletzungen aus längst vergessenen Tagen haben nun den Raum, um sich zu zeigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es entstehen manchmal schwierige Momente, wo wir uns in unserem Sosein einander zumuten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und mir scheint das wichtig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Schriftsteller Elias Canetti hat es einmal so formuliert:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Menschen können sich nur einander erlösen. Darum verwandelt sich Gott als Mensch.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das was die Psychologen als Projektionen beschreiben, wo Menschen ihre eignen Probleme und Nöte auf andere projizieren, in der Hoffnung, dass sie diese beim anderen lösen und erlösen können, scheint mir eine ganz wichtige Möglichkeit der Veränderung und Heilung zu sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erst, wenn ich weiss, dass ich mich dem anderen, so wie ich bin, zumuten kann, wenn ich erfahre, dass er mich so wie ich mich gerade zeige, aushält, wird es möglich sein, dass alte Muster sich lösen können und alte Wunden heilen werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das geht aber nur, wenn das Gegenüber nicht in die Gegenprojektion geht: „aber duuuu….“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann ist man ineinander verstrickt und verheddert und kommt nur schwer aus dem Ganzen wieder raus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und noch ein anderes geschieht, wenn das lodernde Feuer der Liebe zweier Menschen ruhiger wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist es am Anfang nur der eine Mensch, auf den wir ganz fixiert sind: „du, du, nur du allein …“ so kann sich unsere Aufmerksamkeit, unsere Liebe auch auf andere Menschen hin weiten. Wir merken dann, dass es nicht nur einen Menschen gibt, der alle unsere Interessen und Möglichkeiten, die in uns liegen, abdecken kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser Bewusstsein weitet sich und wir verstehen, wie wichtig es ist, auch mit anderen Menschen gemeinsame Interessen zu haben und zu teilen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Freundinnen, die Freunde bekommen wieder einen grösseren, wichtigeren Stellenwert im Leben eines jeden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser Leben weitet sich noch einmal, weil wir merken, dass der eine geliebte und vertraute Menschen und die anderen Menschen, denen wir nahe sind, keine Gegensätze sein müssen, sondern die Grösse und Weite der Liebe noch einmal neu entdeckt und verstanden wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir von Freundin oder Freund reden, dann kann das aber sehr unterschiedliche Intensität haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Schriftsteller, Philosoph Michel Montaigne  (Montaigne war verheiratet und es ist nichts darüber bekannt, dass er jemals homosexuelle Tendenzen gehabt habe. Er hat sich mit 38 Jahren aus dem aktiven „Geschäft“ der Politik auf seinen Landsitz zurückgezogen und war in dieser Zeit der Berater von 5 Königen.) hat einen ganz wunderbaren Text über die Freundschaft verfasst und ich möchte gerne da einige Stellen daraus zitieren: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           S. 111: ….
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei dem, was wir gewöhnlich Freunde oder Freundschaft nennen, handelt es sich allenfalls um nähere Bekanntschaft, die bei gewissen Anlässen oder um irgendeines Vorteils willen geknüpft wurden und uns nur insoweit verbinden. Bei der Freundschaft hingegen, von der ich spreche, verschmelzen zwei Seelen und gehen derart ineinander auf, dass sie sogar die Naht nicht mehr finden, die sie einte. Wenn man in mich dringt zu sagen, warum ich Étienne de la Boétie liebte, fühle ich, dass nur eine Antwort dies ausdrücken kann: „Weil er er war, weil ich ich war.“ [...] Die einmalige, die alles überragende Freundschaft entbindet von allen sonstigen Verbindlichkeiten. Ein Geheimnis, das niemand anderem zu enthüllen ich geschworen habe, kann ich, ohne einen Meineid zu begehen, dem mitteilen, der kein anderer ist: Er ist ich [...].
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was Montaigne da über die Freundschaft schreibt, könnte problemlos durch den Begriff Liebe ersetzt werden und wir würden diesen genauso verstehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von der Schriftstellerin Lou Salome gibt es einen ganz ähnlichen Text, in dem sie ihre Liebe zu dem Schriftsteller Rainer Maria Rilke schreibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           V
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man sich klar macht, dass Montaigne verheiratet war und sich vor Augen hält, was er da über die Freundschaft schreibt, klingt ein Thema auf, das wohl auch ganz wichtig zur Liebe dazu gehört: die Eifersucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und damit kommen wir zu einem zentralen Thema von Liebe, nämlich was ich anfangs schon im Blick auf unsere Kinder angesprochen habe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Thema heisst Freiheit und in der Kraft der Liebe zu verstehen, dass wir den/die andere/n nicht haben, nicht besitzen können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe kann sich nur in einer grossen Freiheit immer neu erlieben und vertiefen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und vielleicht ist es gerade das, was zunächst bedrohlich und feindlich scheint, und wenn wir uns dem stellen, gerade dies uns in ein grosses und tiefes Lieben führen kann.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wenn es gelingen kann,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eifersucht und Besitzanspruch
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           , das ist meine Frau, das ist mein Mann in den offenen Raum des Liebens zu bringen, dann kann, vielleicht auch durch Krisen hindurch, eine tiefe Erfahrung von einer reifen und umfassenden Liebe gemacht werden. Dann können wir vielleicht immer mehr in jenen Raum hinein wachsen, den die spirituelle, die göttliche Liebe meint.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber da sind wir wohl als Menschen und auch in der Erfahrung unserer Liebe gefordert. Wie tief können wir uns in die Liebe hinein versenken, sodass Gegensätze verschwinden und wir uns in einem Raum finden, in dem wir merken, wie wir bei allem und in allem mit allem verbunden sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           VI
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit dem nächsten Gedanken möchte ich das eben Gesagte aufnehmen und auch das Teisho heute abschliessen und auch schon einen Ausblick auf den zweiten Teil dieses Vortrages machen, in dem es genau um das gehen wird, was ich schon angedeutet habe, um die sog. göttliche Liebe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Weltbilder der Menschheit haben sich auf dem Hintergrund ihrer Lebenserfahrung immer wieder geändert. Das Weltbild der Menschen sagt immer auch etwas über ihren Bewusstseinsstand aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In unserer Zeit wird immer wieder, vor allem von der Quantenphysik, vom
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           holistischen Weltbild
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            gesprochen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was meint das?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ein Holon ist Teil eines ganzen und nur so kann es existieren. Z.B. der menschliche
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Körper
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            : Zelle : Organ : Körper…. oder
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           unsere Welt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           : wir sind ein Ganzes und alles ist mit allem verbunden, wenn sich ein Teil aus dem ganzen löst, ist es dem Tode geweiht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Menschen, die das holistische Weltbild vertreten, sagen nun, dass alles miteinander in Beziehung steht und auch miteinander verbunden ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ein Einzelnes sich abgrenzt, sich aus dem Ganzen heraus nimmt, so hat es keine Chance zu überleben und wird verkümmern oder sterben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für mich ein schöner Gedanke, wenn wir diesen auf die Liebe anwenden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn Liebe im Festhalten und haben-wollen, besitzen-wollen festhält, wird sie sterben und ersticken. Wenn sie sich aber zum Ganzen hin immer wieder neu öffnen kann, werden Menschen ihre grosse Fülle und Schönheit erleben. Und in diesem Zusammenhang scheint mir dann die Erfahrung der bedingungslosen Liebe, die wir als Baby erfahren und dem Erleben der Verliebtheit, und dem Gestalten einer tiefen, reifen Liebe, ein immer neues Angerührt werden zu sein, das mehr und mehr vertieft und entfaltet werden will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Liebe führt uns immer mehr in die tiefe Verbindung mit dem Ganzen und verbindet anstatt zu trennen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Teisho Liebe II
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerne möchte ich zunächst noch einmal an den ersten Teil des Teishos anknüpfen und mir zwei wichtige Gedanken zum Thema Liebe aufnehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der eine ist die Wahrnehmung, dass in der Erfahrung von Liebe unsere oftmals engen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Grenzen erweitert
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            werden und Leben so noch einmal eine neue Intensität und Fülle und Schönheit erfährt. Ich hatte es exemplarisch versucht in verschiedenen Lebensabschnitten, wie der
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kindheit
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            , dem Erleben von Liebe als
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jugendliche
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            und dann auch im
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           reifen Alter
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            zu verdeutlichen:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe erweitert unser Bewusstsein und öffnet uns für die Intensität von Leben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der zweite Gedanke, der mir in diesem Zusammenhang auch noch sehr wichtig scheint, ist die Frage, wie wir unser Leben, unsere Welt wahrnehmen? Und da habe ich auf das
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           holistische Weltbild
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            aufmerksam gemacht.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Der Begriff Holon von griech. ὅλος, hólos und ὀν, on
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „das Teil eines Ganzen Seiende“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was in unserem Zusammenhang meint,
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebe ist nur Liebe, wenn sie aufs Ganze bezogen bleibt, wenn sie sich öffnen und immer wieder neu auch in Beziehung setzen kann und so eins werden kann mit dem Ganzen. Die Mystiker sprechen in diesem Zusammenhang von der sog. Einheitserfahrung, dem All-Einen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerne möchte ich die Formulierung wagen, dass wir alle diese Liebe in uns tragen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir alle kennen wohl diese tiefe Sehnsucht nach Liebe. Wir möchten anerkannt sein, sehnen uns nach Wertschätzung, möchten geliebt werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wir sind bereit, für diese Liebe viel zu geben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um geliebt zu werden, sind Menschen manchmal bereit, sich bis über  ihre Grenzen hinweg aufzuopfern, ihr letztes zu geben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wieviel halten Menschen manchmal aus, sagen nicht, was sie wirklich denken, was sie eigentlich gerne möchten; zeigen nicht ihr wahres Gesicht, nur aus der Angst heraus, dass der/die andere mich vielleicht so nicht mögen könnte? Mich ablehnen oder gar nicht lieben wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einige haben es schon in der frühen Kindheit gelernt - und dieses Gelernte sitzt oftmals sehr tief.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser furchtbare Satz, der sich tief in ihr Leben gebohrt hat: „Wenn du so „böse“ bist // wenn du dies nicht tust, oder das tust, hat dich Mama/Papa nicht mehr lieb.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie oft passen sich Menschen nun an, nur um die Zuwendung und „Liebe“ von anderen zu bekommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir brauchen manchmal lange bis wir es verstehen, wenn wir die Liebe im Aussen bei und von anderen suchen, bleiben wir auf diese angewiesen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so sind die Kontakte zu anderen oftmals unausgesprochene Bitte, die immer mit uns geht, hab‘ mich doch lieb.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und diese Bitte, dieses den anderen um Liebe zu bitten, macht uns zu Bettlern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir finden den Reichtum, die Fülle der Liebe aber nicht bei einem anderen Menschen. Denn solange die Liebe auf andere gerichtet ist und sich von ihnen abhängig macht, sind wir in unserem Lieben auch abhängig von den anderen. Und wenn sich der eine bewegt, zieht er den anderen mit …
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist die eine Seite, dass wir uns nach Liebe sehnen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kehrseite dazu ist, dass manche von uns aus ihrer christlichen Erziehung diese Forderung kennen, du sollst deinen Nächsten lieben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr kennt meine Gedanken dazu… 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie könnten wir, wenn wir Bettler sind und uns nach Liebe im oben genannten Sinne sehnen, Liebe geben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur derjenige, der die Fülle und Schönheit der Liebe selbst erfahren hat, kann sie aus der Erfahrung der Fülle heraus auch weitergeben, frei verschenken, fliessen lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oft sagen Kritiker, dass diese Liebe zu sich selbst nichts anderes als Egoismus wäre.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber gerade umgekehrt ist es, nur wer dieses tiefe Ja des Liebens bei sich selbst erfahren hat, kann auch diese weitergeben an Menschen, die ängstlich oder ärmlich die Liebe zu anderen hin zu leben versuchen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den wichtigen Satz von Jesus dazu kennt ihr alle, der meint nur aus der Fülle kann ich geben. Ein Bettler hat eben nichts zu verschenken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Thich Nhat Hanh meint dasselbe, wenn er sagt:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebende Güte ist die Grundlage des Übens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du kannst niemanden lieben, solange du dich nicht selbst liebst und gut für dich sorgst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In Dokusangesprächen taucht dann immer einmal die Frage auf, aber wie geht denn das, sich selbst zu lieben? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ist das nicht Egoismus, wenn ich mich selbst liebe und mich nur noch um mich kümmere?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach meiner Wahrnehmung ist ein Egoist jemand, der nur sich selbst sieht und um sich kreist und nie genug bekommen kann. Der einzig und allein im sog. Habenmodus lebt. Und das hat in der Tat nichts mit Liebe zu tun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das was die Mystiker/innen mit Liebe meinen ist die tiefe Hingabe an sie.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach meiner Wahrnehmung ist das weniger ein aktives Tun als vielmehr ein lassen, ein mich hineinziehen lassen in die tiefe Erfahrung des Liebens. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mystiker berichten immer wieder davon, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mechthild von Magdeburg:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „So wirst du von Liebesfeuer erfüllt,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           das dich hier so sättigt und stillt,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           du darfst mich nicht mehr lehren,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ich mag mich nicht von der Liebe kehren,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ich muss mich ihr gefangen geben,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ich mag nichts anderes mehr leben,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           da wo sie wohnt, muss ich bleiben,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           sowohl im Tode und im Leben,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           das ist der Toren Torheit,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           welche leben ohne Herzeleid.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ich dabei bleibe, was ich im ersten Teil des Teishos gesagt habe, dass es nur die eine Liebe gibt und wir diese nicht in menschliche und göttliche Liebe aufspalten können, dann ist alle Liebe, die wir durch und mit anderen Menschen erfahren auch ein Hinweis auf eine Liebe, die frei ist und tiefer noch und umfassender. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So wie ich im ersten Teil versucht habe darzustellen, wie die Liebe in den einzelnen Lebensphasen uns immer wieder dazu bringt uns zu öffnen und unser Leben zu weiten, so führt uns das spirituelle Erleben von Liebe in eine noch universellere Erfahrung von LIEBE.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alle Mystiker berichten von dieser - im Grunde nicht sagbaren - Erfahrung:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Rumi, der Sufi-Mystiker hat in immer neuen Anläufen versucht das Geheimnis der Liebe zu erfassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einige Verse von ihm sagen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „In dem Augenblick,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           da ich meine erste Liebesgeschichte hörte,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           begann ich Ausschau zu halten nach Dir.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und merkte nicht,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           wie blind ich war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebende begegnen sich nicht endlich irgendwo.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie sind schon immer ineinander.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Welch wundersames Schicksal, hier zu sitzen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sogar am anderen Ende dieser Erde
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           würden wir beisammen sitzen - Du und ich.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine wunderbare Erfahrung, die Menschen, ich habe es eben schon erwähnt, in ihren Liebeserfahrungen / Beziehungen schon immer gemacht haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Sätze von Rumi könnte ein/e Mutter/Vater auch in Bezug zu ihrem neugeborenen kleinen Kind sagen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die ersten Erfahrungen der Jugendlichen mit der Liebe - und manchmal auch der erwachsenen Menschen - spiegeln die Sätze Rumis.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und auch das Erleben der Liebe im Alter kann das bestätigen, was der Mystiker beschreibt: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           unsere Liebesgeschichten sind ein Anruf aus der anderen Dimension der Liebe, der grossen, tiefen, umfassenden Liebe, des grenzenlosen Liebens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Rumi, schon meine erste Liebesgeschichte war ein Ausschau halten nach dir.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da ist es wieder, wir können die Erfahrung des Liebens nicht aufspalten. Jedes Lieben, wie auch immer es sein mag, ist ein Hinweis auf jene andere Liebeserfahrung, die das Personale übersteigt, so Rumi.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jede Liebe, die wir erfahren, will uns auf jene andere Liebe hinweisen, die jenseits unserer Ich-Struktur liegt. Unsere „Übung“ liegt nun darin, dass es uns gelingen kann, unsere Ich-Ebene zu übersteigen, d.h. unser Erleben von Liebe aus der personalen Enge zu weiten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn diese Liebe erfahren wird, tauchen wir Menschen mit einem Male in eine ganz andere Dimension unseres Dasein ein. Und diese Erfahrung bringt uns in eine Welt, die nicht mehr nur mit dem Verstand zu fassen ist. Wir werden über die Logik, über den Intellekt, das Denken hinaus geführt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Osho hat diesen Prozess sehr schön im folgenden Text beschrieben:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meditation ist nicht gegen das Denken; sie geht über die Gedanken hinaus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du wirst vollkommen nackt, wie du wirklich bist: ohne Maske, ohne Gewand, einfach wie ein kleines Kind. Und das sind die grossen Augenblicke des Lebens, wenn die Liebe auf dich herabzuregnen beginnt, und du Gottes Geliebter wirst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Osho deutet es an, diese Liebeserfahrung, die das Personale übersteigt, zieht uns in eine Ebene, wo Grenzen überstiegen werden und eine Erfahrung von tiefer Einheit entsteht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die holistische Erfahrung von Welt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal Rumi, der das eben Gesagte in seinen Bildern beschreibt:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man sagt, die Liebe öffne eine Tür
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           von einem Herz zum anderen;
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           doch wo es keine Mauer gibt, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           wo soll da eine Tür sein?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist die tiefe mystische Erfahrung, wenn wir in unserer Übung die trennenden Wände/Mauern von Zweifeln und Ängsten, von Urteilen und Vorurteilen, von Intellekt und Emotionen einmal übersteigen können, dann wird unser Blick auf das Leben, die Welt ganz neu und ganz anders.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sehen und hören und nehmen die Welt plötzlich mit ganz anderen Augen wahr. Eine vollkommen neue Qualität von Leben entsteht mit einem Male.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und das ist nichts Grosses oder Anstrengendes, was man erreichen, sich erarbeiten müsste. Es ist eher ein sich lassen, sich einlassen. Johannes vom Kreuz sagt, es ist ein
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           schlichtes Aufmerken der Liebe
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber da ist sie wieder, die Frage wie soll das gehen, wie soll das sein, dieses Aufmerken der Liebe?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und mit diesem Fragen kommen wir wieder an jene Grenze des nicht mehr Sagbaren, an jene Stelle, wo wir merken die Liebe ist kein Gegenstand / Objekt, das wir in irgendeiner Weise „haben“, untersuchen, definieren oder gar besitzen könnten. Die Liebe steht uns nicht zur Verfügung, so dass wir sie haben oder gar einsetzen könnten. Und doch verwandelt sie unsere Welt und sie kann das Leben eines einzelnen Menschen von Grund auf verändern und durchdringen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wie könnten wir es beschreiben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Osho hat es in einem schönen Vergleich versucht:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Die Liebe ist wie eine Blume und die schönste von allen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie ist unsichtbar, denn sie wächst im Herzen. … Sie öffnet sich im Herzen, aber ihr Duft verbreitet sich weiter, er erreicht auch andere Menschen. Und sie duftet so sehr, dass dieser Duft die ganze Existenz erfüllen kann ….
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer wenn das Herz eines Menschen eine Blume der Liebe geworden ist, wird die gesamte Existenz gesegnet.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In dem was Osho hier sagt, wird deutlich, dass es bei der Liebe in diesem Sinne nicht um eine in sich geschlossene, introvertierte Kraft, die ein Mensch für sich persönlich haben oder gar besitzen könnte, handelt. Liebe in diesem Sinne hat etwas mit geben, sich hin- und hergeben, mit fliessen zu tun. Rainer Maria Rilke hat es so schön formuliert: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Je mehr Liebe man gibt, desto mehr besitzt man davon.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht kann das auch ein schönes Bild für unsere Meditationspraxis sein, das Aufblühen und Wachsen, wie eine Blume.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt nicht wenige Mystiker, die zwischen der Meditationspraxis und der Erfahrung von einer tiefen, mystischen Liebe, eine enge Verbindung sehen. Und vielleicht geht für manche das Erlernen der Meditation mit dem Erlernen und Erfahren von Liebe einher.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so wie unsere Meditationspraxis ein ständiger Weg des Wachsens, des Reifens, der Veränderung ist, so ist es auch mit der Erfahrung der Liebe. Immer, wenn Menschen sich in diese Kraft stellen, verändern sie sich, öffnet sich ihr Leben und strahlt auf andere aus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zugegeben, auch das ist ein Weg der Übung, ich habe bereits schon angedeutet, dass unser Wissen und Verstand; dass wir aus der Erfahrung des Mangels oft in das Haben-wollen, Haben-müssen kommen und wenn wir da drin bleiben, dann schnürt es alles ab. Menschen werden hart und eng und drehen sich am Ende nur noch um ihre Ich-Haftigkeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da ist nichts von der Weite und Schönheit des Duftes der Rose, der Liebe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zum Schluss noch einmal Osho:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Es ist aus Seligkeit, dass Rosen, Rosen des Herzens wachsen. Und aus diesen Rosen steigt der Duft der Liebe auf. ….
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn die innere Rose erblüht ist, braucht nichts gesagt zu werden, sind keine Worte nötig. Der Duft allein genügt, um die Botschaft zu überbringen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wo du auch bist, mit wem du auch bist, die Liebe strahlt ständig aus, sie pulsiert immerfort. Sie wird zu einem fortwährenden Tanz der Energie um dich herum. Aber zuerst muss die Rose des Herzens sich öffnen.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 01 Sep 2023 11:13:26 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/liebe-1-und-2</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Chan Meditation bedeutet, das Selbst zu sehen, das niemals stirbt</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/chan-meditation-bedeutet-das-selbst-zu-sehen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hsin Tao: Lehrrede Juli 2023
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Chan Meditation bedeutet, das Selbst zu sehen, das niemals stirbt 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während der Meditation tun uns die Beine weh, der Rücken schmerzt, und wir können unsere Wirbelsäule nicht gerade halten. Diese Schmerzen und Unannehmlichkeiten machen es unserem Geist unmöglich, sich auf die Praxis zu konzentrieren. Aber im Chan dürfen wir nicht zulassen, dass diese körperlichen Probleme uns von Konzentration und Klarheit abhalten. Das Erlernen der Vier Schritte der Friedensmeditation ermöglicht es uns, uns zu konzentrieren und unseren Geist klar bewusst sein zu lassen, ohne abgelenkt zu werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Vier Schritte sind das, worauf wir uns konzentrieren, was wir betrachten, damit unser Geist einen Fokus hat und nicht zerstreut ist. Wir verwenden diese Methode, um unseren chaotischen Geist zu beruhigen, so dass er sich konzentriert und nicht mehr abgelenkt wird, dass er allmählich die flüchtigen Gedanken aufgibt und uns erlaubt, in unserer Natur der Erleuchtung zu ruhen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Normalerweise ist es für uns schwierig, unseren Geist zu verstehen, der nicht entsteht und nicht vergeht, der weder zunimmt noch abnimmt, und der weder befleckt noch rein ist. Die Chan-Meditation hilft uns, diesen Geist kennenzulernen und unser ursprüngliches Gesicht zu sehen, nämlich unser spirituelles Herz. Wir lernen allmählich, das Antlitz unseres Herzens, unserer Herzens-Natur, wahrzunehmen und zu berühren, indem wir es durch ständige Kontemplation weiter erforschen.  Dann sehen wir, dass unser Herz, unser Geist, Klarheit ist, dass seine Natur leer ist, dass überhaupt nichts da ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Zeit, die wir mit Meditation verbringen, ist sehr kostbar. Wir müssen in der Lage sein, die Übung zu verstehen und durch die Vier Schritte das "Anhalten" (Samathā) und "Sehen" (Vipassanā) zu praktizieren, um unser ursprüngliches Gesicht zu erkennen, unser Herz und unseren Geist, unsere Natur. Nachdem wir die Natur des Herzens verstanden haben, können wir langsam an den Ort unseres ursprünglichen Gesichts zurückkehren, das nicht entsteht und nicht vergeht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben vollzieht sich zwischen den Atemzügen. Wenn es keinen Einatem mehr gibt, wird unser Leben als beendet erklärt. Wenn wir atmen und der einströmende Atem nicht mehr einströmt, sterben wir, oder wenn der ausströmende Atem nicht mehr ausströmt, sterben wir ebenfalls. Deshalb vollzieht sich unser Leben zwischen Ein- und Ausatmung. Wohin gehen wir, nachdem wir gestorben sind? Wir denken, dass es nach dem Tod nichts mehr gibt, aber in Wirklichkeit ist das, was stirbt, nur dieser Körper. Der ist nach dem Tod völlig nutzlos.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Durch die Chan-Meditation können wir zu unserem ursprünglichsten Selbst zurückkehren und das Selbst sehen, das niemals stirbt. Es bedeutet, dass wir zu unserem “Ahnengeist” zurückkehren, nämlich, zu unserem ursprünglichen Gesicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 05 Jul 2023 15:13:29 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/chan-meditation-bedeutet-das-selbst-zu-sehen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Lass von allen Formen ab, um das Festhalten am Ich aufzugeben</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/lass-von-allen-formen-ab</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hsin Tao: Lehrrede April 2023
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           C
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           離相去我執
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lass von allen Formen ab, um das Festhalten am Ich aufzugeben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Frage: Shihfu, bedeutet das “Lauschen auf die Stille,” auf das Du uns während der Chan Meditation erinnerst, eine Körper-Achtsamkeitsübung mit Hilfe der Ohren ?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Von den acht Arten des Bewusstseins sind das sechste Bewusstsein (manovijñāna – unterscheidendes Bewusstsein) und das siebte Bewusstsein (klistamanovijñāna, Selbst-Bewusstsein) subjektiv. Die ersten fünf Arten des Sinnes-Bewusstseins (Augen, Ohren, Nase, Zunge, Körper) und das (achte) Speicher-Bewusstsein sind nicht subjektiv. Während des Lauschens bringen die fünf Arten des Sinnes-Bewusstseins und das Speicherbewusstsein das Gefühl der Körperlichkeit hervor. Aber solange wir das nicht mit einem subjektiven Selbst verbinden, können das sechste und siebte Bewusstsein in reines Bewusstsein verwandelt werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn während des Lauschens sowohl Subjekt als auch Objekt verschwinden, gibt es sie dann noch? Bedeutet nicht unterscheidendes Denken Nicht-Denken? Bedeutet nicht unterscheidendes Denken, dass sowohl Subjekt als auch Objekt verschwinden? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir durch Chan erwachen, gibt es kein Subjekt, und auch kein Objekt. Solange wir nicht erwacht sind, sind sowohl Subjekt als auch Objekt vorhanden. Das Objekt ist die Stille, auf die wir lauschen. Und was ist das Subjekt? Es ist der/diejenige, die lauscht. Von diesen zwei ist eines die äußere Umgebung, und das andere das innere Festhalten an einem Ich. Das Subjekt hält am Ich fest, und das Objekt ist die Umgebung. Wenn es kein Festhalten an einem Ich mehr gibt, verschwinden sowohl das Subjekt als auch das Objekt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie können wir das Festhalten am Ich ganz aufgeben? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Erleuchtungsnatur, die Natur unseres Herzens, transzendiert Subjekt und Objekt. Die Buddha-Natur ist weder die äußere Umgebung noch das innere Festhalten an einem Ich. Sie ist weder etwas Äußeres noch etwas, was wir uns innerlich vorstellen. Alle unsere inneren Gedanken, alles Festhalten an einem Ich, und dieses “Ich” selbst sind leer. Sie existieren nicht wirklich. Es gibt in mir kein “Ich.” Welches der vier Elemente des Körpers bin ich – Erde, Wasser, Feuer oder Wind?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere äußere Umgebung ist vergänglich; nichts ist stabil. Sowohl Äußeres als auch Inneres lassen uns leiden; sie sind unwirkliche Phänomene, wie ein Traum, eine Illusion, eine Seifenblase oder ein Schatten. Wenn wir die Dinge mit der Weisheit des Diamant Sutras oft auf diese Weise betrachten, können wir Subjekt und Objekt durchschauen. Dann erkennen wir, dass alle Dinge “wie ein Traum, eine Illusion, eine Seifenblase oder ein Schatten” sind. Wenn wir diese Betrachtung ganz sorgfältig im täglichen Leben anstellen, merken wir, dass Subjekt und Objekt eine Erscheinung sind, in der es so etwas wie ein Subjekt oder Objekt in Wirklichkeit gar nicht gibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Wichtigste am Buddhismus ist die Prajña Weisheit der Leere. Nur die Prajña kann das Leiden entleeren, oder anders gesagt, beenden. Solange Subjekt und Objekt noch nicht verschwunden sind, bleiben unsere Beziehungen antagonistisch. Unsere Erleuchtungsnatur hat keinerlei antagonistische Beziehung zu irgendetwas, und wenn wir während der Meditation zu ihr erwachen können, dann werden Subjekt und Objekt ein Geschmack, ein Körper, eine Form, keine Form – was bedeutet, dass wir weder Subjekt noch Objekt finden können. So etwas wie Subjekt und Objekt gibt es nur, wenn wir noch Formen im Geist haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meister Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 21 Apr 2023 11:09:10 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/lass-von-allen-formen-ab</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Stille bringt Freude im Leben</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/stille-bringt-freude-im-leben</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hsin Tao: Lehrrede April 2023
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stille bringt Freude im Leben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Stille kann uns frische Energie aus dem Herzen zuführen. Das ist etwas, was Menschen heutzutage am meisten brauchen. Das 21. Jahrhundert ist eine Welt der Informationskomplexität und zu vieler elektronischer Medien wie Computer, Internet und Fernsehen, die alle unser Herz und unseren Geist in Aufruhr versetzen. Wir haben alle das Gefühl der Coexistenz mit den Bergen, Flüssen und der Erde verloren, das die Menschen des Agrarzeitalters hatten, dieses Gefühl der Ruhe, wenn man im Einklang mit der Natur aufwächst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jede Religion hat ihre eigene Methode der stillen Kontemplation, wie das Praktizieren von Meditation oder Retreat. Das Wichtigste daran ist, dass die Stille uns die Gelegenheit gibt, unser eigenes Selbst zu entdecken, die Wahrheit zu entdecken und zu erkennen, dass das ganze Universum einen lebendigen Körper bildet.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lass alle Geräusche zur Ruhe kommen und Dich in einen Zustand frei von Lärm gelangen. Lass Herz und Geist zu ihrem ursprünglichen Zustand zurückkehren, in dem es keine Unreinheit und keine Unterscheidung gibt. Entdecke Lebensfreude durch die Stille und siehe, wie die Liebe zu allem erblüht. Wenn wir in Stille zusammensitzen, können wir unsere Herzen gegenseitig fühlen, da unser Geist in der Stille verbunden ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Stille bringt unser spirituelles Selbst heraus und erhöht unsere Lebensqualität. Die Stille ist der Anfang allen Lebens. Die Kriege und Morde in dieser Welt, unsere Gier, Wut und Ignoranz machen diese Welt zu laut. Da wir nie still sein können, ist diese Welt mit der globalen Erwärmung und all den anderen Naturkatastrophen und menschlichen Katastrophen konfrontiert. Daher müssen wir die Kraft der Stille nutzen, um unser Leben zum Erwachen kommen zu lassen. Beginnen wir mit der Stille, um dem Universum, der Welt und jedem von uns Glück zu bringen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 11 Apr 2023 09:33:49 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/stille-bringt-freude-im-leben</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Liaoyi-shih</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/liaoyi-shih</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Mai 2022
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir nehmen dankbar Abschied von Liaoyi-shih, die nach langer Krebs-Erkrankung am Morgen des 6. Januar friedlich in das Licht des ewigen Gesichts eingegangen ist. Sie hatte Chan in Deutschland und Österreich ganz freudig und unermüdlich unterstützt. Bitte bewahrt sie im Herzen und Euren Gebeten. 
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            覺性光明界中息
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Licht unserer Erleuchtungsnatur ruhen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Chan Meditation bedeutet, die Natur unseres Herzens und Geistes zu verstehen. Wie die Sonne, ist die Natur unseres Herzens und Geistes klar und hell; sie ist so leer und weit wie der Himmel und so leuchtend wie die Sonne. Lasst uns daher diese leere und leuchtende Natur unseres Herzens und Geistes erkennen, erfahren und realisieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In Wirklichkeit ist jeder unserer Gedanken verwirrt, und dennoch ist inmitten unserer Verblendung und unserem Anhaften immer noch die Weisheit unserer ursprünglichen Erleuchtungsnatur vorhanden.  Nichtsdestotrotz werden unsere Illusionen und das Anhaften zu einer Art “Ablenkung” für uns. Diese Ablenkung beinhaltet jedoch Leid, da wir unsere Illusionen und das Leiden für die Wirklichkeit halten. Da unser Geist zu vieles produziert, wissen wir zu guter Letzt gar nicht mehr, wer wir sind. Wir müssen einfach unsere sechs Sinne und unseren Geist ganz entspannen, um das Licht unserer Herzensnatur aufscheinen zu lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daher müssen wir unsere Gedanken immer wieder entspannen. Wenn wir uns nicht zu viele Gedanken um etwas machen, gibt es Klarheit. Aber wenn wir anfangen, uns Gedanken zu machen, entstehen Verunreinigungen. Unser ursprüngliches Gesicht ohne Form erscheint ganz nackt im Jetzt, und unser wundersames Herz ist klar und leuchtend. Daher benutzen wir die vier Schritte der Friedensmeditation, um unsere klare Konzentration aufrecht zu erhalten und dadurch dieses Licht, diese Leere zu erkennen. Dies bedeutet, dass wir die vier Schritte dazu verwenden, mit der Natur unseres erleuchteten Bewustseins eins zu werden. “Eins werden” setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen: polieren und vereinen. Polieren bedeutet, klar zu erkennen, und vereinen bedeutet, Nicht-Zweiheit zu realisieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Illusionen sind wie Bienen, die eifrig im Bienenstock ein- und ausfliegen, und daher müssen wir “im Bereich des Lichtes unseres Bewusstseins ruhen.” In der Klarheit und Leere unseres Bewusstseins verschwinden alle Illusionen und Verhaftungen ganz von selbst, so dass wir im unveränderlichen Licht verweilen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser ruhiges Verweilen wird Nirvana genannt. Nirvana bedeutet, dass unser Geist weder entsteht noch vergeht, dass er sich nicht nach den Phänomenen richtet, dass er ihnen nicht folgt. Erkennen wir unser ursprüngliches Gesicht und bewahren wi
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          r es im Bewusstsein – unser ursprüngliches Selbst, das weder geboren noch zerstört wird. Es ist wie die Leere, die Sonne, das Licht der Leere. Betrachtet immer die Tatsache, dass unsere Erleuchtungsnatur keine Form oder Gestalt hat, dass sie nicht materiell ist, sondern klar und leuchtend.
         &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 17 Jan 2023 10:16:41 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/liaoyi-shih</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Lass die Gedanken ruhen - verweile nicht bei ihnen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/lass-die-gedanken-ruhen-verweile-nicht-bei-ihnen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hsin Tao: Lehrrede oktber 2022
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lass die Gedanken ruhen – verweile nicht bei ihnen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Chan ist der Weg, das Leiden zu überwinden und Glück zu finden, der Weg, von Samsara (Entstehen und Vergehen) befreit zu werden. Er hilft uns, unsere Gedanken und Vorstellungen gründlich zu verändern und zu läutern, damit wir den wahren Zustand erreichen können, der frei von Gedanken und Sorgen ist. Das ist der Weg des Chan. Nicht-Denken bedeutet, alle Gedanken, alle Formen und alles Künstliche hinter uns zu lassen. Buddha bedeutet, alle Gedanken hinter uns zu lassen. Buddha bedeutet, alle Formen hinter uns zu lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein jeder Gedanke bedeutet Entstehen und Vergehen, Geburt und Tod. Wie können wir es verhindern, dass Gedanken entstehen und aktiv werden? Einfach dadurch, dass wir sie jedes Mal ausleeren, wenn sie entstehen. Wenn wir sie ausleeren können, sind wir in der Lage, zu ruhen und nicht ständig bei ihnen zu verweilen. Die vier Schritte der Friedensmeditation sind eine Methode, die uns hilft, uns klar zu konzentrieren und unsere Gedanken zu verwandeln, so dass sie von etwas Kompliziertem zu etwas Einfachem werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Solange wir nicht wissen, wie wir mit unseren Gedanken umgehen sollen, behalten wir all unsere Illusionen Leben um Leben und Tod um Tod bei. Aber wenn wir wissen, wie wir diese Gedanken vereinfachen und dann gehen lassen können, bedeutet das das Ende all unserer Illusionen. Wenn wir unsere Gedanken entspannen und dann unseren klaren und leuchtenden Geist frei, ohne irgendein Phänomen darin, erscheinen lassen, wird er in unserer Chan Meditation und in unserem täglichen Leben deutlich als ein kontinuierlicher Zustand von Nicht-Denken, Formlosigkeit und Klarheit zutage treten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir unsere Illusionen und Verstrickungen erst aufgegeben haben, wird das Licht unseres Geistes ganz von allein leuchten. Keiner wird in der Lage sein, das Licht unseres Herzens von uns zu nehmen, und daher müssen wir es sehen, betrachten, und das Antlitz des Herzens verstehen, um in diesem Antlitz, das weder Form noch Gestalt hat, zu ruhen. Das bedeutet Prajñāpāramitā (höchste Weisheit), die Betrachtung der Prajñāpāramitā. Wenn wir diese höchste Weisheit besitzen, wird die Weisheit des Erreichen des anderen Ufers im Licht unseres Herzens aufscheinen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gedanken tauchen auf und verschwinden ganz natürlich, so wie vorüberziehende Wolken. Was haben sie mit unserem Herzen und Geist zu tun, der ohne Form und Gestalt ist? Das Entstehen und Vergehen ist die Angelegenheit von jemand anderem; unser Herz, in dem ursprünglich nichts ist, haftet an nichts und wird von keinem Gedanken entführt. Dieses unser wahres Herz wohnt nirgendwo. Es wird auch "die wahre Person ohne Rang" genannt. Es gibt eine wahre Person ohne Rang, und diese Person ist unser Gewahrsein. Es verweilt nirgendwo, weder beim Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daher werden wir nur dann in der Lage sein, mit allen Wesen auf eine reine Weise zusammenzuleben, uns aufeinander verlassend und gegenseitig helfend, wenn wir unsere Gedanken und sechs Sinne entspannen; nur dann, wenn wir unser wahres Herz, unser ursprüngliches Gesicht finden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt Maria Reis Habito).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 25 Oct 2022 14:56:32 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/lass-die-gedanken-ruhen-verweile-nicht-bei-ihnen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Emotionen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/emotionen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           T
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          eisho Emotionen
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In letzter Zeit bin ich in Gesprächen immer wieder zum Thema Emotionen gefragt worden, und so möchte ich in meinem Teisho heute zu diesem Thema einige Gedanken versuchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In der ZEN Tradition gibt es für den Umgang mit Gedanken und Emotionen, die ja manchmal auch ineinander gehen, sehr klare Anweisungen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieses berühmte Wort Katsu!/Kats meint abschneiden, hinter sich lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dieses „Abschneiden“ sagt der Meister seinem Schüler, (manchmal auch verbunden mit dem Einsatz seines Stockes).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sicher mag das immer wieder hilfreich sein, wenn es darum geht aus „den Hamsterrädern" unserer Gedanken und Gefühle auszusteigen und den Kopf und das Herz, die Seele aus ständig bedrängenden und bedrückenden Gefühlen wieder freizubekommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manche von euch kennen es auch ganz gut, wie man sich in bestimmte Dinge oder Emotionen hineinsteigern kann und wie schwierig es ist, da wieder rauszufinden, weil ein Gedanke den anderen jagt und es oftmals nicht leicht ist, aus der bedrängenden Enge herauszukommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da kann es helfen, wenn uns jemand von aussen sagt, gehe in deine Übung und versuche mit ihrer Hilfe aus dem „Hamsterrad“ der vielen Gedanken und emotionalen Verstrickungen rauszukommen: Katsu, schneide all das Viele und Verwirrende ab.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt aber auch noch eine andere Erfahrung mit den Emotionen, wenn sie uns mit einmal aus einer Tiefe überfallen und wir ihre ungeheure Kraft und Gewalt zu spüren bekommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da merken wir, wie sehr die Gefühle, unser Gefühlsleben zu uns gehören.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir merken auch, wie elementar und kraftvoll sie sind und wie bedingungslos sie oftmals an uns herantreten. Da scheint ein rational, logisches „Abschneiden“ nicht mehr möglich, weil eine ganz urwüchsige Kraft in uns aufbricht und nach aussen will. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir können dieses so ganz elementare Aufbrechen von Gefühlen nicht klein reden oder klein denken - auch nicht abschneiden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das wäre auch nicht gut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn Emotionen sind so etwas wie Hinweisschilder, die auf etwas zeigen, was sich in uns verbirgt, und wahrgenommen, gesehen werden will und gelöst/integriert werden möchte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da wäre ein Abschneiden im Sinne von Katsu nicht gut, ja vielleicht auch gar nicht möglich. Und vielleicht käme das dem auch sehr nahe, was in der Psychologie mit Verdrängung beschrieben wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie sollen wir aber damit umgehen, wenn uns Emotionen erfassen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen, die den mystischen Weg gehen, erfahren ihr Leben auf „zwei Ebenen“, die nicht voneinander getrennt sind, sondern in einer eigenartigen Weise ineinander verwoben sind und als zusammengehörig erlebt werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da ist unser alltägliches Leben mit all seinen Auf‘s und Ab‘s, wo wir fröhlich und glücklich sind, aber auch die Erfahrungen von Enttäuschung und Verletzungen machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gleichzeitig erfahren wir eine andere Ebene, auf der wir uns tief verbunden mit allem LEBEN und allem Sein fühlen und aus der heraus wir manchmal diesen umtriebigen, unruhigen Geist, der uns immer wieder antreibt und am Laufen hält, wahrnehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einige von euch kennen in diesem Zusammenhang mein Bild vom Meer und dem Sturm.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn auf einem Ozean ein Sturm ist, dann kann dieser die Wellen zum Teil meterhoch peitschen. Aber einige Meter weiter unten wird man vom Sturm kaum noch etwas wahrnehmen. Und ganz tief am Grund des Meeres ist nur noch Stille, Ruhe, reines Gewahrsein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Meer ist aber eins. Sowohl der Sturm an seiner Oberfläche als auch die tiefe Ruhe am Meeresgrund gehören zum Meer dazu. Und es kommt nun darauf an wohin wir mit dem Bewusstsein gehen, nach oben, dort wo der Sturm tobt oder in die Tiefe, dort wo Ruhe und Frieden ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wo sind wir, wenn der Sturm der Emotionen über uns hereinbricht?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nehmen wir nur den Sturm wahr oder können wir auch die Tiefe, die Ruhe und den Frieden, in uns spüren, die ja auch da sind, und vielleicht zu ihnen in Kontakt kommen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt es, worum es mir geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eben nicht darum, irgendetwas, was an Emotionen in uns aufbricht, abzuschneiden oder gar zu verdrängen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich weiss, dass für manche die Vorstellung einer reifen Zen-Persönlichkeit die ist, dass dieser Mensch jenseits aller menschlichen Bezüge und Regungen vollkommen unberührt in sich ruht und durch die Welt und das Leben geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich weiss nicht, ob es jemals eine solche Zen-Persönlichkeit gegeben hat?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube aber, dass dies nicht mit Zen gemeint ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unsere Zen-Übung ist die des Mitgefühls und des sich berühren lassens und andere zu berühren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und in diesem Zusammenhang scheinen mir die Emotionen sogar sehr wichtig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wichtig, dass wir uns berühren lassen, weil wir dadurch etwas erfahren, was in unserer Tiefe schlummert und an die Oberfläche kommen will, sich zeigen möchte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und manchmal geschieht dies wie auf dem Meer, dass ein Sturm aus heiterem Himmel losbrechen kann. Mit einem Mal werden wir von einer Kraft mit grosser Intensität durchflutet - und wie es scheint auch weggerissen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie sollen wir dann damit umgehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sein lassen, wäre mein Vorschlag.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wir können dieses SEIN LASSEN in seiner Doppeldeutigkeit nehmen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sein lassen in dem Sinne, dass wir es zulassen, dass wir es aushalten, was jetzt so mit uns geschieht. Uns darin aushalten, das fordert uns oft ganz. Aber wir werden merken, wenn es uns gelingen kann, diesen elementaren Kräften standzuhalten, dass dann der Sturm sich legt und zur Ruhe kommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann kann das Sein lassen auch noch in einem anderen Sinne geschehen, nämlich, dass wir es auch wieder ziehen lassen können. So wie der Sturm auf dem Meer plötzlich lostoben kann, sich aber auch wieder legt und die Wolken und die Kraft des Windes weiter ziehen, so lassen wir uns nicht in dieses Toben des Sturmes der Gefühle hineinziehen, sondern wissen, dass eben gerade auch dies mit dazu gehört und sich lösen wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Worum es mir in unserer Übung geht, ist jenen schmalen Grat zwischen abschneiden von Gefühlen und sich ganz in ihren Bann ziehen zu lassen, wahrzunehmen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch dazu kennt ihr meinen Gedanken, lasst die Dinge da sein, nehmt sie wahr, aber lasst euch nicht in ihren Bann ziehen, sondern versucht immer den Abstand des/der Beobachters/in zu halten. Lasst sie „in der zweiten Reihe sitzen“ und wenn es uns gelingen kann, diese Erfahrungen mit dem tiefen Grund unserer Existenz zu verbinden, so kann etwas heilen/erlöst werden - oder in der psychologischen Wendung, können all die Dinge, die uns so bedrängen integriert werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Meer ist eins und es wird darum gehen, uns in dieser Einheit zu spüren und leben zu lernen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn, so glaube ich, dass die Emotionen uns auch unsere grossen Kräfte zeigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Erleben von Liebe, die meisten von euch kennen es, ist eine enorme Kraft. Und auch die Verkehrung der Liebe in Hass, ist eine nahezu unheimliche Energie. Und vielleicht speisen sich Beide aus einer ihnen gemeinsamen Urkraft, die sich einmal als Liebe und zum anderen Male als Eifersucht oder Hass zeigt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir einmal aufhören zu werten, dann kommt hinter allem jene grosse, unmittelbare Kraft des Lebens zum Vorschein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jene Kraft, die uns durchströmt und klärt und reinigt und weiterführt und uns mit allem verbindet. Mystiker nennen diese Kraft LIEBE. Und vielleicht können wir der nur wirklich begegnen, wenn wir rauskommen aus dem Werten und Sortieren in Angenehm und Unangenehm; aus dem Richtig und Falsch und Gut und Böse.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser Leben umfasst alles, so wie das Meer auch tiefe Stille und den Sturm und die strahlende Sonne und Wärme und erfülltes Leben symbolisieren kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           All das aber werden wir nur erfahren können, wenn alles sein darf. Wenn wir nicht mehr unterscheiden und unseren Weg wagen, der so und nicht anders zu uns gehört. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt es, da geht es nicht mehr darum auszuwählen und auch nicht um Anständigkeit, sondern um die ganz elementare Erfahrung von Lebendigkeit und Leben, das weder gut noch böse ist - das sind nur oftmals ängstlich-kindliche Zuordnungen – sondern das in seiner Tiefe und Weite und Schönheit gelebt werden will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies so zu verstehen, kann uns helfen Emotionen wahr-zu-nehmen, ohne sie abzuschneiden. Denn, ich habe es bereits gesagt, sie weisen uns auf etwas hin, was in uns da ist und gesehen, wahrgenommen werden will.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so lasst uns noch einen Blick auf das tun was da so aufsteigt und sich zeigt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meist sind es sehr alte Dinge, die sich da melden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manchmal sind es alte Verletzungen und daraus entstandene Wunden, die mit einem Male wieder da sind - manchmal durch andere ausgelöst, die unsere „Knöpfe“ drücken - und in uns kommt Wut, Hass, aber auch das Gefühl von Ohnmacht auf und damit oft verbunden, werden in uns Aggression und Widerstand wach.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leicht können wir dann auch in Panik geraten und erstarren oder wir fangen an wild zu gestikulieren und zu agieren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und in solchen Situationen spüren wir oft noch einmal die Wucht und die ungeheure Kraft, die hinter diesen Regungen stecken kann. Ja, wie wir manchmal im ganz wörtlichen Sinne ausser uns geraten, in eine Ekstase kommen, die uns wegzuschwemmen droht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darum haben auch viele Menschen Angst vor Emotionen, weil sie glauben, dass sie dann ausser sich, ausser Kontrolle geraten könnten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn wir mit unseren Gefühlen in Kontakt kommen, machen wir oft die Erfahrungen, dass diese tief in unserer Kindheit verwurzelt sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich möchte das am Beispiel der Tränen einmal versuchen zu sagen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben Tränen aus Zorn und Wut und Enttäuschung, die wir wohl sehr gut aus unserer Kindheit kennen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir weinen aber auch, wenn wir von etwas ergriffen sind. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer wieder haben es mir Menschen erzählt, wie sie in und von der Natur rief angerührt waren, von einer Blume oder bei einem Sonnenuntergang, so dass ihnen die Tränen kamen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber auch bei Abschieden, die mit Trauer und Wehmut verbunden sind. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder wenn wir dem Glück und der Freude begegnen, sind es die Freudentränen, die uns von einem tiefen Berührtsein sagen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihr merkt, unsere Gefühle haben uns Wichtiges über uns mitzuteilen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie weisen uns auf Dinge hin, die noch wahr-genommen werden wollen und spülen manchmal tief Verborgenes in uns hoch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da ist auch die Erinnerung an sehr glückliche Stunden, in denen wir der Fülle, der Schönheit und tiefen Verbundenheit unseres Daseins begegnet sind. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jenes ganz unmittelbare Erleben von Vitalität und Einssein mit allem, was ist.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch diese Erfahrung ist tief in uns verankert und reicht weit in unsere Kindheit zurück, in jene Phase, in der wir noch ganz unmittelbar am Leben dran waren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wo die meisten von uns jene zweckfreie Liebe erfahren haben, in der wir nur um unser selbst geliebt wurden und wo es nicht not-wendig war, etwas zu leisten oder Besonderes zu sein, sondern es genügte, dass wir da waren. Wir waren, um unser selbst geliebt, brauchten nichts zu sein, nichts zu leisten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch an diese Erfahrung erinnern uns unsere Gefühle und wecken in uns die Sehnsucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und genau an dieser Sehnsucht wird deutlich, dass es wichtig ist, die Gefühle wahrzunehmen, sich aber nicht in sie hinein ziehen zu lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist wichtig, dass diese Sehnsucht uns weiter nach „vorne“ zieht und wir nicht zurückfallen in jene infantile Phase unserer Kindheit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und das gilt auch für die anderen Erfahrungen von Verletzung oder schmerzlichen Verlusten. Auch die gehören der Vergangenheit an und grätschen manchmal unangemeldet ins Jetzt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In unserer Übung geht es nun darum, die „Mitte“ zu halten. Wahrzunehmen was war und uns aber nicht da rein ziehen zu lassen. Nicht von den Emotionen davon tragen zu lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie aber auch nicht zu verdrängen, wegzuschieben, uns taub und hart zu machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Therapeut hat in diesem Zusammenhang einmal von den „Zen-Leichen“ gesprochen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also jene Zen-Übende, die meinen Zen wäre, dass man alles abschneidet und am Ende jener armselige „Tofu-Roshi“ entsteht, der ohne Höhen und Tiefen vermeintlich seinen geraden Weg geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das hat nichts mit Zen zu tun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt ein Koan, das in schöner Weise unseren Übungsweg thematisiert:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um der Anforderung an einen Zen-Schüler gerecht zu sein, muss ich auf diesem schmalen Bergpfad mit 99 Kurven geradeaus gehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind wir mit diesem Koan nicht sehr nahe an unserer Wirklichkeit, an unserem Alltag dran? Und zeigen die 99 Kurven nicht auch die Schönheit und Fülle und Weite, die gerade ein Leben, dass das was gegensätzlich erscheint aufnehmen und als grosse Vielfalt und Reife erfahren kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Koan sagt es sehr schön, der Pfad, auf dem wir gehen, ist schmal und mal rutschen wir auf der einen und ein andermal auf der anderen Seite ab. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manchmal werden wir in unsere Emotionen hineingezogen und beginnen unsere „Drehbücher zu schreiben“ und wenn wir es merken, können wir wieder zurück zu unserer Übung kehren. Und dabei haben wir noch etwas über uns erfahren, was alles in uns vorgehen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die andere Seite ist, dass wir manchmal beschämt uns wahrnehmen in dem, was wir alles in uns tragen und all die Dinge gerne abschneiden möchten. Die Folge davon wäre, dass wir uns taub und stumpf machen. Aber wie soll ein Mensch, der die Gefühle abschneidet, Mitgefühl haben können?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir scheint in diesem Zusammenhang wichtig, dass wir uns einmal auf der einen und der anderen Seite bewusst wahrnehmen, denn nur so können wir jenen mittleren Weg, den Buddha gelehrt hat mehr und mehr finden und gehen lernen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Text noch zum Schluss:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ….. es ist eine Kraft, die tief in meine Seele zieht
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und ihre Räume sucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Resonanzen klingen und schwingen -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leben in grosser Vielfalt durchzieht mich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Leben ist Bewegung in unendlichen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           immer neuen Fragen und Antworten,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           die Neues wecken
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           und Altes neu gebären:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           bist du bereit mitzufliessen, mit zu leben, mit zu tanzen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manchmal stockt der Atem mir.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bin ich wirklich bereit mich dem Leben zu öffnen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           den Tanz mit zu tanzen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in so unendlicher Vielfalt der Klänge und Stimmungen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Werde ich bereit sein können zu lieben?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das zu lieben, was sich zeigt
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in ihrer so unermesslichen Fülle?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wird sie sich ereignen, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           die Liebesbeziehung mit dem LEBEN,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           mit dem Kommen und Gehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Werde ich Leben sein?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jede Regung in mir, führt mich auf den Weg.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Den Weg zu mir,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in den Urgrund aller Bewegung, aller Schwingung:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           DER STILLE
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verschwebende Stille, deren Klang mir sagt:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           du bist angekommen,
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           nun gehe weiter ….
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 20 Oct 2022 10:19:51 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/emotionen</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>In unserer von Grund auf klaren Erleuchtungsnatur ruhen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-unseren-geist-reinigen-und-das-herz-heimkehren-lassen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hsin Tao: Lehrrede September 2022
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In unserer von Grund auf klaren Erleuchtungsnatur ruhen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Chan Meditation ist eine Aktivität, die Schwerpunkt in unserem Leben ist. Jedes Mal, wenn wir auf Retreat sind, konzentrieren wir uns normalerweise darauf, unsere Gewohnheit der Chan Übung herauszubilden und zu vertiefen. Das Wichtigste daran ist jedoch, diese Gewohneit im täglichen Leben nicht aufzugeben. Um ständig im klaren Bewusstsein zu ruhen, müßt ihr wachsam in Eurer Betrachtung sein und das im täglichen Leben praktizieren. Das wird Chan im Leben genannt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es bedeutet, im täglichen Leben in der ursprünglich klaren Natur des Bewusstseins verweilen zu können, ohne durch angenehme und unangenehme äussere Dinge aus der Bahn geworfen zu werden – Gutes und Schlechtes, Schönes und Hässliches, Ja und Nein. Alle diese Dinge sind nichts anderes als die Kraft des Karma, die uns hin und her treibt. Ruhe können wir nur in unserer wahren Natur finden.  Das bedeutet, in unserem ursprünglichen Gesicht zu ruhen, in unserer Erleuchtungsnatur, in unserer Natur der Weisheit zu ruhen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Äussere Dinge betreffen deine innere Erleuchtungsnatur nicht. Die äusseren Dinge haben mit dir nichts zu tun, und daher lässt du dich von all dem, was illusionär ist und sich ständig verändert, nicht beeinflussen.  Das bedeutet, dass du dich von dem Kreis der Wiedergeburt, von allen Arten von Leuten und Dingen nicht beeinflussen lässt. Wenden wir den Geist des Alltäglichen an und verweilen wir in klarem Verständnis, ruhen wir in unserer ursprünglichen Natur, unserer klaren Erleuchtungsnatur, die nichts künstlich erzeugt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Während dieser wenigen Tage des Retreats befinden wir uns alle im Kampf; im  Kampf mit uns selbst. Eine Person kämpft mit zehntausend Leuten, um all die Dinge über Bord zu werfen, die unsere Übung behindern, nämlich all das, was entsteht, vergeht und sich ändert. Wir liegen also im Kampf mit unseren Illusionen und dem Anhaften. Wenn du aufhören kannst, kannst du ruhen. Wenn du nicht aufhören kannst, kannst du nicht ruhen. Verstehe, dass Loslassen Gewinn bedeutet, dass Aufgeben Gewinn
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          bedeutet.
         &#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei der spirituellen Übung gibt es keine Ferien. Warum werden wir Nonnen und Mönche, warum praktizieren wir als Laien? Selbst wenn du in diesem Leben das Ziel nicht erreichst, gibst du niemals auf. Obwohl dieser Retreat vorbei ist, ist deine Übung nicht vorbei, noch wird sie es jemals sein, es sei denn, du schaffst es!  Wir müssen Zeit auf unsere Übung verwenden, da wir keinen Erfolg haben können, wenn wir das nicht tun. Obgleich der Retreat vorbei ist, lasst uns weiter wachsam in unserem ursprünglichen Geist ruhen, in unserer ursprünglichen Erleuchtung, in unserem ursprünglich klaren Bewusstsein, in unserer Herzensnatur ruhen. Das Lauschen auf die Stille und die Atem-Achtsamkeit lassen unser Herz in die Welt von Weisheit und Licht eintreten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 17 Sep 2022 13:04:06 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-unseren-geist-reinigen-und-das-herz-heimkehren-lassen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Was “realisieren” wir?</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/was-realisieren-wir</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Mai 2022
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          悟」什麼？
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was “realisieren” wir?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir im Buddhismus über die “Erleuchtung” sprechen, was “realisieren” wir durch sie?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die “Erleuchtung” hat zwei Aspekte.  Der erste ist zu verstehen, dass alle “Bedingungen ” durch unseren Geist geschaffen werden.  “Bedingungen” bedeutet all die unterschiedlichen Dinge und Phänomenene, die wir wahrnehmen, wenn wir unsere Augen öffnen. “Bedingungen” sind Phänomene.  Wir wissen nicht, woher ein gewisses Phänomen kommt, wohin es geht oder wie es entsteht.  All die unterschiedlichen Dinge, die wir sehen, wie zum Beispiel Berge, Flüsse und die weite Erde, Blumen und Gräser, die Meerestiere, das Meer und der Himmel, sind so vielfältig.  Aber haben wir keine Ahnung, wo sie herkommen. Das ist es, was wir durch die “Erleuchtung” herausfinden müssen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der zweite Aspekt ist, unsere Buddha-Natur klar zu realisieren. Wir wissen nicht, wann dieser unser Körper sterben oder was nach dem Tod geschehen wird. Wird da überhaupt nichts sein? Oder wird es eine andere Wiedergeburt geben? Das ist der Grund, weshalb wir erkennen müssen, dass dieser Körper ohne inhärentes Sein ist, aber dass unsere Buddha-Natur ohne Form oder Gestalt vorhanden ist. Wir müssen auch erkennen, dass alle Dinge durch Ursachen und Bedingungen entstehen, und dass alles von Natur aus leer ist.  
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir müssen wirklich die unterschiedlichen Dinge, die wir vor uns sehen, klar verstehen. Warum hat der Buddha gesagt, dass sie leer sind? War das eine Täuschung? Das ist, was wir durchschauen müssen. Wir müssen auch das Folgende klären: Ist dieses “Ich” wirklich nicht sterblich?  Oder ist es etwas, das geboren wird und dann stirbt?  Wir können nur dann von einer anfänglichen Erleuchtung sprechen, wenn wir den Punkt erreicht haben, an dem wir erkennen, dass unsere wahre Geistesnatur unsterblich ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Frage: Woher kommen wir bei der Geburt und wohin gehen wir nach dem Tod? 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Ziel im Studieren und Praktizieren des Buddhismus ist genau das, nämlich zu verstehen, woher wir bei der Geburt kommen und wohin wir nach dem Tod gehen. Meister Guangqin sagte: “Es gibt kein Kommen oder Gehen. Es geschieht überhaupt nichts.” “Kein Kommen oder Gehen” ist ein Ausdruck, der bedeutet, unser ursprüngliches Gesicht zu realisieren, nämlich frei von Leben und Tod, Entstehen und Vergehen zu sein. Unser ursprüngliches Gesicht ist springlebendig – es wurde nie geboren und ist auch nie gestorben. Geburt bedeutet, dass Ursachen und Bedingungen zusammentreffen, und Tod bedeutet, dass Ursachen und Bedingungen wegfallen. Es gibt keinen Grund zur Sorge. Unsere Buddha-Natur wird niemals sterben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           Dharma Master Hsin Tao
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          übersetzt von Maria Reis Habito
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 23 May 2022 09:01:54 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/was-realisieren-wir</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Ewiges Glück finden</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/ewiges-glueck-finden</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede April 2022
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          找到永恆的快樂
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ewiges Glück finden
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan Meditation bedeutet uns selbst zu finden und frei von Anhaften und allen Hindernissen zu sein. Komme durch das Lauschen in die innere Stille. Da gibt es nur das Lauschen, nur deine Ohren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lausche klar, hell und still auf die Stille in allem. Unsere Gedanken bedeuteten Wiedergeburt. Wenn wir die Gedanken nicht auf das Lauschen konzentrieren, folgen sie den Sinneswahrnehmungen und bringen uns in den Kreis von Geburt, Alter und Tod.  Daher lauschen wir still auf die Stille und verständigen uns mit ihr durch unsere Ohren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan Meditation bedeutet uns selbst zu finden und frei von Anhaften und allen Hindernissen zu sein. Komme durch das Lauschen in die innere Stille. Da gibt es nichts als Lauschen, nichts als deine Ohren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Körper besteht aus den vier Elementen von Erde, Wasser, Feuer und Luft, die genauso illusorisch sind wie unsere Form der Wahrnehmung. Daher verwenden wir das Lauschen dazu, alle irreführenden Gedanken zur Stille kommen und alle Verwirrungen ruhen zu lassen. Seid still und entspannt euch, lauscht auf die Stille in allem.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Glück und Leid sind ein Phänomen, eine Emotion. Es gibt sie nur aufgrund von Vorlieben und Abneigungen in unserem Herzen. Wenn wir keine Vorlieben und Abneigungen haben, sind wir von dieser Art des Leidens frei. Der Kreis der Wiedergeburten in den sechs Bereichen des Samsara – Leben gefolgt von Tod, und Tod gefolgt von Leben – hört nie auf. Daher müssen wir uns auf unsere Chan-Meditation verlassen, um all diese Illusionen hinter uns zu lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schüler: Was für ein Zustand ist Samadhi?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Shihfu: Samadhi bedeutet, dass unsere Gedanken auf der Natur des Bewußtseins ruhen, dass sie sich nicht ändern. Wenn Du meditierst, lauscht du einfach mit Klarheit und bewahrst diese Klarheit, ganz egal was passiert, ohne etwas zu erwarten sondern den Geist auf dem Lauschen ruhen zu lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schüler: Welche Körperempfindungen entstehen bei der Meditation?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Shihfu: Unser Körper besitzt die Funktionen der vier Elemente: Erde, Wasser, Feuer und Luft, plus die Aktivität des Bewusstseins (Vijñāna). Mit dem Luft/Wind Element fühlst du, wie die Qi Energie aufsteigt und alles durchdringt. Wenn die Luft in Wasser verwandelt wird, fühlst du dich weich, entspannt und ganz angenehm.  Feuer macht, dass du dich warm und glücklich fühlst. Raum gibt Dir das Gefühl, dass Du nicht mehr da bist, dass du keinen Körper mehr hast, dass da überhaupt nichts mehr ist, dass alles aus Leere besteht.  Bewusstsein, hier Wahrnehmung, bedeutet, dass du, kaum dass du etwas siehst, aufgrund von Veränderungen der Aktivität in der Wahrnehmung   Vorlieben und Abneigungen entwickelst und dann der Welt der Form nachstrebst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wahrnehmung bedeutet, dass es eine Welt der Form geben wird.  Wenn die Kraft des Samadhi zunimmt, bringt das Bewusstsein eine Flut von Bildern auf wie in einem Film. Das ist eine Veränderung, die durch die Meditation hervorgerufen wird. Wenn dann die Kraft des Samadhi nicht stark genug ist, wirst du von den Bildern vereinnahmt und jagst ihnen nach. Wenn das passiert, must du dir bewusst machen, dass alles wie ein Traum, eine Illusion, eine Seifenblase, ein flüchtiger Schatten ist; dass du es nicht erreichen oder festhalten kannst. Andernfalls kommst du in eine Teufelswelt (Makkyô).
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schüler: Wenn wir lauschen, lauschen wir auf einen Laut oder keinen Laut? Ist es eine Kontempation?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Shihfu: Was für ein Zustand ist keine Stille? Keine Stille bedeutet Geräusch.  Stille bedeutet kein Geräusch. Wenn wir auf überhaupt keinen Laut lauschen, wird es still sein. Aber wenn wir auf alle Arten von Geräuschen lauschen, wird es laut sein. Was bedeutet kein Laut? Kannst du den Laut eines Fingers hören? Ist das Stille? Der Laut der Stille bedeutet kein Laut.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie lauschen wir? Wir lauschen mit den Ohren. Die sechs Sinnesorgane stellen keine Unterscheidungen an. Das, was die Unterscheidung anstellt, ist unsere Wahrnehmung. Wahrnehmung bedeutet die Sinnesempfindungen.  Wenn die Sinnesorgane und die Sinnesempfindungen zusammentreffen, entsteht die Unterscheidung. Kaum gibt es Unterscheidungen, gibt es irreführende Gedanken. Deswegen müssen wir anhalten, und das bedeutet Lauschen, Erlangen von Klarheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 19 Apr 2022 09:57:52 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/ewiges-glueck-finden</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Der Tod befreit zum Leben</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/der-tod-befreit-zum-leben</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho April 2022
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Teisho 4/22
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Der Tod befreit zum Leben“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vom kirchlichen Kalender her befinden wir uns wieder in der sog. Passionszeit - und jetzt auch konkret vor der Karwoche, in der die Christenheit das Leiden und Sterben Jesu intensiv betrachtet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und wir alle sind wohl von Kindesbeinen an in diese Leidensmystik in unterschiedlicher Weise hineingezogen, hinein gewachsen. Und jede/r hat so seine ganz persönlichen Erfahrungen mit dieser Zeit gemacht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und oft ist es dabei geschehen, dass wir den Tod und das Leiden als dunkle Bedrohung des Lebens und als Zerstörung der Schönheit unseres Daseins vermittelt bekommen haben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber Tod und Sterben, das Leben loslassen können, das ist tatsächlich ein vollkommen natürlicher Prozess, der zu unserer Existenz dazu gehört und ohne den wir nicht leben und uns entwickeln können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine Verherrlichung des Leidens allerdings ist Unsinn, sie führt uns nur noch in größeres Leid hinein und macht Menschen depressiv, zerstört alle schöne, ursprüngliche Lebendigkeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das heisst aber andererseits auch nicht, das Leiden zu verdrängen oder nicht wahrhaben zu wollen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn Sterben und Leid in unser Leben tritt, so können wir es wachsam und voller Würde wahrnehmen und es auch annehmen, denn es hat oftmals eine uns verwandelnde Kraft und kann Ansporn für Neues sein und zu einer Lebendigkeit helfen, die uns hilft, die Schönheit unseres Daseins wieder neu zu entdecken. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nichts in unserer Natur ist darauf angelegt das Leiden zu preisen oder gar zu verherrlichen und in ihm zu versinken. Dies wäre gewiss eine Verdrehung und Perversion unseres natürlichen Lebens, das immer wieder neu die Fülle und Erfüllung sucht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Leiden und Angst stellt sich oft dann ein, wenn wir Widerstände dagegen aufbauen, wenn wir klammern und anhaften und das Loslassen nicht zulassen können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir jedoch frei werden von der Last des Gestern, können wir offen werden für unseren Weg, für seine Entfaltung für seine Lebendigkeit. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jesus hat einmal gesagt: „Wer sein Leben bewahren will, der wird es verlieren.“ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und Thich Nhat Hanh formuliert ähnlich: „Leben und Tod sind wechselseitig voneinander abhängig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Niemand braucht Angst vor dem Sterben zu haben, denn sterben bedeutet, gleichzeitig als etwas anderes geboren zu werden. Wenn eine Wolke stirbt, wird sie Regen.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was macht es gerade in unserer christlich-abendländischen Tradition so schwierig, dass Menschen oftmals den Tod verdrängen und das Leiden weit von sich schieben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht sind es ganz verschiedene Facetten, die uns dazu bringen mit dem Leiden und dem Sterben eher schwer umzugehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zum einen ist es wohl die Erfahrung der so genannten Karwoche, die uns das Leiden Jesu – und damit auch unser Leiden so elementar vor Augen führt. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und davor fürchten wir uns. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das wollen wir auf gar keinen Fall!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und was für manche in besonderer Weise noch einmal eine Belastung ist, J.S. Bach hat es in der Johannes Passion meisterhaft vertont: „Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. ….. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          („Oh Haupt voll Blut und Wunden“)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mit diesen Gedanken ist die Sündenbock Problematik aus dem AT ins NT und die gesamte christliche Tradition gewandert.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und die macht uns bis heute zu schaffen, nicht nur in der jüngeren deutschen Geschichte wo es die Juden waren, in denen man den Grund allen Übels sah. (Auch in diesen Tagen ist manchen die Sündenbock Thematik sehr nahe gekommen.) 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Für mich als einzelnen ist wohl wichtig, dass ich es erkenne, wenn ich meine Probleme, meine Angst, immer wieder auf andere verlagere anstatt sie bei mir zu lösen, zu erlösen. Wir alle kennen wohl diesen Satz: „du aber ….“ ganz gut.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so lange wir dieses „du aber“ sagen, so lange nehmen wir die Verantwortung für das, was mit uns oder durch uns geschieht nicht zu uns, sondern verschieben sie ganz oder zum Teile auf die anderen, auf das „Du“.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht ist das ein Grund warum Menschen heute oftmals so eigenartig unreif und kindlich erscheinen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und noch eine andere Facette, die mir wichtig scheint, der Tod ist am Karfreitag dunkel schwarz, schwer und duster lastend gezeichnet. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schwarz wird der Altar verhängt, die Kerzen werden gelöscht in der Kirche und es ist eine dumpfe Dunkelheit zu spüren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Tod ist nun starr und lähmend ganz gegenwärtig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im krassen Gegensatz stehen dazu die Berichte von Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben. Sie erzählen oftmals ganz anderes. Da wird meistens von viel Licht und Freude und einer tiefen Erfahrung von Liebe erzählt, denen die Menschen in der Erfahrung des Todes begegnen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Menschen haben mir oftmals nach einem solchen Erleben von der Schönheit und dem Glück dieser Erfahrung berichtet. „Herr Pfarrer, seitdem ich das erlebt habe, habe ich überhaupt gar keine Angst mehr vor dem Tod.“, so habe ich es öfter gehört.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber warum haben dennoch Menschen so viel Angst vor dem Tod und dem Sterben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ist wohl auch, dass wir von Kindesbeinen an von der Religion her gelernt haben - und dieser Satz hat sich tief in das Leben der Menschen eingegraben: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Der Tod ist der Sünde Sold.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jene verhängnisvolle Aussage, die immer wieder Tod und Sterben mit Sünde und Versagen zusammenbringt. Darum ist es wohl auch so, dass so viele Menschen vor dem Sterben Angst haben, weil sie meinen, dass sie dann mit ihren „Sünden“ zur Rechenschaft gezogen werden, denn ihr „sündiges Leben“ ist ja der Grund, dass sie nun sterben müssen. Der Tod ist nun die Strafe, die dieses Leben verdient hat. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Welch furchtbares Sterben kann aufgrund dieses Denkens immer wieder geschehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Viele weise Menschen haben uns aber immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass das eben Geschilderte so nicht stimmt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hermann Hesse hat es einmal sehr schön gesagt indem er formulierte: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          “Nach jedem Tod wird das Leben zarter und feiner“. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine wunderbare Formulierung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist eine ganz andere Art den Tod wahrzunehmen und den Tod zu begrüßen als eine Kraft, die uns weiter führt und uns dann in immer neue Formen der Lebendigkeit ziehen will. Zarter und feiner und lebendiger als jemals – aber nur, wenn wir es annehmen können dieses Sterben von Altem, kann sich unser Dasein verwandeln, zarter, feiner werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Tatsächlich haben Geburt und Tod eine ganz wichtige Funktion in unserem Leben, einfach deswegen, weil sie uns sensibler machen und unsere Aufmerksamkeit auf das Leben, auf die Lebendigkeit hin ausrichten. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Leben wird umso kostbarer je mehr wir uns dem Tod und dem Sterben stellen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Kostbarkeit unseres Daseins erfahren wir durch den Tod noch einmal in besonderer Weise. Das Wissen um den Tod zentriert uns und macht uns wach, ermutigt uns, ehrlich und aufrichtig zu fragen, warum sind wir/bin ich wirklich hier?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was will ich leben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was ist der Sinn und Ziel meines Lebens, das gestaltet und entfaltet werden will?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir diese Schönheit unseres Dasein so ganz elementar erfahren, dann  kommt gerade in diesen Momenten der Wunsch nach Dauer, das Festhalten, das Anhaften an dem, was wir gerade so glückhaft erleben auf. Aber gerade das festhalten wollen macht unser Leben wieder eng, verursacht Schwierigkeiten und Schmerzen und macht jegliche Entwicklung und Veränderung unmöglich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das loslassen, das frei werden und nicht immer wieder alles so haben wollen wie es schon immer war, führt uns in eine ganz unmittelbare Lebendigkeit. Wir werden aus der Starre in die Vielfalt und Flexibilität, in die Kreativität geführt. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so wird Wachstum, Veränderung, Reifung möglich. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nur das Annehmen und immer wieder sich lassen und zulassen können, macht unser Leben wirklich lebendig. Im Mitgehen ergeben sich immer neu Räume, die gelebt, gefüllt und gestaltet werden wollen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und in dieser Wandlung erfährt unser Leben Reife und Weite und Schönheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Osho sagt: “Das Kind wird zum Jugendlichen, der junge Mann wird alt. Wer gestern lebendig war, ist morgen tot. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn du all diese Veränderungen, das so sein der Dinge, akzeptierst und es voller Freude erlaubst, weil du weißt, dass das Leben so ist, kann dich niemand mehr von deiner Seligkeit abbringen.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir suchen in unserem Leben Glück und Seligkeit und Freude und Erfüllung. Und oftmals meinen wir, wir könnten das machen und wenn wir es „haben“, dann wollen wir es festhalten und nie mehr loslassen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber gerade das ist es, was uns daran hindert wirklich frei und glücklich und lebendig zu sein. Unser haben wollen und unser Sicherheitsbedürfnis machen uns eben so eng, dass am Ende nur noch Starre und ein in sich verkümmertes Leben ist. (Und bei manchen Menschen hat man manchmal das Gefühl, dass sie zwar noch leben aber eigentlich schon tot sind.)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und oftmals sind es auch diese Menschen, die, um dem Tod zu entgehen oder ihn möglichst lange hinauszuschieben, planen und versuchen, so gut es geht sich zu versichern, das Leben abzusichern und es in den Griff zu bekommen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und manchmal fragen sich Menschen dann, wenn dies gelungen scheint,  ist es wirklich das, was ich leben will, ist das wirklich schon Lebensqualität, Lebendigkeit?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hans Christian Anderson hat eine kleine Geschichte dazu geschrieben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          An manch einem warmen Sommertag hatte die Eintagsfliege um die Krone eines alten Baumes getanzt, gelebt, geschwebt und sich glücklich gefühlt, und wenn dann das kleine Geschöpf einen Augenblick in stiller Glückseligkeit auf den großen frischen Blättern ausruhte, so sagte der Baum immer: „Arme Kleine! Nur einen Tag währt dein ganzes Leben! Wie kurz ist das! Wie traurig!“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Traurig?“, erwiderte dann stets die Eintagsfliege. „Was meinst du damit! Alles ist so herrlich licht, so warm und schön, und ich selber bin so glücklich!“ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Aber nur einen Tag, und dann ist alles vorbei?“ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Vorbei“, sagte die Eintagsfliege, „was ist vorbei? Du bist auch vorbei?“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Nein, ich lebe vielleicht Tausende von deinen Tagen, an meinem Tag sind ganze Jahreszeiten! Das ist etwas so Langes, dass du es gar nicht ausrechnen kannst!“ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Nein, denn ich verstehe dich nicht! Du bist Tausende von meinen Tagen, aber ich habe Tausende von Augenblicken, in denen ich froh und glücklich sein kann! 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hört denn alle Herrlichkeit dieser Welt auf, wenn du einmal stirbst?“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Nein“, sagte der Baum, „die wird gewiss viel länger, als ich denken kann!“ – 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Aber dann haben wir ja gleich viel, nur dass wir verschieden rechnen!“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Diese kleine Geschichte nimmt den Gedanken von eben auf, der meint, dass wir unser Leben planen und gestalten könnten und es dann so festhalten, so lange wie nur irgend möglich, wie es ist. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Damit aber verlieren wir alle Lebendigkeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und noch ein anderes Problem wird an dieser Geschichte deutlich. Oftmals verschieben wir das Leben auf morgen, weil wir glauben, dass wir noch eine große Zahl an Tagen vor uns haben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht kennt ihr es auch aus eurer Kindheit, die Sehnsucht endlich gross und erwachsen zu werden und dann frei zu sein, um das leben zu können, was man will; und dann waren wir groß und dann wollten wir endlich viel Geld verdienen, um leben zu können; und dann haben wir viel gearbeitet und wir haben uns auf die Zeit gefreut oder freuen uns noch auf die Zeit, wo wir dann endlich Zeit haben werden, um all das zu leben, wonach wir uns seit den Kindertagen sehnen.  
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr kennt vielleicht das, was ich meine, dass wir unser Leben immer auf morgen verschieben und am Ende glauben wir dann das, was wir von Kindesbeinen an von der Religion gelehrt bekommen haben – nämlich, dass im Himmel dann endlich das ersehnte paradiesische Leben uns entgegenkommt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im 19. Jahrhundert waren es einige Philosophen und Schriftsteller, die immer wieder angemahnt haben, „Brüder bleibt der Erde treu“. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche um nur zwei zu nennen waren es, die immer wieder Menschen aufriefen im Heute, im Hier und Jetzt zu leben. Und Heinrich Heine hat es in einem Gedicht so formuliert: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir wollen hier auf Erden schon
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Himmelreich errichten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und Zuckererbsen nicht minder.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, Zuckererbsen für jedermann,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sobald die Schoten platzen!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Den Himmel überlassen wir
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Den Engeln und den Spatzen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So wie es die Eintagsfliege dem Baum sagt, es geht um den Augenblick, es geht um das Jetzt, in dem ich ganz glücklich bin und die ganze Fülle des Daseins, meines Lebens fühlen und leben lerne.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Meister Hakuin hat einmal seinen Schülern folgende Übungsanweisung gegeben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Meine lieben, teuren Freunde! Sterbt einmal, solange ihr noch am Leben seid. Dann könnt ihr wirklich leben und werdet nie wieder sterben.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Meditation üben heißt loslassen lernen, heißt sterben lernen – die Kunst des Sterbens zu lernen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und die Kunst des Sterben Lernens ist die Kunst, immer vertrauter zu werden mit dem  Grund, der uns trägt und weiter führt - von Geburt bis zum Tod - und darüber hinaus.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist die Erfahrung der Einheit mit ALLEM, mit der Wesensnatur, wie es im Zen benannt wird.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und hierher gehört auch der Gedanke, dass die Wesensnatur nicht geboren wird und darum kann sie auch nicht sterben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie ist das Leben hinter den Schleiern unseres Alltags. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir dem Tod entrinnen wollen - und das klingt nun widersprüchlich - dann müssen wir das Sterben zulassen und keine Angst mehr davor haben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein Mensch, der den großen Tod gestorben ist, kennt seine wahre Natur und weiss, dass der Tod ein Durchgang in eine neue Existenz ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und ihr kennt den Satz: Wer stirbt, bevor er stirbt, stirbt nicht, wenn er stirbt. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und ihr wisst es auch, der große Tod, den wir sterben, ist nicht der Tod, der am Ende unseres Lebens steht, sondern es ist das Sterben, das wir mitten im Leben erfahren, wenn wir ganz ins Leben durch brechen. Dann erfahren wir, dass es nur diese eine Lebendigkeit, dieses eine Leben gibt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Tod, die Tode, die wir immer wieder sterben müssen, um lebendig zu bleiben, machen uns dann keine Angst mehr, sondern sie haben einen Geschmack von Leben, weil wir eins mit dem Leben sind und so niemals sterben können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Menschen erfahren dann, dass das Leben uns in jedem Augenblick trägt - in hellen und in dunklen Stunden, in der Freude und im Glück und in der Trauer, in Schmerzen und Angst. Darum ist der Augenblick, das Jetzt, das wir auf unserem Meditationsplatz üben so wichtig, denn nur im Augenblick erfahren wir die „Ewigkeit“, ganz gleich wie lange wir auf dieser Erde leben, und wie alt wir einmal werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Matthias Uhlich (Hong zhi), im April 2022
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 07 Apr 2022 20:16:45 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/der-tod-befreit-zum-leben</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Langsames Gehen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/langsames-gehen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede November 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          行禪
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Langsames Gehen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Während des langsamen Gehens beobachten wir die in Körper und Geist aufkommenden Empfindungen und bilden dadurch die Grundlage für unsere Übung der Erleuchtung des Herzens. Wir können das langsame Gehen überall üben, auch in einer hektischen und lauten Umgebung. Die Gehmeditation kann uns helfen, im täglichen Leben die ständige Klarheit der Gedanken zu bewahren. Wir alle müssen uns jeden Tag bewegen, soweit wir physisch dazu in der Lage sind. Wenn wir die Gehmeditation in unseren Tagesablauf integrieren, gibt uns das mehr Möglichkeiten, Chan zu üben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Gehmeditation an sich ist eine selbstständige Form der Meditationsübung, und gleichzeitig auch eine der am weitesten verbreiteten Übungen im Buddhismus. Während des langsamen Gehens muss jede Bewegung ganz langsam erfolgen; wir müssen jeden Bewegungsverlauf klar verfolgen und uns eines jeden Schrittes ganz bewusst sein. Macht jeden Schritt ganz leicht und langsam, ohne jegliche Ablenkung oder Verwirrung des Bewusstseins.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jeder Schritt in der Gehmeditation ist eine Sache des Bewusstseins. Fühle, wie du den Fuß vom Boden abhebst, wie du ihn sachte nach vorne bewegst und wieder absetzt; wie er den Boden berührt. Wenn dir jede einzelne Bewegung ganz klar ist, kommt dein Geist zur Ruhe. Beobachte deine Gedanken und sei dir all deiner Handlungen im täglichen Leben bewusst; wende die Prajna Weisheit der Leere an, um alle Verwirrung zu erhellen, und tue nichts Schlechtes.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das langsame Gehen ist ein Akt des Bewußtseins. Sei jeder Bewegung deiner Füße, der Größe deiner Schritte und des Bewegungsablaufs bewusst; sei dir klar bewusst, dass du gehst; geh langsam und sachte, reguliere die Klarheit deines Geistes. Je mehr du gehst, desto klarer wird dein Geist und desto weniger deine Gedanken und Verwirrungen. So wirst du nach und nach erfahren, dass das klare Bewußtsein formlos ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 24 Mar 2022 10:19:14 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/langsames-gehen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Wohin mit unseren Ängsten und Unsicherheiten, die unser Leben durchziehen?</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/wohin-mit-unseren-aengsten-und-unsicherheiten-die-unser-leben-durchziehen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho Februar 2022
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Wohin mit den Ängsten und Unsicherheiten, die unser Leben durchziehen?
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der letzten Zeit, bin ich bei Dokusan-Gesprächen immer wieder darauf angesprochen worden, wie schwer es Menschen in diesen Tagen ist, mit den verschiedenen schwierigen Situationen, die wir in unserer Gesellschaft leben, umzugehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und in der Tat es ist nicht einfach all die Spannungen, die gerade unser Miteinander durchziehen, auszuhalten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ist auf der einen Seite sehr viel Angst und Unsicherheit um Corona, die Angst andere anzustecken oder von anderen angesteckt zu werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ist aber auch viel Unsicherheit, über die Informationen, die wir bekommen und die unklare Rolle der Medien in der gesamten Berichterstattung, denen manche einfach nicht mehr trauen können. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ist aber auch ein großes Potenzial an Aggressionen in unserem Miteinander, das manche von uns sehr intensiv wahrnehmen und nur schwer damit umgehen können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dazu kommt auch die Angst vor Krieg und Gewalt zwischen Russland und der Ukraine und deren unabsehbare Folgen für unser Leben hier in Westeuropa.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In Gesprächen wird mir immer wieder gesagt, wie soll ich das aushalten, wie soll ich damit umgehen, wie wird es weitergehen, was soll noch aus all dem werden?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Für viele sind es sehr elementare und bedrückende Fragen und es scheint irgendwie keinen Ausweg oder überhaupt einen Weg zu geben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Damit ist ein strukturelles Problem für uns alle, die wir meditieren, angedeutet, beziehungsweise schon sehr gut beschrieben: je mehr wir in die Stille kommen, je mehr wir zur Ruhe finden, umso mehr und intensiver nehmen wir die Unruhe und die Spannungen um uns herum wahr. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Durch die Meditation sind wir durchlässiger, sensibler und auch schutzloser all dem ausgesetzt, was um uns herum geschieht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und das ist auch richtig so, denn unsere Übung heißt ja, bewusst den Augenblick, das Jetzt wahr-zunehmen. Und damit nehmen wir natürlich auch all das wahr, was andere Menschen oftmals so überhaupt nicht aufnehmen können, sich bewusst machen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mir scheint, dass vielen, die mit uns leben, gar nicht klar ist, was gerade alles auf dem Spiel steht. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da mutet das kleinkarierte Kreisen um ein Virus eher sehr unbewusst an.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber was können wir machen? 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was sollen wir tun? 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sind wir denn überhaupt noch auf dem richtigen Weg?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir haben doch eigentlich die Ruhe gesucht und begegnen nun in einer sehr intensiven Weise der Unruhe. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ist es das, was wir uns unter Zen-Meditation vorgestellt haben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sicher nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dennoch sind diese Phänomene Teil des spirituellen Zen-Weges.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im ZEN gehört immer beides zusammen, die kontemplative Ruhe und Gelassenheit auf der einen und das sich dem Leben auf dem „Marktplatz“ stellen, auf der anderen Seite.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und auf dem Marktplatz begegnen wir gerade sehr viel Unruhe, Spannungen, Zerrissenheit, Unsicherheit, Misstrauen, Schuldzuweisungen und Angst - und damit verbunden ist für viele Menschen auch die Suche nach etwas, was uns Orientierung und Hilfe sein kann, in einer Zeit, in der für manche wenig Vertrauenswürdiges mehr zu finden ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dieser Tage erzählte mir jemand eine kleine Begebenheit, von einer Begegnung auf dem Domplatz bei den Spaziergängern. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Person stand unmittelbar neben dem Geschehen, das ich jetzt nicht weiter skizzieren möchte, und beobachtete, was geschah. Am nächsten Tag las sie zu diesem Ereignis den Bericht in der PNP und war höchst erstaunt, was da der Journalist berichtet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es war so ziemlich das Gegenteil von dem, was sie selbst beobachtet hatte. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Damit ist ziemlich gut ein Problem unserer Tage skizziert.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Presse und deren Berichterstattung scheint in manchen Dingen nicht mehr mit der Realität übereinzustimmen, die Menschen von der Wirklichkeit haben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und da entsteht plötzlich ein großes Misstrauen, eine Empörung und Ärger über das, was uns da mitgeteilt wird.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht sollten wir in diesem Zusammenhang noch einmal einen Blick auf den Journalisten und dessen Situation werfen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Journalist ist von einer Zeitung angestellt, die eine bestimmte politische Richtung vertritt. Vielleicht hat der Journalist Familie, hat einen Kredit ab zu zahlen oder wie auch immer, er muss seinen Lebensunterhalt in irgendeiner Form absichern. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der gute Mensch weiß nun ganz genau, dass er seinen Artikel, wenn er ihn verkaufen will, so gestalten muss, dass sein Vorgesetzter ihn auch akzeptiert und er am nächsten Tag in der Zeitung, die für eine bestimmte Haltung steht, veröffentlicht wird.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sarah Wagenknecht hat kürzlich in einem kleinen Gespräch gezeigt, wie sich in den letzten Jahren unsere Medienlandschaft verändert hat. Sie machte deutlich, dass aus den ehemals über 200 Unternehmern, die den journalistischen Markt mit Informationen versorgten, nunmehr 20 übrig geblieben sind, die die ganze Medienwelt beherrschen. Das geht auf Kosten der Vielfalt aber auch einer kritischen Berichterstattung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bitte versteht nicht falsch, ich möchte an dieser Stelle niemanden kritisieren oder gar verurteilen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielmehr scheint mir die Frage, die wohl manche von uns umtreibt, wichtig: Wie sollen wir mit dieser Situation umgehen? 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Situation der Spannung und Angst, der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins z.B. im Falle eines Impfzwanges und der Unsicherheiten, die von verschiedenen Seiten geschürt werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gerne würde man etwas tun, aber uns scheinen die Hände gebunden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, man kann auf die Straße gehen, aber das ist nicht jeder Manns und jeder Frau Sache. Ob und was es bewirkt, das weiss wohl niemand so recht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr kennt meine Gedanken zum Thema Coronavirus und in dem Zusammenhang auch die Frage, was haben wir in diesem Zusammenhängen zu lernen, ja schon ganz gut. Und ich möchte gerne zwei Aspekte für diesen Vortrag noch einmal hervorheben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zum einen möchte ich sagen, dass ich glaube, dass das Virus die Wahrheit, die schon immer da war nun in einer ziemlichen Klarheit uns vor Augen stellt. Und das ist oftmals nicht so angenehm und einfach zu verkraften.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Wahrheit über unser gesellschaftliches Zusammenleben, die Wahrheit aber auch in unserem ganz persönlichen Umgang mit uns nahen Menschen und Freunden kommt ans Licht, ins Licht. Und das ist manchmal nicht leicht auszuhalten, was wir da an menschlichem Miteinander erleben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zum anderen sagt uns das Virus aber auch, dass wir uns mehr auf uns selbst besinnen sollen und uns nicht mehr im Aussen fest machen und auf die vielen Meinung anderer hören und gar uns auf sie gründen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das, was wir jetzt in der Presse und den öffentlichen Medien erfahren, macht es für manche von uns unmöglich, dieser Berichterstattung und diesen Informationen noch zu trauen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In diesem Zusammenhang scheint mir die Aufforderung, die uns das Virus mit auf den Weg gibt, sehr klar zu sein, nämlich orientiere dich nicht mehr an den Anderen, im Aussen, sondern entwickle immer mehr die Fähigkeit in dich hinein zu spüren, in dir selbst Halt zu finden und Sicherheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lerne ganz neu auf deine innere Stimme zu hören, deiner Intuition zu folgen - und vor allem zu trauen!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber wie soll das gehen, so fragen mich manche, wenn ich innerlich völlig durcheinander bin und überhaupt gar nicht weiss, was ich denken und fühlen soll; wenn die allgemeine Angst auch in mir steckt; wenn ich die Aggression und Spannungen der anderen auch in mir wahrnehme?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, das ist richtig so, dass wir mit unserem Weg auf keiner Insel leben und die Erfahrungen der Menschen, mit denen wir zusammen sind,  sich auch mitten durch unser Leben, durch unseren spirituellen Weg ziehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist manchmal leicht gesagt - und in guten Zeiten fühlt es sich auch gut an, wenn uns die Mystiker ihre Erfahrung der Verbundenheit mit allem immer wieder mit auf den Weg geben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber dieses Verbundensein mit allem heisst ja auch, dass wir genauso mit all dem Schwierigen und Schweren, was unsere Gesellschaft durchzieht, verbunden sind. All das, was die Menschen bewegt - und dabei scheint es mir unwichtig zu sein, ob die Menschen das bewusst wahrnehmen oder nur unbewusst ihr Leben gestalten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir sind Teil des Ganzen und nehmen natürlich auch die Widersprüche und Spannungen der Menschen, in der Gesellschaft auf, sie gehen auch mitten durch uns hindurch.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr kennt das Bild vom Netz, wo jeder von uns eine Masche dieses Ganzen ist und wir so alle miteinander auch verbunden sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Als Sangha sind wir wie ein Netz. Und wir speisen in dieses Netz ein und wir ziehen auch Kraft aus unserer Gemeinschaft, unserem Miteinander für unseren Weg.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was im Kleinen für unsere Sangha gilt, das gilt auch in viel größerem Maße für das Zusammenleben mit den anderen Menschen. Auch mit denen sind wir verbunden, auch von denen nehmen wir auf und wir speisen auch in dieses große Netz der Gesellschaft ein. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Für viele ist es nicht leicht das Schwierige, das sie gerade in unseren Tagen wahrnehmen auch auszuhalten. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und da sind immer wieder die Fragen, was soll ich, was sollen wir machen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Als erstes scheint mir wichtig zu sein, dass wir bewusst wahr-nehmen was ist. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Also eben nicht verdrängen oder so tun als wäre nichts, sondern unser Bewusstsein auch auf die Dinge richten, die schwierig sind, die uns bedrängen, die manchmal kaum noch auszuhalten sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bewusstsein und nicht verdrängen ist eine wichtige Übung auf unserem spirituellen Weg. Manche von euch kennen meine Idee dazu, dass ich immer wieder sage, wenn du das Schwierige wahrnimmst, dann setz dich rein, dann nimm das an, was ist und wenn irgend es geht, dann halte dich darin aus.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Wandlung, die Veränderung kommt nicht dadurch, dass wir bestimmte Dinge ausblenden oder nicht wahrhaben wollen, sondern geschieht dadurch, dass wir das, was uns bedrängt und bedrückt wahr-nehmen und eben nicht verdrängen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Wahrnehmung deutet sich dann oftmals schon eine Wandlung an. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir verdrängen, nehmen wir uns die Möglichkeit der Veränderung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dinge wahrzunehmen heißt nun aber nicht, dass wir uns ständig damit beschäftigen und um sie kreisen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Anweisungen der alten Meister, die noch heute genauso gilt, heißt: Nimm die Dinge wahr, aber hafte an sie nicht an, sondern lass sie ziehen, lass sie immer wieder gehen in den offenen Raum unseres Seins.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und in diesem Zusammenhang haben sie uns die Übung mit dem Atem, bzw. mit den Koans mitgegeben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nimm wahr was ist - und da ist es gleichgültig, ob du in deinen ganz persönlichen Dingen ge- oder befangen bist, oder ob dich die grossen gesellschaftlichen Probleme umtreiben. Nimm all das wahr aber identifiziere dich nicht damit, sondern lass die Dinge wieder ziehen, hafte nicht an. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Verbinde all das mit deinem Atem, der kommt und geht. Und nur weil du ausatmest, den Atem wieder gehen lässt, kann der neue Atem kommen, kannst du einatmen, kannst du leben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So auch mit den Dingen, die dich unablässig beschäftigen, bedrängen. Versuche über das Ausatmen die Dinge ziehen zu lassen, die dein Leben eng machen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und über das Einatmen spüre dich wieder neu in deinem Körper, nimm so deine Einmaligkeit wahr, denn so wie du atmest, atmet sonst niemand auf der Welt. Spüre dich, nimm dich wahr so wie du bist. Und je mehr es dir gelingt bei dir zu sein, um so mehr wirst du frei von den anderen Menschen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du findest dich und in dir deine Sicherheit, indem du dich so wie du bist wahr-nehmen und annehmen kannst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so wirst du ein Gegenüber für die, die oft so unklar und ungewiss sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Je mehr es uns gelingen kann bei uns zu sein, und das was uns unablässig beschäftigen auch zu lassen, um so mehr kommen wir in einem ganz direkten Sinne zu uns und in unsere Mitte. Spüren uns und entwickeln immer mehr ein Gefühl dafür, was uns gut tut und was nicht. Und so werden wir immer weniger von anderen und deren Denken und Fühlen abhängig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Je mehr wir es lernen können die Spannungen, die wir wahrnehmen, auszuhalten und dann auch wieder gehen zu lassen und damit zur Ruhe und in einen Frieden zu kommen, um so mehr können wir dann auch in unsere kleine Umgebung, in der wir tagtäglich leben  - aber auch in das grosse gesellschaftliche Netz  Ruhe und Frieden und vielleicht auch Wandlung einspeisen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Matthias Uhlich
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          2/2022
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 24 Feb 2022 11:40:42 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/wohin-mit-unseren-aengsten-und-unsicherheiten-die-unser-leben-durchziehen</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Chan Übung ist das Schauen des Herzens</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/chan-uebung-ist-das-schauen-des-herzens</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Januar 2022
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan Übung ist das Schauen des Herzens
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bei der Chan Übung dreht es sich hauptsächlich darum, Herz und Geist sehen zu können. Es geht nicht darum, in irgendeine meditative Trance zu geraten. Das brauchen wir in keinerlei Hinsicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In den vier Formen der Geburt und den neun Bereichen[i] führt jeder einzelne Gedanke zur Wiedergeburt. Es gibt keinen einzigen Gedanken, der nicht zu einem Ort der Wiedergeburt wird, und es gibt keinen einzigen Ort, an dem eure Gedanken verweilen sollten. Wenn ihr daher frei von Wiedergeburt sein wollt, müsst ihr euer Herz entdecken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan ist nicht irgendeine Theorie, sondern nichts anderes als “der Punkt, an dem alle Aktivitäten des Geistes ausgelöscht sind.” Wenn der Geist den Punkt erreicht, an dem er nicht mehr in Aktion tritt, bedeutet das, dass er nach Hause zurückgekehrt ist. Erstrebe nicht Dinge, die nicht das Herz sind, sondern bemühe dich ernsthaft um deine Übung. Verliere dich nicht in rationalem Wissen, da ein solches Wissen im Chan nutzlos ist. Du musst “alle Worte und Begriffe” hinter dir lassen, was nichts anderes bedeutet als: “der Punkt, an dem alle Aktivitäten des Geistes ausgelöscht sind.” Wirf dich nicht ständig in die Wiedergeburt, sondern in die Methode. Was bedeutet Methode? Methode bedeutet, unseren Geist zu läutern, ihn erfrischt, unbegrenzt und in Frieden sein zu lassen, so dass er sublim wird.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Ziel der Chan Übung ist es, unser ursprüngliches Gesicht zu sehen.  Buddha Shakyamuni sagte: “Ich habe den Schatz des wahren Dharma Auges, das wunderbare Herz des Nirvana, die wahre formlose Form.” Die wahre Form ist formlos, und daher lasst uns die Formlosigkeit benutzen, um die wahre Form zu finden, und die wahre Form dazu, alle Unterschiede zu umfangen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was ist unser ursprüngliches Gesicht? Was sind wir, bevor unsere Eltern uns in die Welt bringen, bevor dieses Gebilde, der Körper, geformt worden ist? Dieser Körper kommt durch das Karma zustande, er ist nicht unser ursprüngliches Gesicht.  Unser ursprüngliches Gesicht kann nicht unter den Phänomenen der Bereiche der Wiedergeburt gefunden werden, und solange wir noch in der Welt der Phänomene feststecken, werden wir nicht in der Lage sein, die wahre Form zu sehen. Solange wir die wahre Form noch nicht gefunden haben, können wir die Welt der Unterschiede nicht hinter uns lassen, und wenn wir die Welt der Unterschiede nicht hinter uns lassen können, wird unser Geist viele Dinge produzieren. Wo es eine Form gibt, steckt der Geist (dahinter).
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn Du Chan übst, richte deinen Geist nicht auf dieses oder jenes beim Sitzen. Denke nicht ständig über die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft nach. Diese drei Zeitabschnitte sind ungreifbar – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind zeitlos.  Was sollen wir tun? “Ursprünglich gibt es noch nicht einmal ein einziges Ding. Wo sollte sich irgendein Staub ansetzen?”  Ursprünglich gibt es noch nicht einmal ein einziges Ding – weder in der Vergangenheit, noch in der Gegenwart, noch in der Zukunft. Diese drei Geisteszustände sind ungreifbar, und mit dieser Realisierung erscheint unser ursprüngliches Gesicht ganz von selbst.  Also mach nicht so viele Knoten, wenn du meditierst, sondern lass jeden Knoten sich im Licht dieser Ungreifbarkeit auflösen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          [i] Die vier Geburten: 1. Geburt von einem Ei – wie ein Vogel, Fisch, oder Reptil. 2. Geburt von einer Gebärmutter – wie Menschen und Säugetiere. 3. Geburt von Feuchtigkeit – Insekten mit mikroskopisch kleinen Eiern. 4. Geburt durch Verwandlung - wunderbare Materialisierung – wie bei den Devas (Gottheiten).
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die neun Bereiche: Neun Bereiche des Bewusstseins : Die Welt und 6 Deva Bereiche der Begierde, der Bereich des Nicht-Denkens und der Bereich jenseits von Denken und Nicht-Denken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 07 Feb 2022 16:25:50 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/chan-uebung-ist-das-schauen-des-herzens</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Sitzen und unsere ursprüngliche Natur sehen – den Ursprung realisieren.</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/my-post5fcfdc21</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Dezember 2021
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Nonnen und Mönche auf dem Ling Jiou Mountain nehmen jedes Jahr an einem längeren Chan Retreat teil, was eine sehr seltene Gelegenheit und eine kostbare Zeit ist, die alle wirklich schätzen sollten. Was ist es, das wir während dieser kostbaren Zeit tun sollten? Es ist unsere Herzensnatur zu realisieren, was bedeutet, unsere Herzensnatur zu verstehen, unser Herz zu erleuchten und unsere wahre Natur zu sehen.  Wie erleuchten wir das Herz? Wie können wir das Herz sehen? Wir brauchen eine Methode dazu – nämlich die vier Schritte. Die vier Schritte helfen uns, unsere Herzensnatur ganz zu erforschen und zu verstehen, und dabei gute Fortschritte zu machen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht fühlt ihr euch zwei Tage vor Anfang des Retreats ziemlich müde und schläfrig, aber versucht, auch diese seltene Gelegenheit dadurch wahrzunehmen, dass ihr Achtsamkeit entwickelt. Während des Sitzens werden solche körperlichen Reaktionen wie Muskelkater, eingeschlafene oder geschwollene Gliedmassen, Schmerzen oder Juckreiz auftreten.  Und wenn sich unsere Poren öffnen, wird sich unser Körper juckend, heiß, und verschwitzt anfühlen.  Aber versucht, euch mit dem Geist des Alltäglichen darauf einzustellen und euch nicht ständig hin-und-herzubewegen wie ein Krabbeltier.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir müssen gelassen sitzen und unsere ursprüngliche Natur sehen, den Ursprung realisieren. Sitzen und unsere ursprüngliche Natur zu sehen bedeutet, Chan zu erforschen. Was ist diese Erforschung? Wer lauscht? Wer sitzt? Lauscht still, lauscht ganz in Frieden, lauscht auf den Ton der Stille.  In diesen wenigen Tagen müssen wir sitzen und unsere ursprüngliche Natur auf diese Weise sehen, nämlich indem wir immer und immer wieder auf diese ursprüngliche Natur lauschen. Der Kreislauf von Leben und Tod ist sehr mühsam, sehr schmerzhaft. Wenn wir unser ursprüngliches Gesicht nicht realisieren, wissen wir wirklich nicht, wie lang wir uns in diesem Rad der Wiedergeburten befinden werden, ins Leiden eingetaucht, wo Denken Leiden ist, Nicht-Denken ebenfalls Leiden ist, wo Geburt, Alter, Krankheit und Tod schmerzhaft sind, wo die fünf Aggregate (Körper, Empfindungen, Gedanken, Impuls und Bewusstsein) lodern und schmerzhaft sind. Dieses Leiden hängt mit unserer Unwissenheit zusammen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In Wirklichkeit sind wir ursprünglich vollkommen, ohne dass da irgendetwas fehlen würde. Das, wo ursprünglich nichts fehlt, was ursprünglich vollkommen ist, ist der jetzige Moment. Aber wir sind so damit beschäftigt, alle möglichen Gedanken zu denken, so beschäftigt, unser tägliches Leben zu leben, so mit allen möglichen Dingen beschäftigt, dass wir keinerlei Möglichkeit haben, unser ursprüngliches Gesicht zu erkennen. Unser ursprüngliches Gesicht strahlt jeden Tag hell, so wie es ist, ohne sich jemals zu bewegen. Warum empfinden wir Leben und Tod auf diese Weise – als vergänglich? Warum drehen wir uns im Rad des Samsara? Wo sind wir blind? Wo halten wir an etwas fest? Entspannt euch und lasst los, lauscht still, lauscht, ohne an etwas festzuhalten, lauscht auf die Stille in allem.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 22 Dec 2021 11:02:33 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/my-post5fcfdc21</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Warum üben wir - was üben wir?</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-aufmerksamkeit-bewusstsein</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Von euch ist ein Thema für ein Teisho genannt worden, das ich sehr interessant finde und über das ich gerne ein paar Gedanken sagen möchte: 
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Warum wir üben - was üben nicht ist.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Allein die Frage zeigt schon einen sehr interessanten Blickwinkel auf unsere Meditationspraxis.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bei meinen Einführungskursen in die Zen-Meditation mache ich zu Beginn immer eine kleine Eingangsrunde mit der Frage, warum Menschen sich für diesen Kurs angemeldet haben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Antworten sind sehr unterschiedlich - und dennoch bei aller Verschiedenheit ist ein Tenor da, der heisst, ich will zur Ruhe kommen, ich will entspannen, mein Arzt oder Therapeut hat mir gesagt, ich müsste/sollte meditieren, um aus meinem Stress raus zu kommen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da sind Menschen, die zur Ruhe kommen wollen, ausspannen, entspannen, Raum für sich suchen und finden wollen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Beim Begriff Meditation assoziieren wir natürlich, Relaxtheit, mal nichts machen und rundum nur noch entspannen, ausruhen vom Alltag, vom Stress, der uns alle in je eigener Weise fordert und im Griff hat.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir möchten gerne raus aus einer Welt der Unruhe und des Getriebenseins und diese uns unbarmherzig fordernde Welt hinter uns lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Manchmal ist diese Vorstellung auch mit einem Kämmerlein verbunden, in dem ich ganz für mich, abgeschirmt von der Welt, dem Alltag zur tiefen Ruhe und Glückseligkeit finden kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich weiss nicht, ob es diesen Ort des Rückzuges und des seligen Glückes bei sich zu sein, jemals gab oder geben kann - ausser vielleicht in den Vorstellungen und Wünschen von gestressten Menschen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr alle kennt es und wisst aus eigener Erfahrung davon, dass Zen-Meditation keine Wellness Veranstaltung à la Fernost ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was wir praktizieren ist ein Weg, den Menschen im Osten wie im Westen als einen mystischen, spirituellen Weg gegangen sind. Und wenn ich vom Praktizieren spreche, dann impliziert das ganz automatisch auch, was zu jeder Praxis gehört, das Üben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Übung ist wohl die Grundlage einer jeden spirituellen Praxis. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Üben allein für mich zu Hause an meinem Meditationsplatz, in der Gruppe zusammen mit anderen - und vor allem im Alltag mit und bei den Menschen, die von Spiritualität, von Mystik keine Ahnung haben und auch nichts davon wissen wollen. Auf diese Übungen muss ich mich immer neu einlassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Alltag - im Zen oft mit dem Begriff „Marktplatz“ beschrieben und der Rückzug auf meinen Meditationsplatz sind keine Gegensätze, sondern beide gehören zusammen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Beide sind Übungsplätze, die für unser Leben wichtig sind und die sich gegenseitig durchdringen. Und jeder Bereich kann auf diese Weise den anderen hilfreich befruchten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und damit ist deutlich, die Ruhe und Gelassenheit, das Bei-mir-sein ist nicht nur eine Übung im Rückzug, sondern ebenso wichtig auch im alltäglichen Leben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Alltag werden wir immer wieder schnell von all dem, was so am „Wegesrand“ liegt und einen gewissen Aufforderungscharakter hat, von den Versuchen bei uns zu bleiben abgezogen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir alle kennen es wohl ganz gut, dass wir manche Dinge gleichzeitig tun, telefonieren und nebenbei kleine Handgriffe erledigen; manches, was wir bei einer Tätigkeit wahrnehmen auch gleich noch mit machen, weil es sich gerade anbietet usf.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so ist unsere Übung im Alltag, einfach einmal ganz ruhig bei mir und dem zu bleiben, was ich gerade tue: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auf meinem Meditationsplatz, in der Stille dieses ruhige bei mir sein zu üben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann diese Übung mit in den Tag zu nehmen in jeden Handgriff, in die Begegnungen mit Menschen, in all dessen, was am Tag zu erledigen ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dieses ruhig bei mir bleiben übe ich jeden Tag. Und da merke ich schon, wie schwierig es ist, mich nicht immer wieder von den vielen verschiedenen Gedanken und Eindrücken, Erinnerungen, Bildern, Befürchtungen …. abziehen zu lassen, sondern einfach nur ganz ruhig bei mir und dem Augenblick, den Atemzug jetzt, zu bleiben oder eben auch bei dem zu sein, was gerade an Lebendigkeit mir begegnet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dieses JETZT, dieser Augenblick ist in allen mystischen Traditionen des Ostens und des Westens wichtig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der westlichen Tradition sprechen die Mystiker, vor allem Meister Eckehart vom „NU“.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In diesem Augenblick, in diesem „NU“ gibt es keine Zeit mehr, reines, einfaches Dasein geschieht dann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Menschen haben es immer wieder erfahren, dass immer dann, wenn es ihnen gelingt, in den Augenblick zu kommen, dass dann die verschiedenen Zeitdimensionen ihre bannende, bindende Kraft verlieren können. Angst, Sorge, Erwartungen, Berechnungen, wie es wohl werden wird, werden könnte, die uns manchmal so sehr in die Enge treiben, verlieren ihre lähmende Kraft und wir finden uns mit einem Male in einem Jetzt, dessen lösende Kraft uns zufliesst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt die schön Zen-Geschichte von Meister Ikkyu, den ein Schüler nach dem Wichtigsten des Zen Weges fragte und wohl vom Meister kluge spirituelle Weisungen und Erklärungen erwartete. Meister Ikkyu aber nahm seinen Pinsel und schrieb das Wort: AUFMERKSAMKEIT
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ist das alles?, fragte der Mann. Kannst du nicht noch etwas mehr dazu sagen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Daraufhin nahm der Meister wieder seinen Pinsel und schrieb wieder das Wort AUFMERKSAMKEIT.AUFMERKSAMKEIT.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Mann wandte sich enttäuscht ab und sagte, in dem was du da schreibst kann ich weder Freiheit noch Tiefe erkennen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da nahm Ikkyu noch einmal seinen Pinsel und schrieb dreimal hintereinander: AUFMERKSAMKEIT.AUFMERKSAMKEIT.AUFMERKSAMKEIT.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ärgerlich fragte der Mann, was soll dieses Wort AUFMERKSAMKEIT denn bedeuten?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ikkyu antwortete AUFMERKSAMKEIT bedeutet AUFMERKSAMKEIT.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der grosse vietnamesische Zen Meister Thich Nhat Hanh hat mit und bei seinen Schülern  die ACHTSAMKEIT geübt. Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sind wohl synonyme Begriffe für die Übung, um die es geht. Bei Thich Nhat Hanh spielt neben der Zen-Übung auf dem Sitzkissen die Gehmeditation eine wichtige Rolle aber auch das alltägliche Tun, die einfachen Arbeiten im Haus und im Garten sind bei ihm wichtige Orte des Übens. Die meditative Übung und der Alltag gehören für ihn zusammen, so lehrt er das Zen. Und so sagt er z.B. “Es gibt zwei Arten, das Geschirr abzuwaschen: Die erste ist, das Geschirr zu spülen, um sauberes Geschirr zu haben, und die zweite ist, das Geschirr zu spülen, um das Geschirr zu spülen.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist es auch, was Meister Eckehart mit dem „NU“ oder in einer anderen Redewendung, die er immer wieder gebraucht, „sundern warumbe“, ohne warum zu sein, meint.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Von Theresa von Avila wird berichtet, dass sie die Nonnen, die sich der spirituellen Übung der Levitation hingaben aus der Kirche holte und sie in die Küche schickte:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Auf ihr faulen Weiber geht an die Töpfe und Pfannen!“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In einem Text, der Theresa zugeschrieben wird, wird das eben Beschriebene noch einmal konkretisiert:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Herr der Töpfe und Pfannen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und im stürmischen Horizont. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mach´ mich zu einer Heiligen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nimm an meine rauen Hände,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weil sie für dich rau geworden sind. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kannst du meinen Spüllappen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als einen Geigenbogen gelten lassen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der himmlische Harmonie hervorbringt auf einer Pfanne?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie ist so schwer zu reinigen und, ach, so abscheulich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hörst du, lieber Herr, die Musik, die ich meine?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Stunde des Gebetes ist vorbei,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          bis ich mein Geschirr vom Abendessen gespült habe,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und dann bin ich sehr müde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn mein Herz noch am Morgen bei der Arbeit gesungen hat,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist es am Abend schon längst vor mir zu Bett gegangen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Herr der Töpfe und Pfannen, bitte,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          darf ich dir, statt gewonnener Seelen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die Ermüdung anbieten, die mich ankommt
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          beim Anblick von Kaffeesatz und angebrannten Kochtöpfen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erinnere mich an alles, was ich leicht vergesse,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nicht nur um Treppen zu sparen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sondern dass mein vollendet gedeckter Tisch
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ein Gebet werde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Zen haben wir das gleiche so beschrieben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alltag ist der Weg
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (Mumonkan Nr. 19)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jôshû fragte Nansen in allem Ernst: „Was ist der WEG?" 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nansen antwortete: „Der alltägliche Geist ist der WEG." 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jôshû fragte: „Soll ich mich selbst darauf ausrichten oder nicht?" 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nansen sagte: „Wenn du versuchst, dich ihm zuzuwenden, wendest du dich von ihm ab." 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jôshû fragte: „Wenn ich nicht versuche, mich ihm zuzuwenden, wie kann ich wissen, daß es der WEG ist?" 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nansen antwortete: „Der WEG hat nichts zu tun mit Wissen oder Nicht-Wissen. Wissen ist Illusion. Nicht-Wissen ist ohne Bewusstsein. Wenn du den zweifelsfreien, wahren WEG wirklich erreicht hast, wirst du ihn erfahren als grenzenlos und leer wie den Weltraum. Wie kann man darüber sprechen auf einer Ebene von Richtig oder Falsch?"
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bei diesen Worten war Jôshû plötzlich erleuchtet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es geht im Westen wie im Osten, um die einfache Aufmerksamkeit in all den oft so banalen Dingen, die wir immer wieder zu verrichten haben. Wie einfach es auch gerade sein mag, was ich tue, vom Spülen über das Teetrinken, das Gehen, das Gespräch mit den anderen …… all das ist unsere Übung und sonst nichts.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Thich Nhat Hanh hat dazu geschrieben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Wenn du von deinem Kummer fortgetragen wirst, von deiner Angst, deiner Wut, dann kannst du auch nicht wirklich dasein für die Menschen und die Dinge, die du liebst.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist ein Aspekt. Einen anderen habe ich vorhin schon angedeutet, nämlich, dass aus dem Erleben der Gegenwärtigkeit eine grosse Erfahrung von Glück und Glückseligkeit entstehen kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Marguerite Porete beschreibt diese Erfahrung so:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Solch eine Seele schwimmt im Meer der Liebe,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das ist im Meer des Entzückens,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das von der Gottheit herabströmt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie fühlt keine Freude,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn sie selbst ist Freude
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und schwimmt und fließt in der Freude,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ohne sie zu empfinden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Denn sie bewohnt die Freude,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und Freude bewohnt sie.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ganz in den Augenblick, ins Jetzt zu kommen, schafft gerade das Erleben von Freude und grosser, tiefer Verbundenheit mit allem, was ist und entspringt allein aus dieser Präsenz.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch hier haben wir es wieder, es ist keine besondere Freude, die an irgendetwas gebunden ist, sondern es ist die tiefe Freude an der Freude, um es mit Meister Eckehart zu sagen, „sundern warumbe“, die erfahren wird. Die aber auf der anderen Seite ganz tief in und mit unserem Leben, unserem Alltag verbunden ist - und die auch jenseits von irgendwelchen Wahrheiten oder Richtigkeiten liegt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Chassidismus wird dieses sich freuen am Leben auch immer wieder thematisiert. Eine kleine Geschichte macht es deutlich, wie voraussetzungslos die Freude ist, sein kann:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Seher von Lublin kannte einen großen Sünder, mit dem er sich immer wieder gern und lang unterhielt. Als die Leute der Gemeinde daran Anstoß nahmen und vorzubringen wagten: »Rabbi, wie duldet Ihr solch einen Menschen in Eurer Gegenwart?« bekamen sie zur Antwort: »Ich weiß, was ihr wißt. Aber was kann ich tun? Ich liebe die Freude und hasse die Trübsal. Und dieser Mann ist ein so großer Sünder; sogar unmittelbar nach der sündigen Handlung, wo doch sonst alle, und sei es auch nur ein Weilchen, zu bereuen pflegen, sei es auch nur, um sich alsbald wieder ihrer Torheit zu ergeben, widersteht er der Schwermut und bereut nicht. Und die Freude zieht mich an.«
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine andere kleine Geschichte aus dem Chassidismus, also der besonderen Frömmigkeitsbewegung des östlichen Judentums, zeigt, wie sehr auch hier die Freude mit dem Alltag, mit der Erfahrung des Augenblicks verbunden ist:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein Schüler bittet seinen Rabbi, zu einem Zaddik in einer anderen Stadt fahren zu dürfen, um von ihm Thora zu lernen. Er versucht ihn zu finden und wird schließlich an einen Schankwirt in einer Kneipe verwiesen. Der Zaddik steht - und hier ist die Geschichte durchaus zenbuddhistisch - hinter der Theke und wäscht Gläser aus. Er bittet den Jungen, ihm zu helfen, Tag für Tag, bis der Schüler am Freitagabend in sein Dorf zurückfährt. Er habe gar nichts gelernt, nur Gläser ausgewaschen, erzählt er seinem Rabbi. Der sagt ihm: »Ja weißt du denn nicht, wenn er die Gläser reinigt, reinigt er die Welt und macht so die Funken frei, die in der beschmutzten Materie sind, und führt sie in die Weltseele zurück.«
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mit dieser Geschichte möchte ich nun noch einmal zu unserer Ausgangsfrage zurück kehren: „Warum üben wir - und was üben nicht ist.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich denke, dass mit dem bisher Gesagten wir eigentlich auf die Frage, was üben nicht ist gar nicht antworten können, denn alles, was uns begegnet, kann zur Übung werden und all jene Menschen, die bereit sind sich auf den Augenblick, auf das Jetzt einzulassen sind Übende, ob Schankwirte, Gaukler, reuelose Sünder; ob im Haushalt, auf dem Felde und im Garten oder im Kontakt mit den Menschen, die Mystiker aller Religionen kennen keinen Unterschied zwischen Heiligen und Sündern, zwischen Alltag und Heiligen Räumen. Sie wissen, dass es nur Menschen gibt, die in je ihrer Weise sich ins Leben ziehen lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und genau um diese Übung geht es.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dazu eine letzte kleine Geschichte:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine französische Marienlegende erzählt von einem Gaukler, der sein unstetes Leben aufgibt und ins Kloster geht. Aber das Leben der Mönche bleibt ihm fremd, er weiß weder ein Gebet zu sprechen noch zu singen. Er klagt sein Leid der Jungfrau Maria, und sie fordert ihn auf Gott mit dem zu dienen, was er könne: Tanzen und Springen! Von da an verpaßt er alle Chorgebete, um in dieser Zeit zu tanzen. Er wird zum Abt gerufen und glaubt, verwiesen zu werden, aber der Abt sagt nur: »In deinem Tanz hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlfeilen Worte verzeihen, die über die Lippen kommen, ohne daß unser Herz sie sendet.«
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Genau um dieses Einswerden geht es auch in unserer Übung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir üben nicht “für” oder “um zu”, sondern dass unser Leben sich von innen her wandelt. Oft in einem langen und manchmal für den Einzelnen in einem kaum wahrnehmbaren Prozess. Aber mehr und mehr werden Geist und Körper und Leben zu einem Ausdruck des Dasein, das ganz selbstverständlich leben, fliessen kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und genau das üben wir, im Grunde, in allen Lagen unseres Tages.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und da ist der Tanz ein schönes Bild, eine gute Metapher für alles Lebendige.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der fernöstlichen Tradition gibt es keine Geschichte von der Entstehung der Welt, so wie wir sie aus der Bibel kennen, sondern da wird berichtet, dass Gott Shiwa die Welt tanzt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Tanz werden Körper und Seele zu einer Einheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Tanz ist Ausdruck des reinen Seins, der Freude oder auch des Leides, der Trauer.  Und gerade im Tanz finden Freude und Leid ihre konkrete Gestalt, um die Erfahrung von Glück und Freude, aber auch, um Leid und Schmerz einen Ausdruck zu geben, um sie dann auch zu überwinden, ins Leben zu integrieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Tanz hat kein Ziel, ausser eben zu tanzen und da zu sein, sich in die Bewegung ziehen zu lassen, eins zu werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir tanzen, tanzen wir nicht, um fertig zu werden, sondern wir tanzen um des Tanzes willen. So wird der Tanz Ausdruck der Freude, der Lebendigkeit und des Lebens schlechthin.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Symphonie und Tanz
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erfahrungsbericht
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du bist der Schöpfer der Symphonie und auch ihr Klang.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich eine unverwechselbare Note, die erklingt und verklingt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du bist der Tänzer und auch der Tanz.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich dieser wirbelnde Tanzschritt im zeitlosen Jetzt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du bist das Kommen und Gehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Geborenwerden und Sterben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum Angst haben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du tanzt und singst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wirst geboren und stirbst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wer sagt da Ich?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Teisho 10/21 PA
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Von euch ist ein Thema für ein Teisho genannt worden, das ich sehr interessant finde und über das ich gerne ein paar Gedanken sagen möchte: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Warum wir üben - was üben nicht ist.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Allein die Frage zeigt schon einen sehr interessanten Blickwinkel auf unsere Meditationspraxis.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bei meinen Einführungskursen in die Zen-Meditation mache ich zu Beginn immer eine kleine Eingangsrunde mit der Frage, warum Menschen sich für diesen Kurs angemeldet haben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Antworten sind sehr unterschiedlich - und dennoch bei aller Verschiedenheit ist ein Tenor da, der heisst, ich will zur Ruhe kommen, ich will entspannen, mein Arzt oder Therapeut hat mir gesagt, ich müsste/sollte meditieren, um aus meinem Stress raus zu kommen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da sind Menschen, die zur Ruhe kommen wollen, ausspannen, entspannen, Raum für sich suchen und finden wollen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Beim Begriff Meditation assoziieren wir natürlich, Relaxtheit, mal nichts machen und rundum nur noch entspannen, ausruhen vom Alltag, vom Stress, der uns alle in je eigener Weise fordert und im Griff hat.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir möchten gerne raus aus einer Welt der Unruhe und des Getriebenseins und diese uns unbarmherzig fordernde Welt hinter uns lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Manchmal ist diese Vorstellung auch mit einem Kämmerlein verbunden, in dem ich ganz für mich, abgeschirmt von der Welt, dem Alltag zur tiefen Ruhe und Glückseligkeit finden kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich weiss nicht, ob es diesen Ort des Rückzuges und des seligen Glückes bei sich zu sein, jemals gab oder geben kann - ausser vielleicht in den Vorstellungen und Wünschen von gestressten Menschen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr alle kennt es und wisst aus eigener Erfahrung davon, dass Zen-Meditation keine Wellness Veranstaltung à la Fernost ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was wir praktizieren ist ein Weg, den Menschen im Osten wie im Westen als einen mystischen, spirituellen Weg gegangen sind. Und wenn ich vom Praktizieren spreche, dann impliziert das ganz automatisch auch, was zu jeder Praxis gehört, das Üben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Übung ist wohl die Grundlage einer jeden spirituellen Praxis. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Üben allein für mich zu Hause an meinem Meditationsplatz, in der Gruppe zusammen mit anderen - und vor allem im Alltag mit und bei den Menschen, die von Spiritualität, von Mystik keine Ahnung haben und auch nichts davon wissen wollen. Auf diese Übungen muss ich mich immer neu einlassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Alltag - im Zen oft mit dem Begriff „Marktplatz“ beschrieben und der Rückzug auf meinen Meditationsplatz sind keine Gegensätze, sondern beide gehören zusammen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Beide sind Übungsplätze, die für unser Leben wichtig sind und die sich gegenseitig durchdringen. Und jeder Bereich kann auf diese Weise den anderen hilfreich befruchten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und damit ist deutlich, die Ruhe und Gelassenheit, das Bei-mir-sein ist nicht nur eine Übung im Rückzug, sondern ebenso wichtig auch im alltäglichen Leben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Alltag werden wir immer wieder schnell von all dem, was so am „Wegesrand“ liegt und einen gewissen Aufforderungscharakter hat, von den Versuchen bei uns zu bleiben abgezogen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir alle kennen es wohl ganz gut, dass wir manche Dinge gleichzeitig tun, telefonieren und nebenbei kleine Handgriffe erledigen; manches, was wir bei einer Tätigkeit wahrnehmen auch gleich noch mit machen, weil es sich gerade anbietet usf.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so ist unsere Übung im Alltag, einfach einmal ganz ruhig bei mir und dem zu bleiben, was ich gerade tue: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auf meinem Meditationsplatz, in der Stille dieses ruhige bei mir sein zu üben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann diese Übung mit in den Tag zu nehmen in jeden Handgriff, in die Begegnungen mit Menschen, in all dessen, was am Tag zu erledigen ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dieses ruhig bei mir bleiben übe ich jeden Tag. Und da merke ich schon, wie schwierig es ist, mich nicht immer wieder von den vielen verschiedenen Gedanken und Eindrücken, Erinnerungen, Bildern, Befürchtungen …. abziehen zu lassen, sondern einfach nur ganz ruhig bei mir und dem Augenblick, den Atemzug jetzt, zu bleiben oder eben auch bei dem zu sein, was gerade an Lebendigkeit mir begegnet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dieses JETZT, dieser Augenblick ist in allen mystischen Traditionen des Ostens und des Westens wichtig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der westlichen Tradition sprechen die Mystiker, vor allem Meister Eckehart vom „NU“.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In diesem Augenblick, in diesem „NU“ gibt es keine Zeit mehr, reines, einfaches Dasein geschieht dann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Menschen haben es immer wieder erfahren, dass immer dann, wenn es ihnen gelingt, in den Augenblick zu kommen, dass dann die verschiedenen Zeitdimensionen ihre bannende, bindende Kraft verlieren können. Angst, Sorge, Erwartungen, Berechnungen, wie es wohl werden wird, werden könnte, die uns manchmal so sehr in die Enge treiben, verlieren ihre lähmende Kraft und wir finden uns mit einem Male in einem Jetzt, dessen lösende Kraft uns zufliesst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt die schön Zen-Geschichte von Meister Ikkyu, den ein Schüler nach dem Wichtigsten des Zen Weges fragte und wohl vom Meister kluge spirituelle Weisungen und Erklärungen erwartete. Meister Ikkyu aber nahm seinen Pinsel und schrieb das Wort: AUFMERKSAMKEIT
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ist das alles?, fragte der Mann. Kannst du nicht noch etwas mehr dazu sagen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Daraufhin nahm der Meister wieder seinen Pinsel und schrieb wieder das Wort AUFMERKSAMKEIT.AUFMERKSAMKEIT.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Mann wandte sich enttäuscht ab und sagte, in dem was du da schreibst kann ich weder Freiheit noch Tiefe erkennen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da nahm Ikkyu noch einmal seinen Pinsel und schrieb dreimal hintereinander: AUFMERKSAMKEIT.AUFMERKSAMKEIT.AUFMERKSAMKEIT.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ärgerlich fragte der Mann, was soll dieses Wort AUFMERKSAMKEIT denn bedeuten?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ikkyu antwortete AUFMERKSAMKEIT bedeutet AUFMERKSAMKEIT.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der grosse vietnamesische Zen Meister Thich Nhat Hanh hat mit und bei seinen Schülern  die ACHTSAMKEIT geübt. Achtsamkeit und Aufmerksamkeit sind wohl synonyme Begriffe für die Übung, um die es geht. Bei Thich Nhat Hanh spielt neben der Zen-Übung auf dem Sitzkissen die Gehmeditation eine wichtige Rolle aber auch das alltägliche Tun, die einfachen Arbeiten im Haus und im Garten sind bei ihm wichtige Orte des Übens. Die meditative Übung und der Alltag gehören für ihn zusammen, so lehrt er das Zen. Und so sagt er z.B. “Es gibt zwei Arten, das Geschirr abzuwaschen: Die erste ist, das Geschirr zu spülen, um sauberes Geschirr zu haben, und die zweite ist, das Geschirr zu spülen, um das Geschirr zu spülen.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist es auch, was Meister Eckehart mit dem „NU“ oder in einer anderen Redewendung, die er immer wieder gebraucht, „sundern warumbe“, ohne warum zu sein, meint.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Von Theresa von Avila wird berichtet, dass sie die Nonnen, die sich der spirituellen Übung der Levitation hingaben aus der Kirche holte und sie in die Küche schickte:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Auf ihr faulen Weiber geht an die Töpfe und Pfannen!“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In einem Text, der Theresa zugeschrieben wird, wird das eben Beschriebene noch einmal konkretisiert:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Herr der Töpfe und Pfannen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und im stürmischen Horizont. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mach´ mich zu einer Heiligen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nimm an meine rauen Hände,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weil sie für dich rau geworden sind. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kannst du meinen Spüllappen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als einen Geigenbogen gelten lassen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der himmlische Harmonie hervorbringt auf einer Pfanne?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie ist so schwer zu reinigen und, ach, so abscheulich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hörst du, lieber Herr, die Musik, die ich meine?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Stunde des Gebetes ist vorbei,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          bis ich mein Geschirr vom Abendessen gespült habe,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und dann bin ich sehr müde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn mein Herz noch am Morgen bei der Arbeit gesungen hat,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist es am Abend schon längst vor mir zu Bett gegangen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Herr der Töpfe und Pfannen, bitte,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          darf ich dir, statt gewonnener Seelen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die Ermüdung anbieten, die mich ankommt
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          beim Anblick von Kaffeesatz und angebrannten Kochtöpfen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erinnere mich an alles, was ich leicht vergesse,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nicht nur um Treppen zu sparen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sondern dass mein vollendet gedeckter Tisch
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ein Gebet werde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Zen haben wir das gleiche so beschrieben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alltag ist der Weg
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (Mumonkan Nr. 19)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jôshû fragte Nansen in allem Ernst: „Was ist der WEG?" 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nansen antwortete: „Der alltägliche Geist ist der WEG." 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jôshû fragte: „Soll ich mich selbst darauf ausrichten oder nicht?" 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nansen sagte: „Wenn du versuchst, dich ihm zuzuwenden, wendest du dich von ihm ab." 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jôshû fragte: „Wenn ich nicht versuche, mich ihm zuzuwenden, wie kann ich wissen, daß es der WEG ist?" 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nansen antwortete: „Der WEG hat nichts zu tun mit Wissen oder Nicht-Wissen. Wissen ist Illusion. Nicht-Wissen ist ohne Bewusstsein. Wenn du den zweifelsfreien, wahren WEG wirklich erreicht hast, wirst du ihn erfahren als grenzenlos und leer wie den Weltraum. Wie kann man darüber sprechen auf einer Ebene von Richtig oder Falsch?"
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bei diesen Worten war Jôshû plötzlich erleuchtet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es geht im Westen wie im Osten, um die einfache Aufmerksamkeit in all den oft so banalen Dingen, die wir immer wieder zu verrichten haben. Wie einfach es auch gerade sein mag, was ich tue, vom Spülen über das Teetrinken, das Gehen, das Gespräch mit den anderen …… all das ist unsere Übung und sonst nichts.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Thich Nhat Hanh hat dazu geschrieben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Wenn du von deinem Kummer fortgetragen wirst, von deiner Angst, deiner Wut, dann kannst du auch nicht wirklich dasein für die Menschen und die Dinge, die du liebst.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist ein Aspekt. Einen anderen habe ich vorhin schon angedeutet, nämlich, dass aus dem Erleben der Gegenwärtigkeit eine grosse Erfahrung von Glück und Glückseligkeit entstehen kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Marguerite Porete beschreibt diese Erfahrung so:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Solch eine Seele schwimmt im Meer der Liebe,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das ist im Meer des Entzückens,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das von der Gottheit herabströmt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie fühlt keine Freude,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn sie selbst ist Freude
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und schwimmt und fließt in der Freude,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ohne sie zu empfinden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Denn sie bewohnt die Freude,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und Freude bewohnt sie.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ganz in den Augenblick, ins Jetzt zu kommen, schafft gerade das Erleben von Freude und grosser, tiefer Verbundenheit mit allem, was ist und entspringt allein aus dieser Präsenz.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch hier haben wir es wieder, es ist keine besondere Freude, die an irgendetwas gebunden ist, sondern es ist die tiefe Freude an der Freude, um es mit Meister Eckehart zu sagen, „sundern warumbe“, die erfahren wird. Die aber auf der anderen Seite ganz tief in und mit unserem Leben, unserem Alltag verbunden ist - und die auch jenseits von irgendwelchen Wahrheiten oder Richtigkeiten liegt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Chassidismus wird dieses sich freuen am Leben auch immer wieder thematisiert. Eine kleine Geschichte macht es deutlich, wie voraussetzungslos die Freude ist, sein kann:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Seher von Lublin kannte einen großen Sünder, mit dem er sich immer wieder gern und lang unterhielt. Als die Leute der Gemeinde daran Anstoß nahmen und vorzubringen wagten: »Rabbi, wie duldet Ihr solch einen Menschen in Eurer Gegenwart?« bekamen sie zur Antwort: »Ich weiß, was ihr wißt. Aber was kann ich tun? Ich liebe die Freude und hasse die Trübsal. Und dieser Mann ist ein so großer Sünder; sogar unmittelbar nach der sündigen Handlung, wo doch sonst alle, und sei es auch nur ein Weilchen, zu bereuen pflegen, sei es auch nur, um sich alsbald wieder ihrer Torheit zu ergeben, widersteht er der Schwermut und bereut nicht. Und die Freude zieht mich an.«
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine andere kleine Geschichte aus dem Chassidismus, also der besonderen Frömmigkeitsbewegung des östlichen Judentums, zeigt, wie sehr auch hier die Freude mit dem Alltag, mit der Erfahrung des Augenblicks verbunden ist:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein Schüler bittet seinen Rabbi, zu einem Zaddik in einer anderen Stadt fahren zu dürfen, um von ihm Thora zu lernen. Er versucht ihn zu finden und wird schließlich an einen Schankwirt in einer Kneipe verwiesen. Der Zaddik steht - und hier ist die Geschichte durchaus zenbuddhistisch - hinter der Theke und wäscht Gläser aus. Er bittet den Jungen, ihm zu helfen, Tag für Tag, bis der Schüler am Freitagabend in sein Dorf zurückfährt. Er habe gar nichts gelernt, nur Gläser ausgewaschen, erzählt er seinem Rabbi. Der sagt ihm: »Ja weißt du denn nicht, wenn er die Gläser reinigt, reinigt er die Welt und macht so die Funken frei, die in der beschmutzten Materie sind, und führt sie in die Weltseele zurück.«
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mit dieser Geschichte möchte ich nun noch einmal zu unserer Ausgangsfrage zurück kehren: „Warum üben wir - und was üben nicht ist.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich denke, dass mit dem bisher Gesagten wir eigentlich auf die Frage, was üben nicht ist gar nicht antworten können, denn alles, was uns begegnet, kann zur Übung werden und all jene Menschen, die bereit sind sich auf den Augenblick, auf das Jetzt einzulassen sind Übende, ob Schankwirte, Gaukler, reuelose Sünder; ob im Haushalt, auf dem Felde und im Garten oder im Kontakt mit den Menschen, die Mystiker aller Religionen kennen keinen Unterschied zwischen Heiligen und Sündern, zwischen Alltag und Heiligen Räumen. Sie wissen, dass es nur Menschen gibt, die in je ihrer Weise sich ins Leben ziehen lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und genau um diese Übung geht es.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dazu eine letzte kleine Geschichte:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine französische Marienlegende erzählt von einem Gaukler, der sein unstetes Leben aufgibt und ins Kloster geht. Aber das Leben der Mönche bleibt ihm fremd, er weiß weder ein Gebet zu sprechen noch zu singen. Er klagt sein Leid der Jungfrau Maria, und sie fordert ihn auf Gott mit dem zu dienen, was er könne: Tanzen und Springen! Von da an verpaßt er alle Chorgebete, um in dieser Zeit zu tanzen. Er wird zum Abt gerufen und glaubt, verwiesen zu werden, aber der Abt sagt nur: »In deinem Tanz hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlfeilen Worte verzeihen, die über die Lippen kommen, ohne daß unser Herz sie sendet.«
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Genau um dieses Einswerden geht es auch in unserer Übung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir üben nicht “für” oder “um zu”, sondern dass unser Leben sich von innen her wandelt. Oft in einem langen und manchmal für den Einzelnen in einem kaum wahrnehmbaren Prozess. Aber mehr und mehr werden Geist und Körper und Leben zu einem Ausdruck des Dasein, das ganz selbstverständlich leben, fliessen kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und genau das üben wir, im Grunde, in allen Lagen unseres Tages.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und da ist der Tanz ein schönes Bild, eine gute Metapher für alles Lebendige.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der fernöstlichen Tradition gibt es keine Geschichte von der Entstehung der Welt, so wie wir sie aus der Bibel kennen, sondern da wird berichtet, dass Gott Shiwa die Welt tanzt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Tanz werden Körper und Seele zu einer Einheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Tanz ist Ausdruck des reinen Seins, der Freude oder auch des Leides, der Trauer.  Und gerade im Tanz finden Freude und Leid ihre konkrete Gestalt, um die Erfahrung von Glück und Freude, aber auch, um Leid und Schmerz einen Ausdruck zu geben, um sie dann auch zu überwinden, ins Leben zu integrieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Tanz hat kein Ziel, ausser eben zu tanzen und da zu sein, sich in die Bewegung ziehen zu lassen, eins zu werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir tanzen, tanzen wir nicht, um fertig zu werden, sondern wir tanzen um des Tanzes willen. So wird der Tanz Ausdruck der Freude, der Lebendigkeit und des Lebens schlechthin.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Symphonie und Tanz
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erfahrungsbericht
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du bist der Schöpfer der Symphonie und auch ihr Klang.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich eine unverwechselbare Note, die erklingt und verklingt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du bist der Tänzer und auch der Tanz.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich dieser wirbelnde Tanzschritt im zeitlosen Jetzt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du bist das Kommen und Gehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Geborenwerden und Sterben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum Angst haben?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du tanzt und singst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wirst geboren und stirbst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wer sagt da Ich?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 17 Nov 2021 15:49:00 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-aufmerksamkeit-bewusstsein</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Die vier Schritte der Chan Meditation</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-sitzende-meditation-ueben-um-allen-wesen-zu-nutzen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede November 2021
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir im Kloster einen Retreat halten, beginnen wir ihn mit der Zufluchtnahme und dem Rezitieren der Bodhisattva Gelübde mit dem Wunsch, dass das Verdienst und der Segen unserer Übung allen Wesen helfen möge, Buddha’s Weg zu vollenden, das Anhaften am Selbst aufzugeben und wirklich in die Welt der Leere hereinzukommen.  Das ist der Grund, warum wir erst das Gelübde aussprechen, allen Wesen zum Erwachen verhelfen zu wollen, und danach mit der Übung der sitzenden Meditation weitermachen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was wird “gesetzt”, wenn wir sitzende Meditation (Zazen) üben? Es geht darum, “das Herz zu setzen.” Sitzende Meditation bedeutet, “das Herz, den Geist zu setzen.” Welches Herz “setzen” wir ? Welches Herz, welcher Geist benötigt noch sitzende Meditation? Unser Herz, unser Geist, die gewöhnlicherweise so voll von Dingen und Vorstellungen, von ständigen Illusionen, sind, dass wir unsere Tage ganz benommen und ohne jegliche Klarheit verbringen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir benutzen die Zeit der sitzenden Meditation dazu, unser Bewusstsein zu erkennen und zu realisieren, dass seine Essenz leer und seine ursprüngliche Natur das Licht der Weisheit ist, das alles durchdringt. Wenn wir daher Chan Meditation praktizieren, müssen wir entdecken, dass unsere Essenz leer und unsere Natur leuchtend ist. Leuchten bedeutet Klarheit des Bewusstseins. Wenn wir uns konzentrieren, konzentrieren wir uns auf die Leere und die Klarheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In unserem täglichen Leben zuhause sind wir noch im Rad des Samsara (des Entstehens und Vergehens) gefangen, und in einem Meer von beschäftigten Leuten daher treibend, arbeiten wir den ganzen Tag hart, um unser Leben zu bestreiten, ohne den wahren Wert des Lebens finden zu können.  Aber jetzt haben wir die kostbare Gelegenheit, hierher zu kommen und an einem Retreat teilzunehmen, unser beschäftigtes Leben zuhause hinter uns zu lassen und allmählich einen offenen Raum zu erschließen, in dem wir das wahre Leben und den Ursprung des Lebens finden können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bemühen wir uns um die Übung, um das Erwachen.  Obwohl unsere Angewohnheiten uns noch nicht loslassen, geben wir nicht auf oder verschwenden unsere Tage. Nutzt die Zeit gut für eure Übung, und für das Lesen der Schriften, da das Lesen der Schriften uns hilft, unsere angestammten Gewohnheiten aufzugeben. Die Emotionen und Verwicklungen des Familienlebens in diesem reinen Raum hinter uns lassen zu können hilft uns dabei, unsere Gefühle zu klären und sie in barmherzige Liebe zu verwandeln. Wenn wir es lernen, unsere selbst-bezogenen Gefühle ganz zu überwinden, entwickeln wir das Mitgefühl, die Liebe, die Freude und die Gelassenheit des Buddha.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In diesem Prozess lernen wir, unsere Übung immer tiefer zu verstehen; wir lernen es loszulassen und die Freiheit des Ablassens von der Welt der Formen zu erleben.  Unser jährlicher Frühjahrsretreat gibt jedem die Chance, in der Erkenntnis der Leere zu wachsen, irreführende Leidenschaften aufzugeben, die Tatsache von Leben und Tod zu durchschauen und den Bodhi Geist zum Nutzen aller Wesen zu entwickeln. Dies ist der Ort, den wir gewählt haben, der Ort des Erwachens. Schätzen wir diese Gelegenheit und begreifen wir ganz klar, dass uns jede Minute und jede Sekunde einen entscheidenden Moment von Leben und Tod präsentiert.  Geben wir uns daher Mühe mit der Übung der vier Schritte.  Die vier Schritte der Friedensmeditation sind eine Brücke, die unser Herz nachhause zurückkehren lässt.  Überqueren wir sie mit Achtsamkeit und in innerem Frieden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 17 Nov 2021 15:40:35 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-sitzende-meditation-ueben-um-allen-wesen-zu-nutzen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Nirvana im Samsara sehen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/nirvana-im-samsara-sehen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrreden 10/2021
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          從生滅見到無生滅
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nirvana im Samsara sehen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was bedeutet Übung? Es bedeutet, unser Bewusstsein hell und klar sein zu lassen. Unser Körper hat viele Mängel, aber ohne ihn hätten wir keinen Ausgangspunkt für unsere Übung. Der Körper ist die Stütze für unsere Gedanken. Er ist die Basis unseres aktuellen Hierseins, und von dieser Basis ausgehend lasst uns erhellen und klären, was es eigentlich ist, das wir üben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In Wirklichkeit ist der Körper bedingt, ein Resultat karmischer Vergeltung. Ganz egal wie wir ihn heute trainieren, wird er eines Tages nur wie ein abgetragenes Kleidungsstück sein, für das wir keine Verwendung mehr haben.  Der Körper ist vergänglich. Warum können wir heute existieren? Es ist aufgrund der Natur unseres Bewusstseins. Die Natur unseres Bewusstseins, unsere Erleuchtungsnatur, hat sich seit Anbeginn der Welt, von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, noch nie geändert.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Laufe der Wiedergeburten nimmt unsere Erinnerung ständig alles auf. Sie nimmt unser gesamtes Leben so auf wie ein Kassettenrekorder. Obgleich unsere Erinnerung eins ist mit unserer ursprünglichen Natur des Nirvana, die weder entsteht oder vergeht, verhält es sich damit wie mit den zwei Seiten einer Münze. Unsere Erinnerung entsteht und vergeht, aber nicht so die Stille des Nirvana. Unser Geist kommt aufgrund äußerer Eindrücke hervor, und äußere Eindrücke gibt es nur aufgrund des Geistes. Deshalb heißt es: “Den Geist gibt es ursprünglich gar nicht, sondern er entsteht aufgrund der äußeren Eindrücke. Wenn draußen nichts da ist, gibt es auch keinen Geist.” Wenn wir also üben, üben wir unser Gedächtnis? Oder üben wir die Stille des Nirvana?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           Nirvana bedeutet Stille, und Stille bedeutet kein Entstehen und Vergehen. Was ist es, das weder entsteht noch vergeht? Es gibt keinerlei Form zu erlangen, und daher wird die Natur unseres Herzens und Geistes “die wahre formlose Form” genannt. Was ist das wunderbare Herz des Nirvana? Nirvana bedeutet kein Enstehen und Vergehen, und wunderbares Herz bedeutet, dass wir es wunderbar und endlos benutzen können. Das ist die wunderbare Anwendung der Übung, die vom Ort des Nicht-Entstehens oder Vergehens herkommt.  Was üben wir wenn wir üben? Wir üben das zu sehen, was inmitten des Entstehens und Vergehens nicht entsteht oder vergeht, nämlich Nirvana im Samsara.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 30 Sep 2021 10:13:39 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/nirvana-im-samsara-sehen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Chan Meditation bedeutet den Geist zu sehen, der weder entsteht noch vergeht.</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/my-post</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Juni 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Chan Meditation bedeutet den Geist zu sehen, der weder entsteht noch vergeht.
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn Du nicht das “Anhalten und Sehen” praktizierst, weißt Du wirklich nicht, was Meditationsübung bedeutet, noch kennst Du ihre Vorteile und die Freude der Übung!  Anhalten und Sehen ist daher ein sehr wichtiger Zugang zur Übung.  Um “das Herz zu sehen und zum Ursprung zu gelangen”, musst Du mit dem Anhalten und Sehen beginnen. Das ist die einzige Art und Weise, Dein ursprüngliches Herz, Deinen ursprünglichen Geist, kennenzulernen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie lernen wir unser eigenes Herz, unseren eigenen Geist kennen? Ist dieses Herz das physische Organ, oder das Herz, das sich an die Dinge hängt, oder das spirituelle Herz? Welches Herz ist es, das wir sehen wollen? Selbst wenn Du das physische Organ öffnest, wirst Du das spirituelle Herz nicht finden. Aber es kann gehört werden (im Lauschen auf die Stille) und es kann gesehen werden. Es ist ohne jegliche Form und Gestalt, ohne Farbe.  Das ist das Antlitz des Herzens – es hat weder Kopf noch Schwanz, keinerlei Form oder Gestalt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir atmen, sind wir uns unseres Ein- und Ausatmens bewusst, und damit bewegt sich der Geist zum Atem hin. Wenn wir auf die Stille hören, geht der Geist zum Ohr. Mit den Augen kann er sehen, mit der Nase riechen, und mit der Zunge schmecken. Aber können wir sagen, dass Herz und der Geist die Nase sind, die Augen, die Ohren? Das physische Herz? Nichts davon ist Herz und Geist. Augen, Ohren, Nase und Zunge werden vergehen, und nur unser Herz und Geist werden nicht vergehen. Das Herz ist ohne Form oder Gestalt, es ist nicht materiell – es ist Leere.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Durch die Chan Meditation wollen wir diesen Geist finden, der (weder entsteht noch vergeht, und sein Antlitz, seine wahre Form sehen. Solange wir Herz und Geist nicht finden können, kreisen wir im Samsara (dem Kreis von Leben und Tod) herum, dem Bereich des Festhaltens am Ego und des Leidens. Wo es (die Vorstellung von einem) “Ich” gibt, gibt es Selbstbezogenheit, und wo es einen “Anderen” gibt, gibt es Trennung und Unterscheidung.  Wo es “Lebewesen” gibt, gibt es damit Konflikte, und wo es die Vorstellung einer “Zeitspanne” gibt, will das “Ich” Beständigkeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aus diesem Grund wollen wir das wahre Antlitz von Herz und Geist erschauen. Nur durch Anhalten und Sehen und damit dem Kennenlernen des wunderbaren Herzens des Nirvana werden wir in der Lage sein, den Ursprung von Herz und Geist zu sehen, Mühelosigkeit (Wu-wei) zu verstehen, das Ungeboren Sein zu erfahren und inmitten des Samsara die wahre Freiheit zu verwirklichen. Als Übende müssen wir ein Herz und einen Geist entwickeln, die auf den Weg gerichtet sind, da wir sonst das Leben nicht zu schätzen wissen. Ohne ein Herz, das die Erleuchtung sucht, ist unsere Übung nur Vortäuschung. Übung bedeutet, den irregeführten Geist anzuhalten, und nur dann werden wir in der Lage sein, den klaren und leuchtenden Geist zu erfahren, der in der Aussage “Nirgends verweilend, kommt der Geist hervor” beschrieben wird.  
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 07 Jul 2021 08:46:28 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/my-post</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Labyrinth</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/labyrinth</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho März 2021
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Labyrinth
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir alle sind auf dem spirituellen Weg.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber wie würde denn, wenn man sich den Weg, den wir gehen, einmal idealtypisch vorstellt, dieser aussehen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wäre es eine Gerade, die vom Punkt A nach Punkt B führt?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wäre es eine Strecke mit vielen Kurven, Windungen, Sackgassen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wäre es ein grosses Auf und Ab?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oder fühlen sich manche eher wie in einem Irrgarten, in dem man nicht weiss, was einen denn bei der nächsten Biegung erwartet - und wo man nicht sicher ist, ob und wie man je wieder aus dem Ganzen raus kommt?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Barockzeit war dieser Irrgarten ein beliebtes Spiel der Reichen und Schönen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oftmals wird synonym zum Begriff Irrgarten umgangssprachlich auch der Begriff Labyrinth verwendet. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn jemand nicht ein noch aus weiss, fühlt er sich wie in einem Irrgarten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein Labyrinth ist aber etwas ganz anderes als ein Irrgarten. Hier haben wir es mit einer ganz alten Form von der Darstellung eines spirituellen Weges zu tun.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Matthias Uhlich im März 2021
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Labyrinth_3-3e86d428.png" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 08 Mar 2021 17:10:57 GMT</pubDate>
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      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Unseren Geist reinigen und das Herz heimkehren lassen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/unseren-geist-reinigen-und-das-herz-heimkehren-lassen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Februar 2021
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unseren Geist reinigen und das Herz heimkehren lassen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Körper besteht aus einer Ansammlung von physischer und gedanklicher Erinnerung, und dabei ist die physische Erinnerung die Hardware (um Computer Sprache zu benutzen), während die gedankliche Erinnerung als die Software betrachtet werden kann. Jedes unserer Leben basiert auf einer unterschiedlichen Erinnerungs-Software. Die gesamte Menschheit ist ein Lebensstrom der durch unzählige Interaktionen in einem zusammengeschalteten Netzwerk geschaffen wird, und jede Person interagiert mit anderen gemäß ihrer Erinnerungs-Software. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Erinnerung stammt daher aus unserem gemeinsamen Speicher, und jedes Leben hat dort seinen Anfang genommen. Wenn wir diesen Erinnerungsstrom hinter uns lassen und nicht mehr darin herumtreiben wollen, müssen wir den Ursprung finden, müssen wir unsere spirituelle Natur finden. Unsere spirituelle Natur ist unser Bewusstsein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unsere spirituelle Natur ist wie Wasser, und alle Phänomene sind wie Eis. Damit das Eis Wasser werden kann, müssen wir die Phänomene hinter uns lassen und zum Spirituellen zurückkehren. Der Geist hat zwei Eigenschaften: Leere und Klarheit. Die Chan Übung ist eine Methode, die den Geist aufweckt und uns hilft, ihn langsam zu entdecken, langsam zu verstehen und langsam klar zu sehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Geist braucht keinen Körper – er ist der Körper des Dharma (Dharmakāya), der ungeboren ist und niemals stirbt. Er ist ewig. Aber ohne die Chan Praxis können wir unseren Geist nicht reinigen, was bedeutet, dass er nicht heilig und rein sein kann. Wenn wir möchten, dass der Geist ganz rein wird, müssen wir Chan üben, um das Werk der Reinigung zu vollziehen, um unsere Illusionen und das Anhaften ganz wegzuspülen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lasst Herz und Geist durch Chan heimkehren. Wenn das Herz heimkehrt, geht es ihm gut. Das Herz kehrt heim, um frei zu sein. Wenn es frei ist, ist es ausgeglichen, und wenn es ausgeglichen ist, ist es glücklich. Die Chan Praxis ist daher ein Weg, der das Herz heimkehren lässt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 13 Feb 2021 10:21:54 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/unseren-geist-reinigen-und-das-herz-heimkehren-lassen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Rückkehr zum einfachen Leben</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/rueckkehr-zum-einfachen-leben</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Januar 2021
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          回歸簡單的生活
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Rückkehr zu einem einfachen Leben
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Meditation lässt uns zu dem zurückkehren, was wirklich ist, so dass wir uns nicht mehr weiter in der Welt der Illusionen verlieren. Durch Meditation verstehen wir, was das “Ich” ist. Wie viele unserer Leben sind seit unermesslichen Zeiten vergangen? Was ist es, das nicht vergeht, nicht aufhört? Ich hoffe, dass ihr durch die Meditation das Selbst findet, das nicht vergeht.  Meditation bedeutet, wirklich zu verstehen, “wer ich bin.” Es hilft deinem Geist, sich wirklich selbst kennenzulernen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die heutige Explosion an Informationen und Häufigkeit von Katastrophen setzt Körper und Geist der Menschen dem Chaos aus wie nie zuvor. Wenn wir den Fernseher anschalten, wird der Bildschirm sofort von Bildern und Geräuschen überflutet, die unsere Sinne reizen; Streit und Geschrei umwickeln uns unsere Nerven und hören nicht auf, bis wir den “Stop” Schalter auf der Fernbedienung drücken. Wie lange schon haben wir diese Art von chaotischer Situation anhalten lassen, ohne in der Lage zu sein, unseren Körper und Geist zu beruhigen, uns selbst still zu betrachten und ins Gleichgewicht zu bringen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In unserem gewöhnlichen Leben in der Welt des Alltäglichen sind wir sehr beschäftigt und haben nicht zu viel Zeit für persönliche Muße. Wie ist es dann möglich, Herz und Geist zu beruhigen und zum Nullpunkt zurückkehren zu lassen? Unser Geist kreist, bewegt und dreht sich ständig um die Welt von Reichtum, Macht, Ruhm und Profit, genauso wie es in den Schriften heißt: “Unser ganzes Leben wird durch die fünf Arten des Verlangens zerfressen: Reichtum, Sex, Ruhm, Nahrung und Schlaf. Daher ist es schwierig für uns, innere Klarheit und Frieden zu finden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darüber hinaus gibt es viele Arten von Unterhaltung und Vergnügen in der Welt, auf die wir unsere kostbare Zeit verschwenden. Dabei verstehen wir nicht, dass es nicht leicht ist, als Mensch geboren zu werden, und dass unser Leben ganz vergänglich ist. Wie sollten wir daher dieses kurze Leben schätzen und den höchsten Wert, den es im Leben gibt, verwirklichen? Viele Menschen denken, dass Gutes tun, einen Beitrag zu leisten, indem sie sich in sozialer Wohltätigkeit usw. engagieren, den Wert des Lebens erhöht. In Wirklichkeit jedoch ist es für uns von höchstem Wert, “den Ursprung zu realisieren” – nämlich unser “ursprüngliches Gesicht” zu finden, die Natur unseres Herzens und Geistes durch Chan zu verstehen, zu ihr zu erwachen, den Geist zu erhellen und unsere wahre Natur zu schauen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir das alles hören, haben wir vielleicht das Gefühl, dass es nicht so dringend ist, aber in Wahrheit ist jeder von uns in der Welt des Samsara (des Kreislaufs von Leben und Tod) verloren, in den irreführenden Leidenschaften verloren, in der Verwirrung der Unbeständigkeit verloren.  Wenn wir uns nicht in der Welt der Phänomene verlieren wollen, wenn wir in der Lage sein wollen, den Ursprung aller Phänomene zu sehen, die Vergänglichkeit zu sehen und zu verstehen, dass alles vergänglich, kurzlebig und unverlässlich ist, dann müssen wir uns dabei auf unsere Chan Übung verlassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich sage oft, dass dieser Körper wie ein gesetzwidriges Gebäude ist, und wir haben keine Ahnung, wann dieser Körper abgerissen werden wird. Wie können wir all unsere falschen Vorstellungen, Fantasien und Illusionen aufgeben, bevor das passiert? Wie können wir unsere Herzensnatur entdecken, zum klaren Geist des jetzigen Moments zurückkehren und unser ursprüngliches Gesicht finden? Um es in einem Wort zu sagen, durch das Wegschneiden der irreführenden Leidenschaften und dem Befreitwerden vom Samsara. Wie können wir die irreführenden Leidenschaften wegschneiden? Was ist das Samsara? Wie können wir von ihm befreit werden? Schneide die Leidenschaften an dem Ort weg, an dem sie entstehen, und befreie dich inmitten des Entstehens und Vergehens vom Samsara. Heute üben wir Chan, um zu dem zurückzukehren, was wirklich ist, und nicht in der Welt der Illusionen zu vergehen, uns nicht in ihr zu verlieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 23 Jan 2021 10:52:28 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/rueckkehr-zum-einfachen-leben</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Vom "Anhalten und Sehen"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/vom-anhalten-und-sehen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede dezember 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          以止觀 定心 觀空
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Vom “Anhalten und Sehen” zur Stille des Geistes und zum Sehen der Leere
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan bedeutet “Sehen,” nämlich das Sehen von “keinerlei Gedanken.” Wenn unsere Gedanken nicht mehr der Welt des “Seins” anhängen, dann werden wir allmählich in der Lage sein, die Welt der Phänomene hinter uns zu lassen. Wenn wir die Welt der Phänomene hinter uns lassen, leuchtet unser Geist von allein. Wenn unser Geist von allein leuchtet, sind wir frei. Daher müssen wir uns häufig der Aufgabe widmen, die Welt der Phänomene hinter uns zu lassen. Prajña (Weisheit) bedeutet, die Phänomene hinter uns zu lassen, nicht an den Dingen zu hängen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Buddha Shakyamuni sagte: “Ich habe den Schatz des Auges des wahren Dharma, den wunderbaren Geist des Nirvana, die wahre Form ohne Form.” Unser wunderbarer Geist, unser wunderbares Herz, ist die wahre Form ohne Form, in die wir nur durch die Übung des Sehens hineingelangen. Ohne die Übung des Sehens haben wir nur ein Herz aus Fleisch, ein Herz, das sich an die Dinge hängt, was bedeutet, dass unser spirituelles Herz nicht zum Vorschein kommen kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Daher wird die Chan Übung die Übung des Sehens genannt. Wir beginnen mit dem Anhalten (Shamata) und Sehen (Vipassana). Anhalten bedeutet, unseren Geist nicht überall herumschweifen zu lassen, sondern ihn auf einen Punkt zu fixieren, so dass er anhalten kann.  Und dann betrachten wir allmählich die Leere. Wir halten an, während wir betrachten, und betrachten, während wir anhalten. Das wird “Entwickeln” genannt, und langsames Entwickeln wird “Eintreten” genannt. Das bedeutet, dass wir den Geist des Weges entwickeln, den konzentrierten Geist. Und dann müssen wir die Leere betrachten, nämlich sehen, dass alles leer ist, dass es nicht wirklich existiert. Übung bedeutet daher, dass wir diese beiden Ebenen sehen müssen: bei der einen geht es darum, einen konzentrierten Geist zu entwickeln, und bei der anderen darum, der Leere vollkommen zu entsprechen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Welt des “Seienden” und der “Leere” sind nicht zweierlei Dinge. Ihre Beziehung wird im Herz Sutra als “Form ist genau Leere, und Leere ist genau Form” ausgedrückt.  Solange wir das nicht ganz realisieren können, wird es nur die Welt des “Seienden” geben, die wir nicht in die Leere verwandeln können.  Die “Rechte Sicht” bedeutet daher, die Leere sehen zu können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito).
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 15 Dec 2020 15:14:42 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/vom-anhalten-und-sehen</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Chan Übung bedeutet müheloses Handeln (Wu-Wei)</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-chan-bringt-das-gold-unserer-spirituellen-natur-hervor</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede November 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          修禪學無為
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan Übung bedeutet müheloses Handeln (Wu-Wei)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich erinnere mich wie ich anfangs, als ich noch in einer Pagode auf einem Friedhof übte, jeden Tag nur ein Mahlzeit von Reis zu mir nahm, ohne sonst noch einmal etwas essen zu müssen. Auf diese Weise konnte ich 18 Stunden am Tag meditieren, und mit so viel Zeit für die Übung wurde mein Geist rein und beständig. Danach begann ich mit dem Fasten als einer Übung, um noch mehr Fortschritt zu machen. Bevor ich mit dem Fasten anfing, hatte ich einen Traum, in dem ich träumte, dass mein Magen abgetrennt worden war. Das war für mich das Zeichen dafür, dass ich mich auf einen Retreat mit Saftfasten begeben sollte. Der Grund dafür, dass ich einen solchen Retreat mit einer Methode machen würde, nach der man sehr wenig oder gar nichts isst liegt darin, dass du, wenn du auf einem Friedhof übst oder fastest, es lernst, deine irreführenden Gedanken zu verringern. Die Kraft des Samadhi (der Konzentration) im Chan hat nichts mit ablenkenden Gedanken zu tun. Die Kraft des Samadhi kannst du nur dann entwickeln, wenn du alle deine Illusionen aufgeben kannst. Und die Befreiung kannst du nur dann erlangen, wenn du die Kraft des Samadhi entwickelt hast.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           Aufgrund des materiellen Wohlstands essen die Leute heutzutage zu viel und ruinieren dadurch ihre Gesundheit. Daher sind kleinere Portionen, nach und nach weniger zu essen, gut für unsere Gesundheit.  Als Praktizierende einer spirituellen Übung sollten wir uns nicht zu sehr nach Essen sehnen und genug Raum für die Übung schaffen. Da das Essen eine Quelle und Ansammlung von Gier, Hass und Unwissenheit ist, reduzieren wir Gier, Hass und Unwissenheit, indem wir weniger essen. Und so können wir uns Anweisungen der spirituellen Übung nach und nach besser anpassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Spirituelle Übung bedeutet, unterschiedliche Methoden anzuwenden, um zu einem spirituellen Erwachen zu kommen. Aber ganz gleich welche Methode wir benutzen, können wir nicht zum Ursprung zurückkehren, wenn wir unsere irreführenden Gedanken nicht ganz aufgeben können. Im Chan musst du Raum für Muße schaffen, du musst dich entspannen und in Ruhe loslassen, so dass ganz egal was du gerade tust, es immer mühelos und nicht gewollt ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das menschliche Leben ist ein Leben im Kreis der Wiedergeburten. Wiedergeburt bedeutet, dass wir nicht wissen, wohin wir im nächsten Leben kommen, und eine Wiedergeburt könnte hundert Millionen von Jahren dauern. Zum Beispiel kann das Leben einer Muschel zehntausend Jahre erreichen, was bedeutet, dass sie während dieser zehntausend Jahre nichts lernen kann. In diesem Leben haben wir ein solches Glück, ein Mensch zu sein, und damit der buddhistischen Lehre begegnen und sie studieren zu können. Diese Chance ist genauso selten und unglaublich, wie wenn eine Schildkröte mitten im großen Ozean auf ein Stück Holz trifft und ihren Kopf durch ein Loch im Holz steckt. Deswegen ist es so schwierig, die Möglichkeit zu erhalten, dem Buddhismus zu begegnen. Ich hoffe, dass ihr alle dieses kostbare Karma, das so schwer zu erlangen ist, wertschätzt, dass ihr die Lehre des Buddhismus studiert, praktiziert und es lernt, euch in diesem Leben zu befreien.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 17 Nov 2020 15:53:20 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-chan-bringt-das-gold-unserer-spirituellen-natur-hervor</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Chan Meditation ist ein Navigationssystem für Herz und Geist</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/chan-meditation-ist-ein-navigationssystem-fuer-herz-und-geist</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Oktober 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Chan Meditation ist ein Navigationssystem für Herz und Geist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Körper bedeutet uns oft alles, und diese Beziehung zu unserem Körper streifen wir nur zum Zeitpunkt unseres Todes ab. Wir haben keinerlei Kontrolle über den Zeitpunkt dieses Abstreifens, aber wenn es erst einmal passiert, treiben wir ziellos daher wie Meereswellen, bis wir einen Ort erreichen, zu dem uns unsere karmischen Verbindungen führen. Und dann werden wir wiedergeboren. Manchmal werden wir sogar verführt, nämlich zu einer Wiedergeburt an einem unheilsamen Ort verführt, was den Anfang eines Lebens voll von Schwierigkeiten und Leiden bedeutet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Leben rührt vom Karma (dem Gesetz von Ursache und Wirkung) her. Karma bedeutet der Kreis der Wiedergeburten. Das Karma trägt uns in den Leib unserer Mutter herein, und es ist Karma, das uns nach dem Tod weiterbefördert. Karma ist nicht etwas, das von Gott arrangiert wird. Es ist vielmehr der Haufen von Erinnerungen, den wir selbst durch Akte unseres Körpers, Sprechens und Denkens schaffen. All das Gute und Schlechte, das wir in unserem Leben geschaffen haben, ist die Bilanz, die darüber bestimmt, wohin wir nach dem Tod kommen. Gibt es keinen Weg, aus diesem Kreis der Wiedergeburt herauszukommen? Wir müssen Chan üben, und durch unsere Chan Übung alles gute und schlechte Karma hinter uns lassen und zu unserem spirituellen Zuhause zurückkehren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir sitzende Meditation (Zazen) üben, konzentrieren wir unseren Geist auf die Methode. Alle Gedanken von Gut und Böse hinter uns lassend, konzentrieren wir uns einfach auf die Methode. Die Chan Methode ist unsere Wegführung, die uns zum Nirvana zurückkehren lässt, einem Zustand, der ungeboren ist und niemals vergeht. Die Methode ist daher wie ein Navigationssystem. Nur an dem Punkt, an dem wir unseren eigenen Ursprung durch Chan Übung entdecken, werden wir in der Lage sein, das Netz der Erinnerungen, das die Wiedergeburt bedeutet, loszuwerden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unsere geistige Natur liebt die Stille, aber unser Geist voller Gedanken stört sie ständig wie ein lärmender Affe.  Wenn wir Chan üben, lassen wir die Begierden unseres Herzens und Geistes einen Urlaub nehmen. Und wenn wir auf die Stille lauschen, lassen wir die Beeindruckbarkeit des Herzens ebenfalls einen Urlaub nehmen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 13 Oct 2020 14:16:57 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/chan-meditation-ist-ein-navigationssystem-fuer-herz-und-geist</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Langeweile</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-langeweile</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho Oktober 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Teisho Langeweile
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die meisten Menschen, die meditieren, machen Erfahrung mit der Zeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dabei gibt es oft ein sehr entgegengesetztes Erleben: Zum einen, dass die Zeit nahezu aufgehoben ist, es keine Zeit gibt. Und zum anderen, dass Zeit sich unendlich dehnt und wir sitzen und warten und warten auf das Signal, dass endlich die Zeit um ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Manchmal, beim Warten auf das erlösende Signal, das die Meditationseinheit beendet, sind es die Schmerzen, die den Wunsch nach dem Ende der Sitzeinheit hervor rufen, aber wenn wir dann etwas geübter sind, ist es die Langeweile, die uns überfällt und wir warten, hoffen, dass nun endlich die Zeit rum ist und wir die Meditation beenden können. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Geht es am Anfang ganz gut, so geschieht es, dass nach längerem Sitzen uns manchmal die Langeweile einfach überfällt und wir sitzen nur noch da und versuchen irgendwie die Zeit rumzukriegen, auszuhalten, warten sehnsüchtig auf das Ende - und die Zeit dehnt sich mehr und mehr.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Langeweile, das ist das, dass wir nicht im Augenblick mehr sein wollen, können, ja, dass wir es uns wünschen, dass es zu Ende geht, weil das Jetzt nicht mehr erfüllt ist mit Sinn. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es geschieht nichts und wir können nichts mehr machen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und damit ist deutlich, Langeweile ist bei uns oft mit Sinn- und Ziellosigkeit verbunden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir wollen raus aus dem, was gerade ist, weil wir keinen Gefallen mehr finden an dem, wie es gerade mit uns ist. Es macht uns keinen Spass mehr. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schliesslich meditieren wir ja auch, weil wir uns gut fühlen wollen, weil es uns gut oder zumindest besser gehen soll. Weil wir etwas „davon haben wollen“. Sonst macht ja das Ganze keinen Sinn. Und wenn wir in die Langeweile kommen, merken wir, wie der Sinn unserer Meditation verloren geht und wir letztlich alles infrage stellen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie viele Menschen mag es wohl geben, die hoffnungsvoll mit der Meditation begonnen haben, aber dann nach einiger Zeit an genau dem gescheitert sind, wovon ich eben gesprochen habe: der Langeweile.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Willigis Jäger hat einmal gesagt, dass die Langeweile die Urmutter der kontemplativen Erfahrung ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein spannender Kontrast zu dem, was ich bisher zur Erfahrung der Langeweile gesagt habe. Darum lasst uns noch etwas daran herumfragen:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          langweilig wird es, weil es nichts zu tun gibt. Aber ist das nicht genau die Übung, die wir in der Meditation anstreben, in den offenen, zweckfreien Raum zu kommen? …
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          langweilig wird es, weil wir kein Ziel mehr haben. Aber das genau ist es doch, was uns die alten Meister immer sagen: „Der Weise hat keine Ziele…“ (Shinjin Mei)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          langweilig wird es, weil es mir durch das Sitzen in der Stille nicht wirklich besser geht, jedenfalls nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Mehr und mehr habe ich das Gefühl, dass es vertane Zeit ist, wenn ich einfach nur so dasitze und nichts tue. Wie viele sinnvolle Dinge könnten in dieser halben Stunde erledigt werden?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          langweilig ist es vielleicht auch, weil immer wieder die gleichen Gedanken und Phantasien auftauchen, die uns vielleicht mehr und mehr nerven.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bei all dem Vielen, was da auftaucht, merken wir nicht, dass wir gerade durch und in der Langen-Weile den Raum der Ruhe betreten haben. Da, wo es mal nichts mehr zu tun gibt; nichts mehr zu schaffen ist, keine Leistung zu erbringen ist - und wo auch keine Leistung mehr etwas zählt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und vielleicht ist es gerade das, was uns irritiert, wo wir die Orientierung verlieren, weil es nichts wirklich Messbares mehr gibt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Langeweile, die Urmutter der Kontemplation.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, jetzt wo die Langeweile da ist, öffnet sich mit einem Male ein anderer, neuer Raum, der uns in eine andere, vielleicht neue Lebensqualität einführen will.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist der zweckfreie, offene Raum der Kontemplation, wo es nichts mehr zu erwarten, zu finden, zu suchen, zu erreichen gibt. Wo wir einfach nur dasein dürfen mit dem, was wir gerade mitbringen, was wir gerade sind. Dasein mit diesem einen, einzigen Atemzug, der gerade geschieht. Den bewusst wahrnehmen, annehmen, aufnehmen, spüren wie der Atem kommt und geht, wie er fliesst und mich mit seiner Lebendigkeit durchdringt. Dieses einfach nur mitgehen mit dem, was gerade ist. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das kurzatmige, schnelle, hastige Leben wird einmal unterbrochen und es entsteht ein Raum, wo wir nur noch zweckfrei dasein dürfen. Alle Leistung, alles Schaffen, Machen Müssen hat ein Ende an der Langen-Weile, denn - „gut Ding will Weile haben!“. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Weil wir aber das andere Leben gewohnt sind, weil wir lange Zeit so anderes erlebt haben und die Welt, in die wir eingebunden sind, keine Ruhe, kein Verweilen, keine Lange-Weile mehr kennt, müssen wir in der Tat erst einmal neu lernen, uns in dem offenen Raum des Verweilens auszuhalten. Aber wenn uns das gelingt, so merken wir, wie sich langsam unser Blick auf das Leben, auf die Welt verändert - und nicht nur das, ja unser Leben selbst sich zu wandeln beginnt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir alle können uns vielleicht noch an die Zeit des Wartens aufs Christkind erinnern. Wie schwierig war es, diese sehnsuchtsvollen Stunden vor der Bescherung auszuhalten, zu überbrücken, bis es endlich so weit war. „Mama, was soll ich denn noch machen, wann kommt denn endlich das Christkind, wann ist es denn endlich soweit?“ Und die Zeit dehnte und dehnte sich. „Spiel‘ doch etwas…..denk‘ an was Schönes…“usf. Unterschiedlich waren wohl die Ratschläge, die wir bekommen haben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Heute wissen wir, dass die Sache mit dem Christkind nicht ganz so war, wie man es uns gesagt hatte. Aber wir warten oft genug immer noch aufs Christkind, auf die Bescherung   - aus welchen Gründen auch immer - und die Zeit will nicht vergehen, es scheint, als stünde sie still.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir es gelernt haben, dass die Zeit, die nicht verplant und mit Zielen und Projekten und sonstigen Inhalten ge- und manchmal auch überfüllt ist, Freiraum für neues Leben bietet, Räume schafft, in denen wir ganz neue Facetten von Lebendigkeit und Kreativität entdecken, dann bekommt die Langeweile mit einem Male eine ganz andere Bedeutung. Dann ist sie kein bedrückender Leerlauf, sondern ein offener Raum, in den hinein sich Leben, mein Leben entfalten und gestalten kann. Dann ist die Langeweile das offene, gepflügte Feld, in das hinein der Samen meines Lebens fallen kann, um zu keimen, zu wachsen und am Ende die Frucht zu bringen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (Wir sind gerade in der Jahreszeit wo die Natur es uns vormacht und wir die Früchte von einem reichen und erfüllten Jahr ernten können.)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht ist an dem bisher Gesagten noch einmal deutlich geworden, dass Langeweile auch ganz viel mit den Vorstellungen und Ideen, die wir in unserem Kopf haben, und unseren Wertungen, die wir immer wieder in die Freiräume von Zeit und Zeitlosigkeit hinein bringen, zu tun hat.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Letztlich sind es unsere Konzepte und Vorstellungen, die uns im Wege stehen, um die freie Zeit, um die Freiräume, die sich immer wieder in unserem Leben ergeben – und die wir manchmal auch bewusst schaffen und gestalten, indem wir uns einen Platz und einen Raum und Zeit zur Meditation schaffen - als Lebensräume erfahren, die wir geniessen, in denen wir verweilen und zu uns kommen können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie viele solcher Freiräume ergeben sich, wenn wir bewusst die Lücken, wo wir warten müssen, einmal ernst nehmen und nicht nur versuchen, uns darüber zu ärgern oder sie hastig mit irgendwelchen Verrichtungen zu füllen, sondern sie als ein Geschenk des Lebens wahr- und ernst nehmen. Da ist der abgesagte Termin, der mir plötzlich Zeit und Raum schafft; da ist das Stehen im Stau, das mich abhält möglichst schnell von A nach B zu kommen und mir Raum und Zeit schafft, mich wahrzunehmen, meinen Körper, meinen Atem, die Welt um mich herum; eine Krankheit, die mich einlädt zum Verweilen, es zu geniessen, kranksein zu dürfen ….
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Langeweile wird dann zur großen Möglichkeit, die Intensität des Lebens wieder neu zu erfahren und ihr zu begegnen. Ernst Barlach schreibt dazu: „…. ich weiß, dass ich zu weilen beim Dämmern des Sommerabends, wenn ich allein mit meinen Gedanken in der Veranda hinter unserem Haus sass, … mit überströmendem Herzen in den Himmel sah und nicht wusste, ob mein Herz vor Traurigkeit oder vor Entzücken springen wollte.“ (Ernst Barlach, Prosa aus vier Jahrzehnten, S. 442)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Shinjin Mei (Eine Schrift aus dem 6./7. Jh.) drückt es so aus, „unser Weg ist dem Wesen nach weit …. aber wenn wir unser Herz eng machen, sind wir voller Sorgen und Ängste. Wir beginnen uns zu eilen und merken nicht, wie wir dadurch Mass und Zeit verlieren und in die Irre gehen: Lass los, und alles ist natürlich.“ „Lass los, und alles ist natürlich.“ so der Rat der Weisen aus dem 6. Jh., der über die Jahrhunderte hinweg seine Richtigkeit und Gültigkeit auch für unsere Tage erwiesen hat.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Matthias Uhlich 10/20
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 13 Oct 2020 14:14:04 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-langeweile</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Zur zeitlosen Leere zurückkehren"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/zur-zeitlosen-leere-zurueckkehren</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrreden 2019
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zur zeitlosen Leere zurückkehren
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum wollen wir meditieren? Weil unser Bewusstsein, nämlich unser Herz/Geist, die wahre Form des Universums verstehen möchte und weil es durch Chan Meditation Stabilität zu finden und in einen weiten Raum zu kommen hofft. Nun, was ist die Beziehung zwischen Herz/Geist und dem Bewusstsein? Wir sagen: “Den Geist durch den Geist sehen,” was bedeutet, das Bewusstsein durch das Bewusstsein zu betrachten. Das Bewusstsein ist das, was uns wissen und verstehen lässt. Dank des Bewusstseins verstehen wir unsere eigene Existenz.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Normalerweise ist unser Geist immer in Aktion, immer auf etwas aus, immer beschäftigt, ohne Zeit dafür, seine eigene Essenz zu sehen. Dadurch haben wir keine Möglichkeit, zu unserem Heim des Herzens zurückzukehren. Aber durch die Chan Meditation, durch dieses Navigationssystem, das sie uns zur Verfügung stellt, kommen wir langsam dazu, uns selbst zu sehen, unser Herz und unseren Geist zu entdecken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir sind wie eine Kerze, uns selbst erleuchtend, uns selbst sehend. Wir können alles Wissen in unserem Herzen beleuchten. Aber warum befinden wir uns immer noch nicht in der Klarheit? Weil wir verwirrt sind, nicht rein. Wir benötigen Konzentration und Klarheit, so dass wir nicht mehr länger verwirrt sind, sondern ganz rein. Während der Chan Meditation können wir allmählich unseren eigenen Geist erkennen und unsere Gedanken sauber und rein werden lassen, nicht unrein, so dass wir alles klar erleuchten können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Chan Meditation lässt uns allmählich in die Leere hineinkommen. Unsere Herzensnatur wird auch “Leere” genannt. Die Welt des Geistes ist die Welt der Leere, des Nichts. Wenn wir während der spirituellen Übung die Störung durch die Welt der Dinge hinter uns lassen können, kommen wir ganz in die Eigenschaft des Geistes hinein, nämlich “Leere und Nichts.”
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die vier Schritte der Friedensmeditation sind ein Navigationssystem in die Leere, das unsere Verwirrung in Stille und Klarheit verwandeln kann. Wir sind begrenzt, da wir in der linearen Zeit leben: Geburt, Alter, Krankheit und Tod sind Zeit, unsere wechselnden Gedanken sind Zeit, alle Dinge, die entstehen, da sind, verfallen und in die Leere zurückkehren, sind Zeit. Wenn sich dein Leben in zeitloser Leere befindet, gibt es keine Geburt, kein Alter, keine Krankheit und keinen Tod mehr, da diese Dinge in der Leere nicht existieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Um daher das Licht unseres Herzens die Leere erleuchten und unseren Geist lückenlos sein zu lassen, so dass jede Zeit eine Zeit der Stille ist, müssen wir in der Lage sein, jederzeits in das Zeitlose hineinkommen zu können. Die Methode dazu ist es, auf das Lautlose zu lauschen, auf die Stille. Wenn unser Bewusstsein in der Leere ruht, ist es all durchdringend, ganz in der Gegenwart, und unsere Chan-Übung Leben im Jetzt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2020 10:19:03 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/zur-zeitlosen-leere-zurueckkehren</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Über das Sitzen in der Stille"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/ueber-das-sitzen-in-der-stille</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho September 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Über das Sitzen in der Stille.
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Habe ich im letzten Teisho etwas über die Müdigkeit beim Sitzen und den körperlichen Schmerzen gesagt, so möchte ich heute wieder einmal über das Sitzen sprechen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum setzen wir uns immer wieder hin, um zu meditieren?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum nehmen wir uns tagtäglich Zeit für eine Übung, die nach den Massstäben unseres sog. „normalen Lebens“ völlig nutzlos scheint: einfach nur in der Stille zu sitzen - und mich dem auszusetzen, was in diesem Zeitraum mit mir geschieht?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und was geschieht?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oftmals sind es wenig erhebende Dinge, Erfahrungen, die wir dabei machen. Manchmal ist es eher Banales, andere Male sind es wieder intensive Erfahrungen aus unserem Leben, manchmal voller Glück und Freude; aber auch dem Dunklen, Schwierigen begegnen wir, der Unruhe, dem Ungeordneten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was tun mit dem, was geschieht?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eigentlich wollen und suchen wir das gute Leben, Ruhe, Ausgeglichenheit, Frieden; darum haben wir ja mit der Meditation begonnen. Und nun begegnen wir oftmals auch dem Überraschenden und oft auch nicht so Einfachen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber, manche von euch kennen es, wenn ich Dinge, die da tief aus meinem Inneren auftauchen und mich bedrücken - wenn ich mich in all dem aushalte und ertrage, beginnt sich etwas zu ordnen in dem manchmal so Ungefähren, Unklaren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir die Dinge, die uns täglich um-treiben, einmal lassen, zulassen, ohne sie zu bewerten, einzuteilen in gut und böse, richtig, falsch, dann wird aus dem vielen Ungeordneten langsam eine Ordnung. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In einem ganz wörtlichen Sinne kann sich da etwas ab-setzen, wenn wir einfach nur absichtslos sitzen, kann etwas zur Ruhe kommen. Wenn ich mich der Unruhe aussetze und nicht davonlaufe oder sie mit noch grösserer Unruhe versuche zu übertönen, kann Ruhe und Frieden werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist so, die meisten von euch kennen das Bild schon, wie wenn sich auf einem Blatt Papier, willkürlich verstreute Eisenspäne in eine gute Ordnung einfügen, wenn wir einen Magneten von unten dran halten. So kann sich durch die Kraft der Meditation unser Leben von innen her ordnen und strukturieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie geht die Übung?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Indem ich meine Aufmerksamkeit, mein Bewusstsein auf EINES richte, mich nur auf den Atem, das Koan, die Stille oder Leerheit konzentriere, bekomme ich zu manchem, was mir manchmal so atemberaubend nahe kommt, Abstand.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Viele ist noch immer da, aber es hat nicht mehr die Kraft, die Dominanz, um mich ganz in den Bann zu ziehen. Langsam werden wir dadurch klarer und können immer besser das wirklich Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber was ist das Wichtige und Unwichtige?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vieles von dem, was uns umtreibt, findet in unserem Kopf, in unseren Phantasien statt; es sind unsere Konzepte, Erfahrungen, die wir gemacht haben und aus denen wir nicht mehr herausfinden und von denen wir dann meinen, all das ableiten zu können, wie es kommen wird, kommen muss. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber das hat oft nichts mit der Realität zu tun, das sind unsere Vorstellungen, Ängste, bangen Hoffnungen und Wünsche, wie es sein sollte/könnte, doch bitte, bitte werden soll. Und im Grunde wissen wir es, dass es dann doch ganz anders kommt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und oftmals verbauen uns diese vielen Gedanken den wichtigen Zugang zu unserem eigenen, tiefen Leben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und wenn es nicht so kommt, wie wir es gedacht haben, sind wir ent-täuscht. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          D.h. wir sind in der Realität angekommen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt eine kleine Geschichte, die Osho einmal erzählt hat und in der es genau um das geht, wovon ich gerade gesprochen habe, nämlich die Realität und unsere Phantasie zu unterscheiden.  Manche von euch kennen sie schon, sie handelt von einem Heiligen in einem kleinen Dorf in Bangladesch, dem Land mit den furchtbaren Überschwemmungen, die vom Ganges her oft weite Teile des Landes überfluten, weil oben im Himalaja die Wälder so rücksichtslos abgeholzt wurden. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie berichtet: In einem kleinen Dorf, da lebte ein weiser Mann, der von den Menschen sehr geehrt wurde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nun geschah es, dass sich dem Dorf wieder einmal eine Flutwelle näherte….
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          alle Menschen mussten evakuiert werden - der Bürgermeister ging zu dem heiligen Mann und bat ihn, den Ort zusammen mit den anderen Bewohnern des Dorfes zu verlassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der Heilige weigert sich: „Gott hat mich in dieses Dorf gesandt. Hier habe ich gelebt. Hier habe ich gewirkt. Hier werde ich bleiben. Gott wird mich beschützen und mich vor der Flut bewahren.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die Flut stieg und der weise Mann musste sich in den ersten Stock des Hauses begeben - die Flut umspült ihn - Menschen aus seinem Dorf schicken ihm ein Boot - aber der Heilige: „Gott hat mich...“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als die Flut immer weiter steigt, muss er aufs Dach des Hauses fliehen - die Menschen seines Dorfes wollen ihn retten und schicken einen Hubschrauber, um ihn vor der Flut zu bewahren...  Dem Retter an der Strickleiter des Hubschraubers sagt er aber: „Gott hat mich…“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          schliesslich riss die Flut ihn mit sich. Der Mann ertrank… 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da er ein Heiliger war, kam er natürlich gleich in den Himmel. Voller Zorn verlangte er, sofort zu Gott gebracht zu werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vor Gott sagte er dann: Gott, was fällt dir ein, mich so zu behandeln? 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mein Leben lang habe ich dir gedient und Menschen zu dir geführt, Seelen gerettet - und du lässt mich so einfach ertrinken!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und Gott antwortete ihm: Was verlangst du denn noch von mir? Als die Flut kam, habe ich dir als erstes den Bürgermeister geschickt - und du hörtest nicht auf mich // dann habe ich dir das Boot gesandt - doch du nahmst die Hilfe nicht an // als du auf dem Dach des Hauses in grosser Lebensgefahr warst, habe ich dir noch den Hubschrauber  kommen lassen - und auch diesen Versuch, dich zu retten, schlugst du aus. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was sollte ich denn sonst noch machen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oft sind es unsere Ideen, Konzepte von denen wir meinen, dass diese so richtig wären, und dass diese sich genauso erfüllen müssten, wie wir es uns vorstellen. Und wir wenden eine Menge Energie und Willen auf, um dieses, von dem was wir glauben, dass es richtig wäre, umzusetzen. Und dabei merken wir oftmals nicht, wie wir dadurch in die Irre gehen und in eine Sackgasse geraten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann werden wir vom LEBEN - ähnlich wie beim Heiligen - immer wieder neu vor das gestellt, was wir zu verstehen, zu lernen haben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so wie der Heilige in der Geschichte, der die Realität zu begreifen hat und durch eine bestimmte Idee, die er im Kopf hat, geblendet ist, sind wir manchmal von einer Idee besessen, wie es sein soll oder muss, so dass wir die vielen Möglichkeiten, die das Leben uns bietet, nicht wahr-nehmen können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und genau hier setzt unsere Übung ein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Übung des Lassens.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Übung des Geschehen lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Übung des Sitzen in der Stille.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und Stille meint nicht nur die Abwesenheit von Geräuschen, sondern meint ein zur Ruhe kommen in unserem Geist, in unserer Seele. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Meint eine Unterbrechung des ständigen Dialoges, des unablässigen Redens in uns, das kaum zum Schweigen kommt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Stille, das ist auch die Stille der vielen Gedanken, die ständig durch uns hindurch ziehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir auf unserem Meditationsplatz sind, konzentrieren wir uns auf die Stille, auf die Leerheit, die hinter allem steht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Buddhismus lehrt es schon seit Jahrtausenden - und die moderne Quantenphysik sagt das Gleiche: Alles was ist, was wir wahrnehmen können, kommt aus dieser ursprünglichen Leerheit, die wir mit dem Verstand, dem Denken nicht fassen können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aus dieser „Ebene“, von hier her kommt die ordnende Kraft, die uns klärt, die uns Klarheit schafft.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und aus dieser Erfahrungsebene heraus lohnt es sich immer wieder, dass wir uns hinsetzen und uns uns selbst aussetzen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch wenn das nicht immer angenehm ist - und entgegen der landläufigen Meinung, dass Meditation etwas Entzückendes und Verzückendes sei - merken wir immer wieder, dass manchmal Meditation auch harte Auseinandersetzung und Arbeit ist. Und zugleich erfahren wir, wie dieses Sitzen in der Stille uns langsam und mehr und mehr wandelt und verändert und wir immer stärker in eine ganz ursächliche Lebendigkeit hineingezogen werden, aus der wir immer lernen zu leben. Eine Lebendigkeit, der wir übrigens auch jenseits der Todesgrenze wieder neu begegnen werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 14 Sep 2020 09:53:05 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/ueber-das-sitzen-in-der-stille</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Müdigkeit und Schmerzen bei der Meditation"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/kopie-muedigkeit-und-schmerzen-bei-der-meditation</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho August 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Teisho Müdigkeit / Schmerzen
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In diesem Teisho möchte ich ganz gerne etwas zum Thema Müdigkeit und Schmerz sagen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In unserer heutigen Gesellschaft ist Müdigkeit, müde sein eher verpönt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wer müde ist der taugt nichts, weil er keine volle Leistung bringt. Und so ist müde sein auch sehr eng mit einer Wertung verbunden, nämlich der, dass jemand, der müde ist weniger Leistung bringt und darum nichts taugt. Und darum pushen sich Menschen mit Kaffee, Red Bull, mit Aufputschmitteln und Medikamenten, um wach zu bleiben und leistungsfähig zu sein. Und weil sie dann oftmals überdreht sind und abends nicht mehr zur Ruhe kommen, nehmen sie, um einzuschlafen Beruhigungsmittel, Schlaftabletten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mit diesem Anspruch, nämlich dem, gut zu sein und alles richtig zu machen, sind dann manche auch auf dem Kissen auf ihrem Meditationsplatz zur Meditation. Wie oft habe ich im Dokusan schon gehört, ich habe an dem und dem Tag nicht meditieren können, weil ich zu müde war.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oder auf dem Sesshin sagen mir Teilnehmer immer wieder auch, ich bin so müde und kann nicht mehr richtig meditieren. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und man sieht es dann auch, wie die Augen zufallen, der Körper hin und her schwankt, taumelt, zusammenzuckt und wieder aufschreckt. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das kann keine gute Meditation sein - wieder habe ich das halbe Sesshin verpennt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr kennt das, was ich in diesem Zusammenhang sage, nämlich wenn du müde bist, dann meditiere müde, dann sitz‘ einfach müde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hört auf zu werten, als wäre ein müdes Sitzen schlechter als ein so genanntes waches Meditieren. Wenn ich im Zenit meines eigenen Fettes sitze, dann glaube ich gut zu sein und eine tolle Meditation zu haben. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mingyur Rinpoche hat in seinem Buch, „Auf dem Weg“ auch ein Kapitel über die Müdigkeit, den Schlaf geschrieben, in dem er sagt: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Wir neigen dazu, den Schlaf als notwendige, biologische Unterbrechung des Lebens zu betrachten. Wir nehmen das Auflösen der Sinne als selbstverständlich hin und kümmern uns normalerweise nicht darum, was dabei geschieht. Wie Zugedröhnte und Betrunkene verlieren wir einfach das Bewusstsein. Doch dieser Prozess des Auflösens entspricht dem physischen Sterben; tatsächlich erleben wir Nacht für Nacht einen Mini-Tod. Jede Nacht gehen wir mit einem stabilen Selbstgefühl zu Bett. Während unser Bewusstsein schwächer wird, verlieren die Bindungen, die den konventionellen Geist an Ort und Stelle fixieren, ihre Klebkraft. Das physische Abschalten des fundamentalen Versorgungsnetzes des Körpers absorbiert in diesen Prozess die fixierten Parameter des kleinen Selbst und entlässt uns automatisch in Universen weit jenseits der Grenzen unseres wachen Lebens. (Yongey Mingyur Rinpoche, Auf dem Weg, S. 171) 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist eine ganz andere Wahrnehmung von Müdigkeit und Schlaf. Da spricht jemand vom Schlaf nicht als Behinderung oder Eingrenzung, sondern eher vom ganzen Gegenteil. Wenn wir bewusst damit umgehen, können wir diese Grenzerfahrung als Chance wahrnehmen, um die Erfahrung zu machen, dass sich jenseits der Müdigkeit etwas anderes Neues öffnet. Dass wir über den Schlaf Zugang in eine andere Bewusstseinsebene bekommen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Rinpoche spricht es an, es ist die Ebene der Träume, in der wir manchmal eine Menge über uns selbst erfahren, weil unsere Seele dann ganz unzensiert vom Intellekt zu uns redet. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und darum scheint es mir wichtig, dass wir diese Ebene als einen wichtigen Zugang zu uns selbst wahrnehmen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr kennt von mir den Gedanken, wenn ich sage, seid müde, lasst den Körper schlafen, aber „seid unten drunter wach“. Das ist in der Tat eine oftmals etwas unbeholfen klingende Aussage. Mir fehlen da oftmals die richtigen Worte, um das auszudrücken, was ich meine. Beim Rinpoche habe ich noch einmal schön formuliert gefunden, was er dazu zu sagen hat:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Die meisten von uns können beim Einschlafen das Auflösen der Sinne nicht aufspüren: Irgendwann beim Einschlafvorgang sinkt unser Gewahrsein genauso in den Schlaf wie unsere Sinnesorgane. Um in der Lage zu sein, das Erkennen des Gewahrseins den ganzen Prozess hindurch beizubehalten, bedarf es einer Menge Praxis und eines außergewöhnlich empfindsamen Geistes, wie ihn Seine Heiligkeit, der sechzehnte Karmapa (Rangjung Rigpe Dorje, 1924-1981) entwickelt hatte. Wenn er von Gewahrsein sprach, meinte er pures, nicht-duales Gewahrsein, Gewahrsein ohne einen Beobachter. (Yongey Mingyur Rinpoche, Auf dem Weg, S. 172) 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und weiter erzählt er dann ganz persönlich:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Kaum war ich in der Haupthalle, nickte ich ständig ein. Ich probierte alle Tricks, um mich wachzuhalten, verdrehte die Augen und bohrte meine Fingernägel in die Schenkel, aber ich dämmerte immer wieder weg. Dann dachte ich: Also gut, dann versuche ich eben, Schlafmeditation zu praktizieren. Zuerst hatte ich ein bisschen das Gefühl zu fallen; dann beruhigte sich mein Geist, und ich konnte etwa fünf Minuten lang im meditativen Gewahrsein ruhen, bis ich diesen Zustand wieder verlor und wie üblich einschlief. Nach ein paar Minuten wachte ich auf und war dann, als ich abermals einschlief, zum ersten Mal in der Lage, meinem Gewahrsein zu folgen. Als ich aufwachte, fühlte ich mich sehr ausgeruht, sehr leicht, und mein Geist war in Meditation. Friedlich, entspannt. Offen mit Klarheit. Das war das erste Mal. Für mich ist die beste Zeit zum Praktizieren der Schlafmeditation immer noch während einer Meditationssitzung, wenn ich sehr müde werde und einschlafe, oder während einer dieser unbeschreiblich langen, langweiligen Zeremonien. (Yongey Mingyur Rinpoche, Auf dem Weg, S. 173 ff.) 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Schöne an diesem Buch ist, dass hier ein Mensch, ein Mönch, ein Abt sich vorstellt, der wie wir auch aus Fleisch und Blut ist. Der von seiner Müdigkeit erzählt und auch an anderer Stelle von seinen Ängsten und Zweifeln und, auch damit verbunden, Panikattacken berichten kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hier zeigt sich nach meiner Wahrnehmung eine echte Zen-Persönlichkeit, jenseits von allen Hochglanz-Fotos meditierender Mönche, ganz menschlich in seinem Suchen und Fragen, mit seinen Unsicherheiten und Ängsten und des immer neuen Fragens und Ringens um den Weg. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So jemand ist uns sehr nahe, verwandt – und gerade so auch darin Hilfe und Weggefährte.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber zurück zum Thema Müdigkeit beim Sitzen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wann und wo auch immer, ob auf einem Sesshin oder zu Hause auf unserem Sitzplatz oder wenn ihr nachts einschlaft, probiert es einmal aus, dass der Körper müde sein darf, ihr aber „untendrunter“ präsent bleibt, im Gewahrsein bleibt, wie der Rinpoche es sagt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das gelingt nicht auf Anhieb, man muss es probieren und immer wieder dabeibleiben, es versuchen, so wie es beschrieben ist. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir da dranbleiben, werden wir merken, wie sich dann plötzlich etwas wandelt, öffnet, wenn es uns gelingt, die Präsenz, das Gewahrsein aufrecht zu erhalten. Wie sich mit einem Male Dimensionen unseres Bewusstseins öffnen, die wir so noch nicht gekannt haben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da öffnen sich Räume, wo uns buchstäblich etwas einfällt, wo Klarheit entsteht und dann auch Wachheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nach außen hin hat es den Anschein, als schliefe jemand und wäre nicht präsent, nach innen kann es aber ganz anders sein. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Probiert es aus und lasst uns im Dokusan darüber reden und miteinander drauf schauen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und damit noch zu einem anderen Thema, dem manche von uns auch auf dem Sesshin begegnen und es auch von der Meditation zu Hause kennen: dem Schmerz.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht sollten wir uns bei diesem Thema als erstes einmal bewusst machen, dass in der Regel die Schmerzen, die bei der Meditation auftreten – auch wenn sie furchtbar und zermürbend sein können – nichts mit einer Krankheit oder eine Bedrohung an Leib und Leben zu tun haben, wie zum Beispiel bei einem krebserkrankten Organ.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn ich es vielleicht mal etwas locker formulieren darf, die „Sitz-Schmerzen“, von denen ich hier rede, haben etwas mit der Zwiesprache von Körper und Seele zu tun.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Rinpoche:
          &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           „Gut am Schmerz ist, dass er um Aufmerksamkeit schreit.“
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr kennt es alle, das fernöstliche Modell vom Schmerz besagt: Schmerz ist Blockade. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und eben nicht nur in unserem Körper, sondern auch in unserer Seele, unserem Geist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Der Rinpoche schreibt dazu:
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Wenn wir den Geist auf den Schmerz legen, wissen wir, wo der Geist ist. Der Trick ist, des Geistes gewahr zu bleiben. Wenn ein Schmerz nach Aufmerksamkeit verlangt, reagieren wir meistens so, dass wir ihn loswerden wollen. Der Schmerz wird zu einem Objekt außerhalb des Geistes, das vertrieben, hinausgeworfen werden muss. Das ist der seltsame, kontra-intuitive Aspekt des Schmerzes: Wenn wir mit Widerstand auf den Schmerz reagieren, wird er nicht weniger. Vielmehr kommt zum Schmerz noch Leiden hinzu. Das Schmerzempfinden entsteht im Körper. Die negative Reaktion auf Schmerz entsteht im Geist des fixierten Selbst und verwandelt körperlichen Schmerz zu einem Feind. So entsteht das Leiden. Wenn wir versuchen, den Schmerz loszuwerden, spielen wir uns gegen uns selbst aus und werden zu privaten Kriegsgebieten: kein Umfeld, das der Heilung besonders förderlich ist. Bei vielen Menschen haftet sich Selbstmitleid wie Klebstoff an die Krankheit, und die Stimme des Egos fragt: Warum ich? Doch diese Stimme sitzt nicht beim Schmerz im Körper, sondern beim Geist, der sich mit dem Schmerz identifiziert. 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           […]
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Schmerzmeditation fällt unter eine Kategorie, die reversierte Meditationen heißt. Reversiert bedeutet, dass wir vorsätzlich alles Unerwünschte und Unwillkommene mit offenen Armen aufnehmen. (Yongey Mingyur Rinpoche, Auf dem Weg, S. 265 ff.) 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Ich begann mit dem Schmerz zu meditieren, indem ich meinen Geist auf die Empfindung der Magenkrämpfe richtete. Ihn dann dort ruhen ließ. Verweile einfach bei der Schmerzempfindung. Nicht hinnehmen, nicht zurückweisen. Nur fühlen. Erforsche die Empfindung. Lass dich nicht zu einer Geschichte über die Krämpfe hinreißen, fühle sie nur.  Nach ein paar Minuten begann ich nachzuforschen: Welche Qualität hat dieses Gefühl? Wo sitzt es? Ich bewegte meinen Geist von der Oberfläche in meinen Magen, in den Schmerz selbst. Dann fragte ich: Wer hat diesen Schmerz? 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Eine meiner hochverehrten Rollen? 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Das sind nur Begriffe. 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Der Schmerz ist ein Begriff.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Ein Krampf ist ein Begriff.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Verweile im Gewahrsein jenseits von Begriffen, 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           […]
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Krämpfe, Magen, Schmerz sind alles intensive Formen des Gewahrseins. 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Verweile beim Gewahrsein und werde größer als der Schmerz.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           […]
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Lass ihn kommen. Lass ihn gehen. 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           […]
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Wenn du mit deinem Schmerz eins wirst, gibt es niemanden, dem wehgetan wird.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           […]
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           …denn Schmerz ist nur eine Benennung. Spüre die Empfindung. Jenseits von Begriffen…  
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           […]
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Bei jeder Praxis geht es darum, aufzuwachen und sich einer universellen Realität bewusst zu werden…(Yongey Mingyur Rinpoche, Auf dem Weg, S. 268 ff.) 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Wir können den Schmerz nicht direkt verändern, aber wir können unsere Beziehung zu ihm verändern, und das kann das Leiden mildern. Ein Jahr zuvor hatte mich ein Freund in meinen im ersten Stockwerk gelegenen Räumen in Bodh Gaya besucht. Ich war überrascht, als er mit Krücken auftauchte. „Was ist passiert?“, fragte ich.  Er hatte eine zermürbende Scheidung hinter sich, und ich wusste bereits, dass seine Frau ihn aus dem Haus geworfen hatte. Er erzählte, dass er versucht hatte, über einen Baum in ein offenes Fenster im ersten Stock ins Haus zu klettern. Aber er war ausgerutscht und hatte sich ein Bein gebrochen. Dann begann er zu lachen. Dieser Schmerz, sagte er zu mir, ist so wunderbar. Ich liebe diesen Schmerz. Er zieht den ganzen Kummer aus meinem Kopf heraus und stopft ihn in einen kleinen Bereich hinein, wie wenn ich meine Fuß in einen Socken stecke. Ich weiß, wo der Schmerz ist und wie ich damit umgehen muss. Jetzt kann ich wieder klar denken. (Yongey Mingyur Rinpoche, Auf dem Weg, S. 270 ff.) 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr wisst und kennt es, mir geht es nicht darum, den Schmerz zu glorifizieren. Aber es gibt auch ein eigenartiges Mysterium von dem Schmerz, das Meister Ekkehard einmal so formuliert hat: “Der Schmerz ist das schnellste Reittier auf dem mystischen Weg“.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dabei ist klar, der Schmerz ist nicht das Ziel, sondern er kann uns, genau wie die Müdigkeit weiterbringen, in den offenen Horizont unseres Seins. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Johannes Tauler hat es einmal so formuliert: 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Gelassenheit
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Johannes Tauler
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hätten alle Teufel
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und alle Menschen sich verschworen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und würde der Mensch alles erleiden
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und sich lassen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und diese Finsternis und Bedrängnis aushalten,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie es ihn auch schmerzen und bedrücken mag,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und würde er keine Ausflüchte suchen, so oder so,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          darin nähme er mehr zu und käme weiter
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als in all den äußeren Übungen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die die ganze Welt zusammen tun könnte.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bleibe nur bei dir selber
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und lauf nicht nach außen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und halte dein Leiden aus
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und suche nicht etwas anderes! -
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So laufen etliche Menschen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wenn sie in dieser inwendigen Armut stehen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          um immer etwas anderes zu suchen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und dadurch der Bedrängnis zu entgehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist gar schädlich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oder sie gehen, um zu klagen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          oder um Lehrmeister zu fragen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und geraten noch mehr in die Irre.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da kommen einige und reden von so grossen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          geistigen, überwesentlichen, überformlichen Dingen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          gerade als wären sie über die Himmel geflogen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dabei kamen sie noch nie einen Schritt aus sich selber
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          durch die Erkenntnis ihres eigenen Nichts.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie mögen wohl zu vernünftiger Wahrheit gelangt sein;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          aber zur lebendigen Wahrheit,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wo die Wahrheit Wahrheit ist,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dazu gelangt niemand,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als auf diesem Weg des eigenen Nichts.[…]
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 11 Sep 2020 16:18:12 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/kopie-muedigkeit-und-schmerzen-bei-der-meditation</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Mystische Erfahrung</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-mystische-erfahrung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ausgewählte Texte mystische Erfahrung
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Zu welchem Ufer willst du gelangen, mein Herz?
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Kabir
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt keinen Weg und niemand,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der dir vorangeht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was heißt schon Kommen und Gehen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          An jenem Ufer kein Boot
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und kein Fährmann das Boot zu verankern.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da gibt es weder Himmel noch Erde,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder Zeit noch irgendein Ding,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          kein Ufer und keine Küste.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bedenke es wohl, mein Herz!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gehe nicht anderswohin.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           O, der du Mir dienst, wo suchest du Mich?
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Kabir
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Siehe, Ich bin bei dir.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich bin weder im Tempel noch in der Moschee,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder in der Kaaba noch auf dem Kailash.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Weder bin Ich in Riten und Zeremonien,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          noch in Yoga oder Entsagung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn du ein wahrhaft Suchender bist,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wirst du Mich sogleich sehen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mir begegnen im gleichen Augenblick.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kabir sagt: O Sadhu!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gott ist der Atem
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          allen Atems.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Inschrift auf dem Grab von Mevlana Dschelaleddin Rumi
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Komm, komm, wo immer du gerade bist
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Komm, komm, wo immer du gerade bist!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wanderer, Andächtiger, Liebhaber des Abschieds.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es spielt keine Rolle.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unsere Karawane
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist kein Ort der Verzweiflung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Komm,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          komm, selbst wenn du
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          deine Gelübde
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          schon tausendmal gebrochen hast.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Komm,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          komm trotzdem wieder,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Komm!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Achte gut auf diesen Tag
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           aus dem Sanskrit
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Achte gut auf diesen Tag
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn er ist das Leben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Leben allen Lebens.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In seinem kurzen Ablauf
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Wonne des Wachsens,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die Größe der Tat
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und die Herrlichkeit der Kraft.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und das Morgen nur eine Vision.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Heute jedoch - recht gelebt -
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Drum achte gut auf diesen Tag!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Dem unbekannten Gott
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Friedrich Nietzsche
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Noch einmal, eh ich weiterziehe
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und meine Blicke vorwärts sende,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Heb ich vereinsamt meine Hände
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zu Dir empor, zu dem ich fliehe,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dem ich in tiefster Herzenstiefe
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Altäre feierlich geweiht,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dass allezeit
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mich deine Stimme wieder riefe.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darauf erglüht tief eingeschrieben
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Wort: Dem unbekannten Gotte.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch bis zur Stunde bin geblieben:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sein bin ich - und ich fühl die Schlingen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die mich im Kampf darniederziehn
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und, mag ich fliehn,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mich doch zu seinem Dienste zwingen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich will Dich kennen, Unbekannter,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du tief in meine Seele Greifender,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mein Leben wie ein Sturm Durchschweifender,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du Unfassbarer, mir Verwandter!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich will Dich kennen, selbst Dir dienen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ecce Homo
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Friedrich Nietzsche
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja! Ich weiß, woher ich stamme!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ungesättigt gleich der Flamme
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Glühe und verzehr' ich mich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Licht wird Alles, was ich fasse,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kohle Alles, was ich lasse:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Flamme bin ich sicherlich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir bauen Bilder vor dir auf
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Rainer Maria Rilke
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir bauen Bilder vor dir auf wie Wände;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          so dass schon tausend Mauern um dich stehn.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Denn dich verhüllen unsre frommen Hände,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sooft dich unsre Herzen offen sehn.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Stille
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Rainer Maria Rilke
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn das Zufällige und Ungefähre
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          verstummte und das nachbarliche Lachen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          mich nicht so sehr verhinderte am Wachen - :
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dann könnte ich in einem tausendfachen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gedanken bis an deinen Rand dich denken
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          um dich an alles Leben zu verschenken
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie einen Dank.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 02 Sep 2020 13:18:13 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-mystische-erfahrung</guid>
      <g-custom:tags type="string">texte</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>ZEN Sutren</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-zen-sutren</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ausgewählte ZEN Sutren
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           SHINJIN-MEI
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Verse über den Glaubensgeist
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           von Seng-t'san
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der höchste Weg ist nicht schwer,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wenn du nur aufhörst zu wählen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wo weder Liebe noch Hass,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist alles offen und klar.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber die kleinste Unterscheidung
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          bringt eine Distanz wie zwischen Himmel und Erde.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Soll Es sich dir offenbaren,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          lass Abneigung wie Vorliebe beiseite.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Konflikt zwischen Neigung und Abneigung
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist eine Krankheit des Geistes.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wird diese tiefe Wahrheit nicht verstanden,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          versuchst du deine Gedanken vergeblich zu beruhigen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Weg ist vollkommen wie leerer Raum,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ohne Mangel und ohne Überfluss.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nur wenn du wählst und zurückweist,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          geht das Sosein verloren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jage nicht äußeren Erscheinungen nach,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          verharre auch nicht in der Erfahrung der Leerheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bleibe gelassen im Einen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und alle Verwirrung verschwindet von selbst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Stellst du das Tätigsein ein
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und kehrst zur Ruhe zurück,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist dieses Bemühen selbst nur wieder Tätigkeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie willst du je das Eine erfahren,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wenn du in die Zweiheit verstrickt bleibst?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wer ins Eine nicht vordringt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wird in keinem Bereich daheim sein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Existenz zu verachten heißt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Existenz zu verlieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Leerheit zu folgen heißt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sich gegen die Leerheit wenden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          86 87
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn die Augen nie schlafen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          hören die Träume von selbst auf.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn der Geist nicht unterscheidet,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sind alle Dinge das eine Sosein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Wesen dieses einen Soseins ist ein Geheimnis:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unbewegt; alle karmischen Bindungen sind vergessen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Siehst du alle Dinge gleich,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          kehren sie heim zum natürlichen Sein:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ursachen verschwinden, Vergleiche sind nicht möglich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bewege dich nicht, und die Bewegung hört auf.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bringe Ruhe in die Bewegung, und es gibt keine Ruhe.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn beide nicht sind, kann eines dann sein?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im Absoluten sind keine Regeln.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Geist in Einklang mit ihm wird unparteiisch
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und hört auf zu planen und zu streben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn Zweifel und Argwohn ausgeräumt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist wahrer Glaube bestätigt und fest.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alle Dinge sind vergänglich,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nicht notwendig, sie sich zu merken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Leer, klar und selbstleuchtend
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          bemüht der Geist sich nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist der Platz des Nichtdenkens,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          schwer auszuloten mit Intellekt und Gefühl.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Dharmawelt des Soseins
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist kein Anderes und kein Ich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn man dich bittet, es sofort zu erklären,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          kannst du nur sagen: ,,Nicht-Zwei".
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn ,,Nicht-Zwei", dann ist alles gleich,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nichts, was nicht eingeschlossen wäre.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Weisen der zehn Richtungen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sind alle in diese Weisheit eingetreten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der große Weg ist dem Wesen nach weit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nichts ist leicht, nichts schwierig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Engherzige Ansicht führt zu Besorgnis.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Je mehr du eilst, um so länger brauchst du.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hängst du an solchen Ansichten,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          verlierst du das Maß und gehst in die Irre.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lass los, und alles ist natürlich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Wesensnatur gibt es kein Kommen und Gehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Handle gemäß deiner Natur,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und du stimmst mit dem Weg überein,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          gehst ihn gelassen und frei ohne Sorge.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gedanken lenken ab von der Wahrheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber ein dumpfer Geist bringt es auch nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn du verabscheust, verwirrt sich der Geist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was hilft es schon, für oder gegen etwas zu sein?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn du das eine Fahrzeug nehmen willst,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          hege keine Abneigung gegen die Welt der Sinne.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Tat, wer die Sinneswelt nicht hasst,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ist eins mit der wahren Erleuchtung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Weise hat keine Ziele,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die Unwissenden lassen sich fesseln;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn obwohl es einen Unterschied zwischen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          den Dingen nicht gibt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          bleiben sie an manchem hängen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ist das nicht ein gewaltiger Fehler?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ruhe und Unruhe kommen aus der Illusion,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erleuchtung kennt weder Vorliebe noch Abneigung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alle dualistischen Ansichten
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          kommen aus falschen Schlüssen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie sind Träume, Phantasien und Flecken vor deinen Augen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum versuchst du, sie zu fassen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Gewinnen und verlieren, richtig und falsch,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          lass sie ein für allemal ziehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           HERZ SUTRA
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Maka Hannya Haramita Shin Gyo
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sutra von der Vervollkommnung der Weisheit des Herzens
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bodhisattva Avalokitesvara,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          in der Übung der tiefen transzendenten Weisheit
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          erkannte, dass alle fünf Skandas leer sind,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und überwand so alles Leiden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sariputra, Form ist nichts anderes als Leere,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Leere nichts anderes als Form.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Form ist wirklich Leere,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Leere wirklich Form.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Gleiche gilt für Empfindung, Wahrnehmung,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wollen und unterscheidendes Denken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sariputra, die Formen aller Dinge sind leer,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sie entstehen nicht und vergehen nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie sind nicht rein und nicht unrein,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nehmen nicht zu und nicht ab.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Daher ist in der Leere keine Form,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder Empfindung, Wahrnehmung,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wollen oder unterscheidendes Denken,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder Auge, Ohr, Nase, Zunge oder Körper,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder Farbe, Ton, Duft oder Geschmack,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder Berührbares noch Vorstellung,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder ein Bereich der Sinnesorgane
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          noch ein Bereich des Denkens,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          weder Unwissenheit noch Ende von Unwissenheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          MAKA HANNYA HARAMITA SHINGYO
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 01 Sep 2020 13:18:07 GMT</pubDate>
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      <title>ZEN Texte</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ausgewählte ZEN texte
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Gautama Buddha
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ausschnitt aus seinen Reden:
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Entscheidungen werden vom Herzen angeführt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          vom Herzen beherrscht,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          vom Herzen hervorgebracht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn ihr mit verdorbenem Herzen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sprecht oder handelt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          folgt euch Leid -
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie dass Rad des Wagens
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der Spur des Ochsen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der ihn zieht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Erscheinungen werden vom Herzen angeführt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          vom Herzen beherrscht,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          vom Herzen hervorgebracht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn ihr mit ruhigem, klarem Herzen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sprecht oder handelt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          folgt euch Glück,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie ein Schatten,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der nie weicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           ÜBER ZEN
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Daio Kokushi
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt eine Wirklichkeit,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die vor Himmel und Erde steht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie hat keine Form,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          geschweige denn einen Namen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Augen können sie nicht sehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lautlos ist sie,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nicht wahrnehmbar für Ohren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie Geist oder Buddha zu nennen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          entspricht nicht ihrer Natur,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie das Trugbild einer Blume wäre sie dann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nicht Geist noch Buddha ist sie;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          vollkommen ruhig erleuchtet sie in wunderbarer Weise.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nur dem klaren Auge ist sie wahrnehmbar.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Dharma ist sie
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und wirklich jenseits von Form und Klang.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Tao ist sie,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und Worte haben nichts mit ihr zu tun.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Absicht, Blinde anzuziehen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ließ Buddha seinem goldenen Munde
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          spielerische Worte entspringen;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          seitdem sind Himmel und Erde überwuchert
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          mit dichtem Dornengebüsch.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          O meine lieben und ehrenwerten Freunde,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die ihr hier versammelt seid:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn ihr euch danach sehnt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die donnernde Stimme des Dharma zu hören,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          gebt eure Worte auf,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          entleert eure Gedanken,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dann kommt ihr so weit,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das eine Sein zu erkennen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ich bin
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Thich Nhat Hanh
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sag nicht, dass ich morgen scheide,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn ich bin noch gar nicht ganz da.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schau: Jede Sekunde komme ich an, um
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          zu werden die Knospe am Frühlingszweig,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ein kleiner Vogel mit Flügeln, die noch nicht tragen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          im neuen Nest lern ich gerade erst singen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ein Käfer im Herzen der Blume
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ein Juwel, verborgen im Stein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich komme gerade erst an mit Lachen und Weinen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          mit Furcht und mit Hoffnung,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der Schlag meines Herzens ist die Geburt und
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der Tod von allem, was lebt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich bin die Eintagsfliege, die vielgestaltig schillert
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          auf der Oberfläche des Flusses,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bin auch der Vogel, der im Frühling gerade noch
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          rechtzeitig kommt, die Fliege zu schnappen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich bin der Frosch, der ganz zufrieden
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          im klaren Wasser des Teichs hin- und herschwimmt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und bin die Schlange, die
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          geräuschlos sich nähernd
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          vom Froschfraß lebt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich bin das Kind aus Uganda, nur Haut und Knochen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          mit Beinen so dünn wie Stöcke aus Bambus
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ich bin der Kaufmann, der tödliche Waffen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nach Uganda verkauft.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 01 Sep 2020 13:16:22 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-zen</guid>
      <g-custom:tags type="string">texte</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Kontemplation: Johannes vom Kreuz / Fridolin Stier</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-johannes-vom-kreuz-fridolin-stier</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ausgewählte Texte von Johannes vom Kreuz / F. Stier
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Der Weg nach Hause
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Johannes vom Kreuz
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich trat ein und wusst' nicht wo,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ich blieb auch ohne Wissen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          alles Wissen übersteigend.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wo ich eintrat, wusst' ich nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Doch als ich mich dort gewahrte,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ohne Kenntnis meiner Bleibe,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          hörte ich von großen Dingen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was ich hörte, sag' ich nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Blieb ich doch ganz ohne Wissen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          alles Wissen übersteigend.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Frieden war's mit Gott und Welt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wovon ich zutiefst erfuhr
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ganz allein in meinem Herzen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Klar ward mir der rechte Weg.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alles war so voll Geheimnis,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dass ich nur noch stammeln konnte,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          alles Wissen übersteigend.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Trunken war ich, wie von Sinnen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          hingerissen, außer mir.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Blieb dabei doch mein Empfinden
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          jeglicher Empfindung bar
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und der Geist sah sich beschenket
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          mit Verstehn, das nicht verstand,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          alles Wissen übersteigend.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Jeder, der dorthin gelangt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wird ganz irre an sich selbst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alles, was er vorher wusste,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          scheint ihm jetzt verschwindend klein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und sein Wissen wächst so sehr,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dass er ohne Wissen bleibt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          alles Wissen übersteigend.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Geh, verlass die Heimat
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Fridolin Stier
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Geh, verlass die Heimat,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die Welt, darin du geboren bist,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          darin du dich eingerichtet hast -
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das Haus voll von den Namen der Dinge, die um dich sind,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          lass alles, was dir die Sprache über sie zu wissen gibt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          lass auch alles, was dir die Wissenschaft über sie vorspricht,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          lass auch die Begriffe, mit denen du nach den Dingen greifst -
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          lass dieses Haus hinter dir, geh!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dann wirst du, vielleicht wirst du dann dem Anderen begegnen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          für das du weder Namen noch Wissen noch Begriffe hast,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dem ur- und ingründig Wirklichen und Wirkenden begegnen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Du wirst - schauen - Dann ist kein Ding mehr,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          was es dir zuvor gewesen, ein jedes, eins um das andere,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wird dir einen Namen sagen, den du nicht nachsprechen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          kannst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann wird dir, vielleicht wird dir dann aus allem
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und jedem,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das um dich ist, das Unnennbare erscheinen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und du wirst jene Stimme hören, die du noch nie gehört,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sehr nah und gewaltig wirst du sie rufen hören:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ICH BIN DA!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 31 Aug 2020 13:18:10 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-johannes-vom-kreuz-fridolin-stier</guid>
      <g-custom:tags type="string">texte</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Kontemplation: Meister Eckhart</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-meister-eckhart</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ausgewählte Texte von Meister Eckhart
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ein armer Mensch
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Meister Eckhart
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein armer Mensch ist der, der nichts will.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Soll der Mensch Armut haben in Wahrheit,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          so muss er ledig da stehn von seinem eigenen Willen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie er es war, als er noch nicht war.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ich noch stand in meinem ersten Ursprung,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          da hatte ich keinen Gott,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und da war ich Ursprung meiner selbst;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          da wollte ich nichts und begehrte ich nichts,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn ich war ein lediges Sein
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und erkannte mich selbst im Genusse der Wahrheit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da wollte ich mich selber und wollte kein ander Ding,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          was ich wollte, das war ich,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und was ich war, das wollte ich,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und hier stand ich ledig von Gott und von allen Dingen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum so bitten wir Gott,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dass wir Gottes ledig werden
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und dass wir empfangen die Wahrheit
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und sie genießen ewiglich,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dort wo der oberste Engel und die Fliege und Seele
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          gleich sind in dem, worin ich stand
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und worin ich wollte, was ich war und war, was ich wollte.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So sagen wir denn: Soll der Mensch arm sein an Willen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          so muss er so wenig wollen und begehren wie er wollte
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und begehrte, als er nicht war.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und in dieser Weise ist der Mensch arm, der nichts will.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Predigt 32, „Beati pauperes spiritu"
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Greift in Euer eigenes Gut
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Meister Eckhart
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Leute sagen oft zu mir:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          "Bittet für mich!"
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dann denke ich:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          "Warum geht ihr aus?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum bleibt ihr nicht in euch selbst
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und greift in euer eigenes Gut?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr tragt doch alle Wahrheit wesenhaft in euch."
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ...und es gebiert der Vater seinen Sohn in der Seele
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          in derselben Weise,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie er ihn in der Ewigkeit gebiert und nicht anders.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Er muss es tun, es sei ihm lieb oder leid.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Vater gebiert seinen Sohn ohne Unterlass,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ich sage mehr noch:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Er gebiert mich als seinen Sohn und als denselben Sohn.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich sage noch mehr:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Er gebiert mich nicht allein als einen Sohn;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          er gebiert mich als sich und sich als mich
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und mich als sein Sein und als seine Natur.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im innersten Quell, da quelle ich aus im Heiligen Geiste;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ist ein Leben und ein Sein und ein Werk.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alles, was Gott wirkt, das ist Eins;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum gebiert er mich als seinen Sohn ohne jeden Unterschied.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mein leiblicher Vater ist nicht eigentlich mein Vater,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sondern nur mit einem kleinen Stückchen seiner Natur.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und ich bin getrennt von ihm;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Er kann tot sein und ich leben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum ist der himmlische Vater in Wahrheit mein Vater,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn ich bin sein Sohn.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In meiner (ewigen) Geburt wurden alle Dinge geboren,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und hätte ich gewollt,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          so wäre weder ich noch wären alle Dinge;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wäre aber ich nicht, so wäre auch "Gott" nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dies zu wissen ist nicht not.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Ursache meiner selbst
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Meister Eckhart
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum bitte ich Gott, dass er mich Gottes quitt mache,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn mein wesentliches Sein ist oberhalb von Gott,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          sofern wir Gott als Beginn der Kreaturen verstehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Denn in demselben Sein Gottes, in dem Gott über allem Dasein
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und über aller Unterschiedenheit steht,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          da war ich selbst, da wollte ich mich selbst,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und da erkannte ich mich selbst,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          diesen Menschen zu schaffen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum bin ich meinem Sein nach, welches ewig ist,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ursache meiner selbst,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          nicht aber aufgrund dessen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          was ich erst geworden bin,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn das ist zeitlich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und darum bin ich ungeboren,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und darum kann ich niemals sterben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aufgrund meines Ungeborenseins bin ich ewig gewesen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und bin jetzt und werde ewig bleiben.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was ich durch meine Geburt bin,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          das wird sterben und zunichte werden,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          denn es ist vergänglich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum muss es mit der Zeit vergehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und hätte ich gewollt, so wäre weder ich, noch wären alle
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dinge,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und wäre ich nicht, so wäre auch Gott nicht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dass Gott Gott ist, dafür bin ich Ursache.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In meiner Geburt wurden alle Dinge geboren,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und ich war Ursache meiner selbst
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          meinem Sein nach, das ewig ist...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 31 Aug 2020 13:18:04 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-meister-eckhart</guid>
      <g-custom:tags type="string">texte</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Kontemplation: Johannes Tauler</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-johannes-tauler</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ausgewählte Texte von Johannes Tauler
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           "Das Pferd macht den Mist im Stalle" - 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;i&gt;&#xD;
          
             Johannes Tauler
            &#xD;
        &lt;/i&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Pferd macht den Mist im Stalle.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und obgleich der Mist ein Unflat und Stank an sich hat,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          so zieht dasselbe Pferd dort den Mist mit großer Mühe
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          auf das Feld:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann wächst daraus edler schöner Keim,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          der nimmer so wüchse, wäre der Mist nicht da.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Also trage deinen Mist mit Müh und Fleiß
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auf den Acker des liebreichen Willens Gottes
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          in rechter Gelassenheit mit Deiner selbst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ﻿﻿﻿﻿ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           "Gelassenheit" - 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;i&gt;&#xD;
          
             Johannes Tauler
            &#xD;
        &lt;/i&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hätten alle Teufel
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und alle Menschen sich verschworen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und würde der Mensch alles erleiden
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und sich lassen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und diese Finsternis und Bedrängnis aushalten,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wie es ihn auch schmerzen und bedrücken mag,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und würde er keine Ausflüchte suchen, so oder so,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          darin nähme er mehr zu und käme weiter
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als in all den äußeren Übungen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          die die ganze Welt zusammen tun könnte.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bleibe nur bei dir selber
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und lauf nicht nach außen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und halte dein Leiden aus
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und suche nicht etwas anderes! -
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So laufen etliche Menschen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wenn sie in dieser inwendigen Armut stehen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          um immer etwas anderes zu suchen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und dadurch der Bedrängnis zu entgehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist gar schädlich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oder sie gehen, um zu klagen
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          oder um Lehrmeister zu fragen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          und geraten noch mehr in die Irre.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ﻿﻿﻿﻿ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da kommen einige und reden von so grossen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          geistigen, überwesentenlichen, überformlichen Dingen,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          gerade als wären sie über die Himmel geflogen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dabei kamen sie noch nie einen Schritt aus sich selber
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          durch die Erkenntnis ihres eigenen Nichts.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          ﻿﻿﻿﻿ 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sie mögen wohl zu vernünftiger Wahrheit gelangt sein;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          aber zur lebendigen Wahrheit,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          wo die Wahrheit Wahrheit ist,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          dazu gelangt niemand,
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          als auf diesem Weg des eigenen Nichts.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 21 Aug 2020 18:11:11 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/texte-johannes-tauler</guid>
      <g-custom:tags type="string">texte</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Das Licht des Herzens wiederfinden"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/hsin-tao-2019-1</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrreden 2019
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Benutzen wir Chan jeden Tag dazu, unseren Geist zu nähren und unser ursprüngliches, wunderbares Herz des Nirvana (frei von Entstehen und Vergehen), die wahre Form ohne Form, in der Stille wiederzufinden. Unser Herz, unser Geist ist ursprünglich die wahre formlose Form, aber es gerät oft durch Dinge, Ereignisse und Gefühle in Bewegung. Den Veränderungen in der Welt der Phänomene folgend produziert es dann Unterscheidungen und Anhaften. Das Resultat ist, dass wir alle durch das Samsara (den Kreislauf von Leben und Tod) streifen – die Gedanken in unserem Herzen und Geist sind immer am herumschweifen!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie können wir das Herz, den Geist, zur Stille zurückkehren lassen – zum Geräuschlosen, zum Ort des “Gar nichts da,” zu seiner ursprünglichen wahren Form ohne Form, zu seiner Natur des “ursprünglich noch nicht mal ein Ding?” Es dauert etwas, dieses Herz, diesen Geist, zurückzubringen, sie zu der formlosen Form, zu der Kontinuität der reinen Gedanken zurückzubringen, so dass sich unser Bewusstsein nicht in den Veränderungen der Welt der Phänomene verirrt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Hören ist eine Funktion unserer Ohren – lasst uns einfach hören! Auf was sollen wir hören? Hört auf die Stille, das Nichts da, hört die Herzens-Natur des “Ursprünglich noch nicht mal ein Ding.”  Die Herzensnatur ist nicht etwas, das wir geschaffen haben, sie ist ständig vorhanden, seit dem Anfang von Himmel und Erde. Sie ist immer da, am Ursprung des Lebens. Solange ihr sie noch nicht entdeckt habt, verausgabt ihr euch, aber wenn ihr erst mal die Wolken vertrieben habt und die Sonne seht, seid ihr strahlend und hell.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Warum können wir unser Licht nicht ständig scheinen lassen?  Das liegt an unseren Illusionen und dem Anhaften. Bei der Chan Übung geht es darum, die Wolken zu vertreiben und die Sonne zu sehen – es ist eine Methode, um das Anhaften am Selbst zu durchbrechen. Wie können wir die Selbstbezogenheit durchbrechen? Was ist das Selbst? Sobald es eine Form gibt, gibt es Samsara; sobald es ein Selbst gibt, gibt es das Anhaften.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Natur unseres Herzens und Geistes ist ursprünglich ohne Anhaften oder Hindernisse. Die Chan Medition hilft uns daher, nach und nach alle Verirrungen und Verhaftungen, die unser Herz und unseren Geist verdecken, zu vertreiben.  Wenn die dunklen Wolken der Verirrungen und Verhaftungen verschwinden, werden wir immer glücklicher, und wenn die Sonne schließlich hervorkommt, sind wir ganz glücklich. Benutzen wir daher die Methode des Hörens auf die Stille, des Lauschens auf das Lautlose, des Lauschens auf “Überhaupt nichts da,” um kontemplative Weisheit zu entwickeln, um die wahre Form des Nirvana zu realisieren und unser Herz zu seinem Ursprung zurückkehren zu lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 11 Aug 2020 15:10:56 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/hsin-tao-2019-1</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Aufmerksamkeit, Bewusstsein"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/teisho-zazen-kai-juli-2020</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho Zazen-Kai Juli 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Unendlichkeitszeichen_bearbeitet.png" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir alle gehen nun schon einige Zeit den mystischen Weg miteinander und versuchen uns in der Übung der Stille immer wieder neu zurecht zu finden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Manche von uns haben die Meditation gesucht, um die vielen Dinge, die sie im Alltag erfahren, die vielen Gedanken und Emotionen, die uns ständig umtreiben zu verarbeiten. Und wenn wir zur Ruhe kommen, tauchen - wie aus dem Nichts - Erinnerungen und Bilder, die schier unerschöpflich scheinen und uns erschöpfen. Endlich einmal frei zu werden von all dem was uns ständig beschäftigt und nicht zur Ruhe kommen lässt, das wünschen sich viele von uns.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Ziel der Zen-Übung besteht darin, diesen freien, offenen Raum zu schaffen, wo keine Gedanken, keine Gefühle uns beherrschen und uns in bestimmte Rollen oder Verhaltensweisen drängen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oft geschieht aber das ganze Gegenteil. In der Stille, in der Begegnung mit uns selbst taucht oft genug eine Vielfalt von Gedanken und Emotionen auf. Und da sind dann plötzlich die Ideen da, wie wir sein sollten, sein könnten…
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine grosse Vielfalt von ganz unterschiedlichen Erfahrungen bricht über uns herein - oder in uns auf: Ideen, Bilder, Gedanken und eine grosse Kreativität und Vitalität - zum anderen werden wir aber auch mit Dingen konfrontiert, die uns irritieren und die wir manchmal nicht oder nur schwer verstehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auf unserem Meditationsplatz begegnen uns zwei Welten, die im Grunde eine Welt sind:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Realität, die Welt, der Alltag in den verschiedenen Ausformungen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und unsere innere Wirklichkeit, die wir in unserer Seele, unserem Inneren finden, und die sich ein Leben lang zu dem geformt hat, was wir jetzt sind. Es sind die Werkzeuge mit denen wir innerlich das bearbeiten, was von aussen auf uns zukommt, an uns herangetragen wird.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie ich mit einem Reiz von aussen umgehe, hängt immer davon ab, welche Erfahrungen ich in meinem Leben schon gemacht habe. Darum reagieren wir auch so unterschiedlich auf äussere Reize, nehmen z.B. so unterschiedlich Menschen wahr.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr alle kennt das Symbol für die Ewigkeit, die liegende Acht. Ich möchte dieses Bild einmal verwenden, um uns bewusst zu machen, wie wir in diesen beiden „Welten“ da sind, die der inneren Welt, unserem Seelenleben und der äusseren Welt, dem Leben was durch andere, das Aussen, auf uns zu kommt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir uns vom Symbol her verstehen, dann sind es ja keine zwei Welten, sondern im Grunde ist es EINS was uns da erscheint, auch wenn da zwei Bereiche zu sehen sind. Sie sind doch miteinander verbunden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und so umkreisen wir auf unserem Meditationsplatz immer wieder diese beiden Aspekte unseres Daseins, die Wirklichkeit, die Realität, wie sie uns entgegen kommt und unsere innere Wirklichkeit, mit unserer Freude, unserem Glück aber auch mit unseren Verletzungen und unseren Ängsten, Sorgen und Zweifeln.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Manchmal sind wir mehr auf der einen oder auch mal mehr auf der anderen Seite.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mal löst die eine Seite, wenn uns Gutes, Erfreuliches entgegenkommt, Glück und Freude in uns aus, mal sind es Ängste oder Zweifel, wenn schwierige Situationen uns herausfordern.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir mehr auf der Seite des Symbols sind, die unser Seelenleben vertritt, dann kann es sein, dass wir zufrieden und gelassen sind und wir die Welt um uns auch in einem harmonischen Einklang wahrnehmen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber auch das andere kann sein, dass wenn unsere Seele dunkel und zerrissen ist, dass wir dann die Welt und die Menschen um uns herum auch als schwierig und belastend erfahren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und immer wieder umkreisen wir die beiden Welten und wünschen uns, dass wir zur Ruhe kommen könnten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oft machen wir dann auch die Erfahrung, dass durch dieses ständige Umkreisen dessen, was gerade ist - sei es in unserem Inneren oder dass es äussere Dinge sind, die uns beschäftigen, gedanklich oder emotional, sich die Dinge nicht lösen, sondern eher noch komplizierter werden, sich mehr und mehr aufblähen wie ein Luftballon, der aufgeblasen wird und immer mehr Besitz von uns ergreifen. Und wir uns gedanklich oder emotional immer mehr darin verstricken.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dann kann es geschehen, dass wir buchstäblich fest-sitzen und in diesem Zustand immer mehr um uns kreisen und die Dinge, die sich lösen sollen sich immer mehr manifestieren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie kommen wir da raus, in den offenen Raum, den das Symbol der Ewigkeit, Unendlichkeit vertritt?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wie kann es uns gelingen, aus der Enge unseres Denkens und Fühlens, aus der oftmals schwierigen Zwiespältigkeit unserer Wahrnehmung heraus zu kommen?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht ist es gut, wenn wir uns in diesem Zusammenhang den Begriff „Ewigkeit“ im Sinne der mystischen Erfahrung einmal klar machen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der abendländischen Tradition wird Ewigkeit oft als eine Anhäufung, ein Aneinanderreihen von Zeit verstanden: Du hast Zeit bis in alle Ewigkeit, meint in diesem Zusammenhang, du hast unendlich viel Zeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn in der christlichen Tradition, bezugnehmend auf die Bibel, „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ gesprochen wird, dann ist der nicht endende Zeitstrahl, der von Gottes Schöpfung ausgeht und bis in alle Ewigkeit reicht, gemeint. Eine unendlich Zeitdehnung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die mystische Erfahrung aber ist eine ganz andere: sie sagt, Ewigkeit, das Nichts, die Leerheit erfährst du dann, wenn du in den Augenblick, in das Jetzt kommst.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Anweisung der Mystiker heisst dem entsprechend auch: komme in den Augenblick, in das Jetzt, in das, was gerade ist, dann gibt es keine Zeit, „er-fährst“ du das Zeitlose.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Augenblick, das ist der Punkt, wo sich die beiden Linien des Symbols der Unendlichkeit, der Zeitlosigkeit treffen. In jener Mitte, wo wir weder in der einen noch in der anderen Welt sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Mitte, im Niemandsland, an jenem Punkt des NICHTS, an dem Punkt, wo nichts geschieht, wo Leerheit ist und wo gerade da die Öffnung zum Ganzen möglich wird:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;ul&gt;&#xD;
      &lt;li&gt;&#xD;
        
            die Unterbrechung der vielen Gedanken -
           &#xD;
      &lt;/li&gt;&#xD;
      &lt;li&gt;&#xD;
        
            das zur Ruhe kommen der Emotionen, die uns manchmal aus dem Nichts heraus überfallen können.
           &#xD;
      &lt;/li&gt;&#xD;
      &lt;li&gt;&#xD;
        
            und die Öffnung in den Raum der anderen Wirklichkeit, den offenen Horizont des Seins.
           &#xD;
      &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;/ul&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn uns die Unterbrechung gelingen kann, entsteht ein Raum der Ruhe;
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          eine Öffnung wo wir uns dem Neuen, der ordnenden Kraft in unserem Leben hingeben können. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und oft beginnt dieses zur Ruhe kommen mit winzigen Unterbrechungen, Augenblicken, wo sich für kurze Zeit dieser offene, leere Raum in uns ereignet. Und oft nehmen wir das gar nicht bewusst wahr. Aber es geschieht in uns, mit uns, und setzt uns in Bewegung.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es ist der Augenblick, die urteilsfreie
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Aufmerksamkeit
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          , das bewusst werden, das
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           BEWUSSTSEIN
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          , das uns in die Wandlung zieht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Bewusstsein
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          meint einfach nur präsent zu sein in dem, was gerade geschieht und beobachten, wie es von Augenblick zu Augenblick ist. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Nichts wird daran gehindert ins Bewusstsein zu treten. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir verdrängen nichts, eher im Gegenteil, alles was sich zeigen will von dem, was wir aus dem Bewusstsein verloren haben, darf sich zeigen. - Aber wir halten an nichts von dem, was da auftaucht, fest. Wir gehen nicht rein in das, was aus den Tiefen der Seele erscheint. Wir sind offen dafür, lassen uns aber nicht davon fesseln und reagieren nicht darauf.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir sind reines Gewahrsein. Wir beobachten nur, sind Zeugen dessen, was geschieht, mischen uns aber nicht ein. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Sobald ein Gedanke, eine Emotion in den leeren, offenen Raum unseres Bewusstseins eindringt, akzeptieren wir dies und lassen diese sanft weiterziehen in den Atem, in das MU, in die Stille.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist keine Verdrängung, denn Verdrängung versucht, das Auftauchen des Gedankens, der Emotion zu verhindern. Hier wird aber alles, was sich zeigt, auftaucht akzeptiert, ohne ihm nachzugehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lasst mich in diesem Zusammenhang noch auf eine, meiner Meinung nach, Fehlentwicklung im Zen hinweisen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da gibt es die irrige Vorstellung man müsse, solle jedes Gefühl, jeden Gedanken wegdrücken, „wegsitzen“, um in die „Leere“ zu kommen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das aber ist ein totes Zen, das ist Verdrängung und macht Menschen gleichgültig und abgestumpft.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Weg ist es, all das was sich zeigen will, wahr-zu-nehmen, an-zu-nehmen, es aber auch ziehen zu lassen, ohne ihm besondere Aufmerksamkeit zu widmen, weil sonst die Dinge ein Eigenleben bekommen und uns in ihren Bann ziehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, das was sich zeigt, gehört zu mir, gehört aber oft in die Vergangenheit, während ich doch im Heute, im Hier und Jetzt lebe. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn es mir gelingt, beides zusammen zu bringen, das Alte, was gelöst, erlöst, integriert werden will - und mein Leben jetzt, in diesem Augenblick, so kann sich das, was - manchmal auch schmerzhaft – war, einfügen in meine Biographie als Teil meines Lebens, der zu mir gehört, mich aber nicht mehr bestimmt, sondern als Reichtum meines Weges mich begleitet und erfüllt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir uns täglich diesen offenen Raum der Stille, des Rückzuges schaffen und unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf den gegenwärtigen Augenblick richten, wenn wir alles, was dann auftaucht,  in den offenen Raum, in die Leerheit ziehen lassen, werden wir merken, wie sich unser Geist, unsere Seele mehr und mehr von dem befreien kann, was sich im Laufe unseres Lebens in Leib und Seele gesammelt, eingraviert hat.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Um noch einmal zum Symbol der Ewigkeit zurück zu kehren…
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir auf der Seite der „Welt“ sind und mit der uns in Beziehung setzen, ist der Geist gezwungen, Erfahrungen zu machen und zu verarbeiten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir uns den Gedanken und Emotionen überlassen, werden wir in unsere Ich-Struktur gezogen und diese kann sich mehr und mehr verfestigen, anstatt dass sie sich wandeln und erneuern kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir über einen längeren Zeitraum in der Übung des offenen Gewahrseins bleiben, dann lösen sich mehr und mehr die Spannungen, die aus dem gegenwärtigen Erleben entstehen, und mit der Zeit kommen wir tiefer in unsere Biographie, werden uns Ereignissen bewusst, die aus früheren Zeiten und Lebensabschnitten kommen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Intensive Gefühle zeigen sich, die wir manchmal nicht verstehen, auch nicht zuordnen können.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da wir aber nichts anderes tun, als unsere Aufmerksamkeit nur nach innen zu richten und urteilsfrei einfach nur wahrnehmen, was da auftaucht, merken wir das alles, was sich zeigt, bin ja ich, ist mein Ego. Und die Dinge, die sich zeigen, zeigen sich, weil sie gelöst, erlöst, integriert werden wollen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und wenn wir mehr und mehr dieses alles ziehen lassen können, merken wir, dass es da noch etwas anderes gibt, das jenseits unserer Ich-Struktur da ist; das, was wir wirklich sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          So kommen wir mehr und mehr in einen Prozess der Klärung und Ruhe, nach der sich unsere Seele, unser Wesen im Tiefsten sehnt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ihr merkt, das wovon ich rede, ist ein langsamer aber sehr heilsamer Prozess der Wandlung, der Heilung, des sich Ordnens von Leben und dessen, worauf mein Leben hinaus will.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Übung, um dahin zu kommen, ist denkbar einfach und vielleicht gerade darin auch immer wieder Herausforderung und Auf-gabe für uns.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lasst uns dennoch mit dieser so einfachen Übung, meinen Atem wahrzunehmen, vielleicht mit einem Leitwort oder Koan oder mit der Stille zu üben, weitergehen und uns immer wieder auf diesem Weg miteinander, untereinander stärken und in grauen Zeiten uns auch ermutigen, diesen Weg ins Jetzt, in den offenen Horizont unseres Daseins weiter zu gehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Matthias Uhlich
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 22 Jul 2020 13:44:16 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/teisho-zazen-kai-juli-2020</guid>
      <g-custom:tags type="string">teisho,zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>Meditationstag (Zazen-Kai) in Strasskirchen</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/zazen-kai-pa-juli-2020</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein persönlicher Bericht
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Samstag den 18. Juli 2020 fand im und um das Strasskirchener Zendo der erste Meditationstag (Zazen-Kai) nach den gelockerten Corona-Sicherheits-Maßnahmen statt. Im Folgenden möchten wir einige Impressionen des Tages, sowie einen persönlichen Bericht aus Sicht des Fotografierenden mit Ihnen teilen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           (Hier gelangen Sie zu
           &#xD;
      &lt;a href="/meditationstag"&gt;&#xD;
        
            weiteren Informationen zum Ablauf eines Meditationstages
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      
           !)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Als ich heute am frühen Morgen aus meinem Fenster über das tief im Nebel versunkene Donautal samt verborgenem Passau blickte, kam es mir bereits so vor, als hätte sich die Natur für den heutigen Zazen-Kai ein besonders mystisches Kleid angezogen. Später am Morgen stieg der Nebel weiter auf, sodass auch die höher gelegenen Dörfer Salzweg und Strasskirchen weich in ein weites Weiß gehüllt waren. Es schien, als würden darin fast alle Geräusche verklingen und der Tag lag sowohl im Äußeren als auch im Inneren in Stille vor mir. Angekommen in der Siedlung am Hellmannsberger Weg wirkte auch hier angesichts des kühlen, feuchten Wetters alles sonst so sommerliche Treiben für einen ganzen Tag wie angehalten, wie pausiert. – Welch passende Atmosphäre für einen solchen Meditationstag!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dennoch war ich durchaus etwas angespannt und aufgeregt, sollte es doch mein erster vollständiger Zazen-Kai nach längerer Unterbrechung werden: Was, wenn die Schmerzen, mit denen ich heute in den Tag gestartet war, empfindlich schlimmer würden? – Würde es mir gelingen, so lange präsent in der Übung zu bleiben? – Würde mir das lange Sitzen am Ende des Tages wie eine Ewigkeit vorkommen? – Doch all diese fragenden Unsicherheiten sollten sich im Lauf des Tages in erfreulichen Wohlgefallen auflösen ...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Pünktlich um 08:30 Uhr fand sich die angenehm überschaubare und Corona-Abstands-konforme Gruppe von sieben Teilnehmern aus der Passauer Meditationsgruppe (Sangha) um Matthias und Ulrike Uhlich im Meditationsraum (Zendo) ein, um gemeinsam mit Gong und Tönen in die ersten Sitz-Einheiten (Zazen) und das dazwischen praktizierte Meditative Gehen (Kinhin) zu starten. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Anschließend durften wir uns bei einer kurzen Tee-Pause vom Heißgetränk aufwärmen und von einem geteilten Brot, als Zeichen des Lebens und Gebens, stärken lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die darauffolgende Zazen-Einheit nutzte Matthias, um uns Übenden die Bewusstheit für die Übung des Zen erneut in Erinnerung zu rufen, indem er eine Anleitung gab, zur Sitzhaltung und zur Atemübung, die uns immer wieder in den weiten, offenen Raum des Lebens führt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darüber hinaus ging Matthias danach in seinem Vortrag (Teicho) noch vertieft darauf ein, worauf die Übung des Zen im Wesentlichen abzielt und veranschaulichte, wie sich in ihrer Praxis, der scheinbare Gegensatz von äußerer Welt/Realität und innerer Wirklichkeit/Seele in den Moment und den offenen Raum integrieren lässt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach einer weiteren Sitz-Einheit gab es tatsächlich auch schon Mittagessen und mir wurde bewusst, dass der Vormittag doch viel schneller verflogen war, als erwartet. Die leckere, warme Suppe, gepaart mit frischen Kräutern und knusprigem Brot war eine wahre Wohltat, deren Geschmäcker sich, in Stille eingenommen, noch vielfach stärker entfalten konnten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Alle diejenigen, deren Beine, nach vier Stunden überwiegend auf dem Kissen sitzend, nun einen Ausgleich benötigten, konnten die folgende Mittagspause für einen kleinen Spaziergang nutzen oder die Füße für ein kurzes Schläfchen hochlegen. Auch für den süßen Hunger war mit Kuchen, Obst und Kaffee, dank Ulrikes emsigen Einsatzes, bestens gesorgt. Der schöne Garten und der weite Ausblick luden zum Verweilen ein, bevor es wieder zu weiteren drei Zazen-Einheiten zurück ins Zendo ging. Während dieser Zeit bestand auch die Möglichkeit zum Einzelgespräch (Dokusan) mit Matthias. Das Dokusan ist für mich immer wieder eine wertvolle Gelegenheit, um mich mit ihm über meine persönlichen, in der vergangenen Woche gemachten, Erfahrungen auf dem Zen-Weg auszutauschen und neue Impulse für die nächsten Schritte entstehen zu lassen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Inzwischen hatte draußen ein leichter Nieselregen eingesetzt, während nun das Meditative Gehen (Kinhin) in der Natur auf dem Plan stand. Auf meinem Weg durch das beruhigende, von einem glänzenden und perlenden Nass überzogene Grün, kam es mir direkt so vor, als wolle die Stille mich nicht nur umgeben, sondern mich mit dem feinen Nieseln auch noch sanft streicheln. Übrigens durfte ich dabei auch bewusst beobachten, wie im Laufe des Tages mit jeder Sitz-Einheit meine Schmerzen sogar leichter wurden, als hätte sie die Stille gemeinsam mit dem Regen einfach abgewaschen und davongespült. – Eine wirklich wertvolle Erfahrung, die mich wiedermal am eigenen Leib erleben ließ, wie durch das bloße Wahrnehmen und wieder Ziehenlassen des Schmerzes in der Zen-Übung, dieser doch tatsächlich tief in der Seele wirksame Linderung und Heilung erfahren kann!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die verbleibenden zwei Zazen-Einheiten vergingen für mich, wie auch der gesamte Tag, noch wie im Flug, obwohl ich diesen doch fast „nur“ sitzend, mich von Atemzug zu Atemzug und von Augenblick zu Augenblick durch die Zeit bewegend, verbracht habe. – oder vielleicht gerade deshalb!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Rezitation eines mystischen Textes in der Gruppe bildete den Abschluss des Tages im gemeinsamen Schweigen. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Schließlich verließ ich, zwar mit vom Sitzen müden Knien, jedoch mit wachem Geist und frohem Gemüt das Zendo in angenehmer innerer Ruhe und großer Zufriedenheit, angesichts des wertvollen Meditationstages, der mich auf meinem inneren Weg wieder ein Stückchen weitergebracht hat ...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (Dies sind ein persönlicher Bericht und Fotos von Patrick M. Huber)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 19 Jul 2020 10:52:51 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/zazen-kai-pa-juli-2020</guid>
      <g-custom:tags type="string">zen-do-mu</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Die Leere zu erlernen ist Fülle"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/hsin-tao-juli-2020</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Juli 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Chan ist eine Dharma Lehre, bei der es hauptsächlich um unsere Übung geht, und die Betrachtung von Prajñā Weisheit ist ein wichtiger Aspekt dieser Übung.  Wir dürfen unsere Übung nicht von unseren eigenen Gedanken abhängig machen, sondern brauchen die Anleitung durch einen Lehrer, weil wir ansonsten in Teufel`s Küche geraten können. Die richtige Art des Denkens ist für unsere Übung sehr wichtig, und dabei ist es ausschlaggebend, dass wir die Prajñā Weisheit zur Grundlage unserer Übung machen. Was ist Prajñā Weisheit? Wenn wir Sorgen und Probleme haben, wenn wir Schwierigkeiten mit der Übung haben, wenn wir weltlichen Ruhm und weltliches Glück suchen, müssen wir die Prajñā Weisheit der Leere anwenden, um uns um die Gedanken in unserem Geist zu kümmern.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Chan Übung ist das Erlernen von “Anhalten (shamata)” und “Sehen (vipassana)”. “Anhalten” bedeutet Konzentration, und “Sehen” bedeutet “Verdauen.” “Anhalten” bedeutet, unseren Geist, der gerne seinen Illusionen nachjagt, an einer Stelle festzuhalten, und “Sehen” bedeutet, die Welt der Form in die Welt der Nicht-Form aufzulösen, oder anders ausgedrückt, in die Leere hereinzukommen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Leere kehrt alles zum Einen zurück, das Eine ist Chan, und Chan ist unser Herz und Geist. Chan ist der Schlüssel, der die Welt erschließt. Wenn wir zum Einen zurückkehren, dann wissen wir, dass wir eins mit jedem Leben sind, dass wir einen Körper bilden: du bist ich und ich bin Du.  
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn wir zur leuchtenden Natur unseres Herzens und Geistes zurückkehren, entwickeln wir zwei besondere Qualitäten: die eine ist die Liebe, die andere das Mitgefühl. Das passiert ganz natürlich, ohne dass wir versuchen, es zu lernen. Unser ganzes Leben und Denken wird einfach so sein. Dann wird unser Herz der Liebe und des Mitgefühls das wahre Herz der Liebe und des Mitgefühls sein, ganz voll und all-durchdringend, ohne irgendeinen Unterschied zu machen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Weg des Bodhisattvas beginnt mit dem Säen der Samen in unserer individuellen Übung und entfaltet sich im ganzen Leben. Das ist es, wie wir diesen Weg beschreiten – es ist schon immer so gewesen. Wir müssen darin nur durch konstante Übung erfahren werden und das zu verstehen lernen, was wir nicht verstehen, bis wir die Fülle und Vollkommenheit erreichen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Master Hsin Tao 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 19 Jul 2020 09:38:54 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/hsin-tao-juli-2020</guid>
      <g-custom:tags type="string">hsin tao</g-custom:tags>
    </item>
    <item>
      <title>"Akzeptanz"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/teisho-juli-2020</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Teisho Juli 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Johannes Tauler: "Gelassenheit"
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Hätten alle Teufel
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und alle Menschen sich verschworen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und würde der Mensch alles erleiden
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und sich lassen
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und diese Finsternis und Bedrängnis aushalten,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           wie es ihn auch schmerzen und bedrücken mag,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und würde er keine Ausflüchte suchen, so oder so,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           darin nähme er mehr zu und käme weiter
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           als in all den äußeren Übungen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           die die ganze Welt zusammen tun könnte.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Bleibe nur bei dir selber
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und lauf nicht nach außen
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und halte dein Leiden aus
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und suche nicht etwas anderes! -
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           So laufen etliche Menschen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           wenn sie in dieser inwendigen Armut stehen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           um immer etwas anderes zu suchen
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und dadurch der Bedrängnis zu entgehen.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Das ist gar schädlich.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Oder sie gehen, um zu klagen
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           oder um Lehrmeister zu fragen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und geraten noch mehr in die Irre.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Da kommen einige und reden von so grossen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           geistigen, überwesentlichen, überformlichen Dingen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           gerade als wären sie über die Himmel geflogen.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Und dabei kamen sie noch nie einen Schritt aus sich selber
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           durch die Erkenntnis ihres eigenen Nichts.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Sie mögen wohl zu vernünftiger Wahrheit gelangt sein;
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           aber zur lebendigen Wahrheit,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           wo die Wahrheit Wahrheit ist,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           dazu gelangt niemand,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           als auf diesem Weg des eigenen Nichts.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die letzten Wochen und Monate haben manche in der einen oder anderen Weise in den Bereich von Grenzerfahrungen gebracht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch für uns mag das Thema „Grenze“ in dieser Zeit in der einen oder anderen Weise aufgetaucht sein. Darüber hinaus ist aber das Erleben von Grenzen eine ganz wichtige Erfahrung auf dem mystisch-spirituellen Weg.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Grenzen:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          abgrenzen, ausgrenzen, mich nicht entfalten können, nicht das leben können was ich mir wünsche, wonach ich mich sehne.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Grenze“ hat für viele Menschen einen sehr negativen Klang und wenn sie weg ist - oder wenn sie, die Grenzen, weg sind, fühlen wir uns endlich frei und lebendig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Es gibt aber auch eine andere Seite der Grenze, wo wir merken, dass es eine heilsame Begrenzung gibt, dass Grenzen schützen, dass sie Leben bewahren können und so heilsam für uns und unseren Weg sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und dennoch, es fällt uns vor allem auf unserem spirituellen Weg nicht leicht, mit Grenzen umzugehen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In der Stille, immer dann, wenn wir einmal uns Zeit gönnen und einmal zur Ruhe kommen, geht unsere Ich-Struktur mit uns auf Reisen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bilder, Ideen, Gedanken, Konzepte erblühen auf unserem Meditationsplatz wie eine bunte Wiese in ihrer vielfältigen Pracht. Und manchmal begegnen uns dann auch dunkle Schatten, Angst, Verzweiflung, Schmerzen und dann ist er da, der dringende Wunsch, diesen Raum der Dunkelheit zu verlassen. Wir wünschen uns sehnlichst, dass alle Probleme, alle Sorgen und das Leiden, dass all das, was uns überfällt und manchmal in die Enge treibt, so schnell wie möglich wieder weg sein soll.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In diesem Sinne wäre dann die Grenzerfahrung, in die wir hinein kommen hilfreich, ja vielleicht sogar Not-wendig, weil sie uns zeigt, dass wir auf unserem Lebensweg etwas korrigieren müssen; unser Leben vielleicht nicht mehr richtig stimmig ist und es an der Zeit ist, an der Art wie wir leben etwas wirklich von Grund auf zu ändern.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Am sinnfälligsten wird das, was ich meine, bei Menschen, die in das Burnout-Symptom hinein kommen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da reizt jemand die Grenzen so lange aus, bis alles zusammenbricht.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oft lässt sich dieses Phänomen auch auf seelische Prozesse beziehen, bei unserer Arbeit an unserem ganz persönlichen Leben beobachten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Manchmal beginnt Reifung, Wandlung erst, wenn wir in bestimmte Grenzbereiche kommen, die uns mehr oder weniger dazu nötigen tiefer zu gehen, um aus einer anderen Ebene heraus Lösung, Reifung, Wachstum zu erfahren.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da wäre es sicher gut, wenn es eine Meditationstechnik gäbe, die uns hilft da raus zu kommen. Denn wozu meditiere ich, wenn nicht dazu, dass ich mit meinen Problemen besser umgehen kann, um die Einengung und Begrenzungen, die das Leben mir schafft, endlich hinter mir zu lassen und ich in die Freiheit komme, den freien Raum meines Lebens betreten kann.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber gibt es eine solche Technik, die ich anwenden kann, um die engen Schranken in meinem Leben vielleicht etwas zu erweitern?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Vielleicht gibt es keine so eindeutige Antwort auf diese Frage.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine Technik im Sinne, „….man nehme….“ gibt es sicher nicht, aber es gibt einen reichen Erfahrungsschatz in der mystischen Tradition wie Menschen mit den Herausforderungen, die ihnen das Leben in so vielfältiger Weise gebracht hat, umgegangen sind.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und der zentrale Begriff in diesem Zusammenhang heisst:
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Akzeptanz
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          , annehmen dessen was gerade ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn mir Vertrautes, Liebgewordenes wegbricht, wenn Beziehungsgefüge ins Wanken geraten, wenn eine Krankheit uns bedroht oder Angst und Sorgen um das Wohl uns in unsere Grenzen verweisen, wie sollen, können wir uns dann in der Stille auf unserem Meditationsplatz noch aushalten?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir wollen weg, wir wollen aufspringen, was tun, die Situation zum Besseren wenden und das oder die Probleme anpacken und lösen, anstatt tatenlos nur herum zu sitzen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ist Akzeptanz nicht das absolut falsche Wort hier in diesem Zusammenhang?
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ja, diese Frage ist richtig und wichtig, führt sie uns doch ganz nah an uns und unsere Verhaltensmuster.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lasst uns darum noch etwas genauer auf den Begriff Akzeptanz schauen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Akzeptanz meint nicht, ich lasse alles laufen wie es ist und mir ist im Grunde alles egal ...
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Akzeptanz ist auch kein dumpfes, passives hinnehmen von dem was andere oder das „Schicksal“ mit mir machen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Akzeptanz meint wahrnehmen dessen was ist. Meint mich mit dem, was das LEBEN jetzt gerade an mich heran trägt, auseinander zu setzen; mich einzulassen in das, was der Prozess meines Jetzt gerade von mir fordert – an Veränderung, an Wandlung, an Lebendigkeit, an Wachstum.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ist der Versuch, in dem manchmal so schmerzlichen Spiel der Kräfte, der Angst und der Sorgen, des nicht Wissens wohin mit mir - ja überhaupt mit der Frage, „wie soll es nur weitergehen?“, mich auszuhalten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Akzeptanz fordert mich bis in den letzten Winkel meines Lebens, meiner Seele.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das ICH will oft was ganz anderes, es möchte gerne, dass alles so bleibt wie es ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Ego mag keine Veränderungen, fühlt sich von denen bedroht, infrage gestellt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Darum wehrt es sich und hat eine Menge guter Ideen, was man alles machen könnte.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Aber wenn wir anfangen zu „machen“ dann bleibt alles beim Alten. Entwicklung, Wachstum, Veränderung ist dann nicht möglich.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wir hängen in uns selbst fest.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Reiner Maria Rilke hat diesen schönen Text geschrieben, den wohl die meisten von euch kennen:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Rilke: "Über die Dinge"
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           die, wie jeder Fortschritt, tief von innen kommen muss
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Alles ist austragen und gebären.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Jeden Eindruck und jeden Keim eines Gefühls ganz in sich,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           im Dunkel, im Unsagbaren, Unbewussten sich vollenden lassen und
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           mit tiefer Demut und Geduld die Stunde einer neuen Klarheit abwarten.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           ohne die Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Er kommt doch.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Man muss Geduld haben gegen das Ungelöste im Herzen
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Es handelt sich darum, alles zu leben.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Da ist es wieder in dem was Rilke schreibt; es geht nicht um die schnelle Antwort, die pfiffige Lösung aus dem Kopf, die sicherstellt, dass alles so bleibt wie es war, sondern es geht in dem was uns begegnet um Wandlung, Veränderung aus der Enge in die Weite - vor allem aber in die Lebendigkeit.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Meine Erfahrung in diesem Zusammenhang ist, wenn wir Aufforderungen, die das Leben uns als 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auf-Gabe stellt, nicht wirklich annehmen und eine schnelle „Kopflösung“ suchen, kommt das Problem/Thema meist als Wiedervorlage auf uns zu - jedenfalls so lange, bis wir bereit sind eine Lösung tief in uns zu suchen,
          &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           „im Dunkel, im Unsagbaren, Unbewussten sich vollenden lassen und 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            mit tiefer Demut und Geduld die Stunde einer neuen Klarheit abwarten.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Wandlung, die dann aus dieser Ebene kommt, hat Bestand und meint Reifung, Wachstum, LEBEN, LIEBE.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Zum Schluss:
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Teresa von Avila
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Ich möchte, dass ihr nur dieses begreift:
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Es geht auf diesem geistlichen Weg nicht darum,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           viel zu denken, sondern viel zu leben.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Was am meisten Liebe in euch weckt,
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           das tut.
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 12 Jul 2020 10:16:24 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.zen-do-mu.de/blog/teisho-juli-2020</guid>
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    <item>
      <title>"Chan bringt das Gold unserer spirituellen Natur hervor"</title>
      <link>https://www.zen-do-mu.de/blog/hsin-tao-juni-2020</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Hsin Tao: Lehrrede Juni 2020
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/c604d6fcaa674f08b5f42b67cc128227/dms3rep/multi/Hsin+Tao+Blog_Header_Adler-Augen.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Prajña, oder Weisheit, ist die Kraft des Bewusstseins. Wir müssen die Kraft des Bewusstseins gebrauchen, um aufzuwachen, um zur Ruhe zu kommen, um das zu erkennen, was sich niemals verändert. Wir sind nie von unserem spirituellen Kern getrennt, unserem Herzen. Das, was sich nie verändert, ist dieser spirituelle Kern, dieses Herz. Wir müssen etwas Zeit darauf verwenden, dass Herz und Geist Wörter und Konzepte hinter sich lassen und zur wahren, formlosen Form zurückkehren können.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unsere gesamte Übung kann mit dem Prozess der Goldgewinnung verglichen werden. Während des Goldscheideprozesses müssen alle Unreinheiten beseitigt werden. Wenn die Unreinheiten ganz beseitigt sind, ist das Gold rein und kehrt nicht mehr in den Zustand des Golderzes zurück, da keinerlei Unreinheiten mehr vorhanden sind. Übung bedeutet daher, alle Unreinheiten zu beseitigen, bis wir das reine Gold, die Realisierung der Leere, erreichen.  Wir können auch sagen, dass die Leere das Gold ist. Wenn wir die Leere kennen, verschwinden unsere Sorgen und Probleme, weil sie zur Leere geworden sind. In der Leere kannst Du keine Probleme finden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Wenn die Kraft unseres Bewusstseins im täglichen Leben sehr gut ist, werden wir die Leere erreichen, wenn nicht, werden wir die Leere nicht erreichen, sondern stattdessen durch die materiellen Dinge in Unruhe gehalten werden. Dann werden wir nicht in der Lage sein, die große Weite, Klarheit und Freiheit der Leere zu genießen.  Was müssen wir tun, um frei von Hindernissen zu sein? Es gibt keinen anderen Weg als die Realisierung der Leere!
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unser Herz und Geist ist wie ein großer Speicher, der jede Menge an Information aufsammelt und speichert. Einiges davon ist gut, anderes schlecht, da gibt es alles Mögliche. Diese Information lässt uns in den Himmel oder in die Hölle gelangen, oder in irgendeinen der sechs Bereiche der Wiedergeburt. Jede Wiedergeburt ist wie ein Schauspiel, in dem unser Karma sowohl der Regisseur und als auch der Hauptdarsteller ist und dramatische Effekte erzeugt. Aber wenn wir die Leere realisiert haben, nehmen wir an dem Schauspiel nicht mehr teil, was bedeutet, dass wir nicht mehr der Wiedergeburt unterworfen sind, da wir nicht mehr an dem Schauspiel teilnehmen. In der Leere führen wir kein Spiel auf. Die Leere zu kennen und zu realisieren erlaubt es daher dieser Leere, sich im Hier und Jetzt ganz zu zeigen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Dharma Meister Hsin Tao 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (übersetzt von Maria Reis Habito)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 13 Jun 2020 15:20:34 GMT</pubDate>
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